Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/piusv-ueberarbeitete-usv-fuer-das-raspberry-pi-1508-115580.html    Veröffentlicht: 11.08.2015 12:04    Kurz-URL: https://glm.io/115580

PiUSV+ angetestet

Überarbeitete USV für das Raspberry Pi

Die neue Version der Aufsteck-USV für das Raspberry Pi kann mehr und ist praktischerweise größer. Am Preis ändert sich nichts.

Nachtrag vom 14. April 2016, 14:29 Uhr

Der Geschäftsführer von CW2 hat am 14. April 2016 per E-Mail mitgeteilt, dass für das Unternehmen inzwischen Insolvenz beantragt wurde. Bereits bezahlte Bestellungen sollen noch ausgeliefert werden, allerdings sei unklar, ob das im Rahmen des Insolvenzverfahrens möglich ist.

CW2 hat eine neue Version seiner unterbrechungsfreien Stromversorgung (USV) für das Raspberry Pi vorgestellt. Über die PiUSV+ kann das Raspberry neben der üblichen Micro-USB-Stromversorgung auch per Batterie oder Lithium-Polymer-Akku versorgt werden. Dabei kann der Akku oder Batterie sowohl als Backup für die Micro-USB-Versorgung fungieren als auch allein das Raspberry Pi mit Strom versorgen.

Praktischerweise gibt es nun auch einen kleinen Taster, mit dem das Raspberry Pi sowohl eingeschaltet als auch sauber heruntergefahren werden kann. Die PiUSV-Platine wird auf die GPIO-Leiste aufgesteckt und entspricht den HAT-Abmaßen. Damit ist sie zwar größer als der Vorgänger, aber aufgrund der vorgesehenen Bohrlöcher gleichzeitig stabiler zu montieren. Die Funktionalität der GPIO-Pins ist nicht eingeschränkt, da die USV per I2C mit dem Raspberry Pi kommuniziert.

Gleich geblieben ist hingegen, trotz größerer Funktionalität, der Preis sowie die erforderliche Software, um alle Funktionen ausnutzen zu können. Den Vorgänger hatten wir im vergangenen Jahr bereits getestet.

Nimm zwei

Die PiUSV+ bietet zwei Eingänge für mobile Stromquellen. Ein Anschluss ist für Lithium-Polymer- beziehungsweise Lithium-Ionen-Akkus bestimmt. Die USV kann darüber nicht nur Strom entnehmen, sondern den Akku auch wieder aufladen, wenn das Raspberry Pi regulär mit Strom versorgt wird. Allerdings werden an den verwendeten Akku einige Ansprüche gestellt. Es darf nur eine 3,7-Volt-Zelle angeschlossen werden, die 3 Ampere liefern kann und eine Kapazität von minimal 300 mAh aufweisen muss.

Der zweite Eingang ist deutlich flexibler. Daran kann jede Stromquelle angeschlossen werden, die zwischen 5 und 24 Volt liefern kann. Das ist ideal für Batteriepacks und Modellbauakkus.

In beiden Fällen werden die Kabel der Stromquellen über Klemmbuchsen angesteckt. Das ist auf der einen Seite praktisch, da die Suche nach geeigneten Buchsen oder Steckern für die Batterie entfällt. Auf der anderen Seite gibt es dadurch keinen Verpolungsschutz. Das ist auch deshalb nachteilig, da die Anschlüsse nicht auf der Platine markiert sind.

Beide Stromquellen können das Raspberry Pi mit Strom versorgen, wenn (un-)absichtlich die Stromversorgung über den Micro-USB-Anschluss ausfällt.

Ein- und Ausschalten leicht gemacht

Die USV-Platine bietet einen kleinen Drucktaster, mit dem das Raspberry Pi ein- und ausgeschaltet werden kann. Der Schalter befindet sich zwischen den Anschlüssen für die Stromversorgung. Zuerst hatten wir befürchtet, dass wir den Drucktaster aus Versehen auslösen könnten. In der Praxis passierte das aber nie. Der Grund dafür ist aber zwiespältig: Da neben dem Schalter die Kabel für die Batterien angesteckt waren, fassten wir nie in die Nähe des Schalters. Damit hat aber derjenige ein Problem, der den Taster innerhalb eines Gehäuses berühren will. Denn für die Kabel benötigt die Platine Abstand im Inneren des Gehäuses.

Durch den Taster ist auch eine neue Funktion möglich, die der Vorgänger nicht beherrschte. Das Raspberry Pi kann auch gestartet werden, wenn lediglich eine Batterie angesteckt ist.

Wer das Raspberry Pi, wie bisher ohne USV, einfach durch das Einstecken des Kabels starten will, muss dafür lediglich einen Jumper herausnehmen. Während die Einschaltfunktion ohne weiteres funktioniert, erfordert die Funktion zum sauberen Herunterfahren und Ausschalten per Taster Softwareunterstützung auf dem Rechner selbst.

Die Software ist unauffällig

Der Hersteller der PiUSV stellt über seine Webseite die erforderliche Software für Raspbian bereit, um nicht nur im Falle eines Tastendrucks sauber herunterzufahren. Sie kann das Raspberry Pi auch nach einer definierbaren Zeitspanne herunterfahren, wenn die Stromversorgung per USB-Kabel ausfällt. Alternativ können in diesem Fall auch Shellskripte oder Programme festgelegt werden, die dann gestartet werden sollen. Diese Funktionen bot bereits die Software für den Vorgänger.

Neben Raspbian soll es zukünftig Softwareunterstützung für Openelec und sogar Windows 10 IoT geben.

Preis und Verfügbarkeit

Bereits mit dem Vorgängermodell waren wir aufgrund der unkomplizierten Nutzung zufrieden. Für den Nachfolger gilt das genauso, er behebt sogar unseren Kritikpunkt am Vorgänger: Die USV kann nun stabil mit dem Raspberry Pi verbunden werden. Dass die PiUSV+ einen zweiten Akkuanschluss bietet und einen An-/Aus-Taster für das Raspberry Pi mitbringt, ohne gleichzeitig den Preis zum Vorgänger zu erhöhen, trägt zum positiven Bild bei.

Die PiUSV+ kann über die Webseite zum Preis von 29,99 Euro bestellt werden. Die Platine ist kompatibel mit den Plus-Modellen des Raspberry Pi und des Raspberry Pi 2. Für den Aufsatz auf ältere Modelle ist eine Adapterplatine erforderlich.  (am)


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