Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/faires-smartphone-fairphone-2-kann-vorbestellt-werden-1507-115274.html    Veröffentlicht: 16.07.2015 15:16    Kurz-URL: https://glm.io/115274

Smartphone

Fairphone 2 kann vorbestellt werden

Das Fairphone 2 kann ab sofort vorbestellt werden. Bis zur Auslieferung des Smartphones dauert es dann aber noch. Die ersten Geräte sollen gegen Ende dieses Jahres geliefert werden.

Fairphone nimmt Vorbestellungen für das Fairphone 2 entgegen: Im Online-Shop des Herstellers kann das Fairphone 2 für 530 Euro vorbestellt werden. Die ersten 15.000 Geräte werden im November 2015 ausgeliefert. Sobald dieses Kontingent verkauft ist, müssen Interessenten sich bis Dezember gedulden.

Der Verkaufspreis für das Fairphone 2 hat sich seit der ersten Ankündigung vor rund einem Monat minimal erhöht. Vor ein paar Wochen peilte der Hersteller noch einen Verkaufspreis von 525 Euro an. In den kommenden Wochen wird Fairphone eine Kostenaufschlüsselung veröffentlichen, damit Käufer nachvollziehen können wofür ihr Geld verwendet wird, wenn sie sich für den Kauf eines Fairphone 2 entscheiden. Das Fairphone 2 soll besonders leicht zu reparieren sein. Ohne viel technisches Wissen sollen sich defekte Komponenten bei Bedarf austauschen lassen.

Dazu wurde eine Art Modulbauweise entwickelt. Jedes Modul ist für eine bestimmte Funktion zuständig. Die jeweiligen Module sollen sich bequem austauschen lassen. Alle Module sind mit unterschiedlichen farblich markierten Schrauben fixiert, damit der Gerätebesitzer eine defekte Komponente ohne viel Mühe ersetzen kann.

Der Hersteller verspricht, dass sich der Touchscreen in weniger als einer Minute erneuern lässt. Dazu müssen der Akkudeckel und der Akku entnommen werden. Dann gilt es, noch zwei Halterungen zu lösen, damit das Display entnommen werden kann. Das Ziel der Macher ist, dass Besitzer eines Fairphone 2 das Gerät möglichst lange behalten und nicht gleich entsorgen, wenn es defekt ist. Die gute technische Ausstattung lässt das durchaus möglich erscheinen.

Neben dem Display lässt sich die Basiseinheit mit Prozessor, Speicher und SIM-Karte auswechseln. Ein weiteres Modul enthält die Hauptkamera mit einem LED-Licht, ein anderes die Netzwerktechnik, die Kopfhörerbuchse, die Front-Kamera, die Status-LED sowie Sensoren. Das Haupt-Mikrofon ist zusammen mit den Lautsprechern, dem Vibrationsmechanismus und dem USB-Anschluss auf einem Bauteil untergebracht.

Solide technische Ausstattung

Das Fairphone 2 hat einen 5 Zoll großen Touchscreen mit einer Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln und wird mittels Gorilla Glass 3 vor Kratzern und Beschädigungen geschützt. Als Prozessor kommt der Quad-Core-Prozessor Snapdragon 801 von Qualcomm zum Einsatz. Die Macher haben sich bewusst gegen Mediatek und für Qualcomm entschieden.

Mediatek gebe nur so viel Code frei, wie das Unternehmen unbedingt muss. Somit konnte nie ein Update des Betriebssystems erscheinen, so dass das erste Modell noch mit Android 4.2.2 läuft. Im neuen Modell stecken 2 GByte Arbeitsspeicher und 32 GByte Flash-Speicher, und es gibt einen Steckplatz für Speicherkarten.

Auf der Gehäuserückseite ist eine 8-Megapixel-Kamera untergebracht, die Kamera vorne liefert 2 Megapixel. Das Smartphone beherrscht LTE und wird mit zwei SIM-Karten-Steckplätzen ausgerüstet sein. Zudem gibt es WLAN nach 802.11 b/g/n/ac sowie Bluetooth 4.0 LE und einen GPS-Empfänger. NFC-Technik hat das Fairphone 2 nicht, aber die Macher haben einen Erweiterungsport implementiert, so dass sich solche Technik nachrüsten lässt.

Auslieferung mit Android 5.1

Das Smartphone misst 143 x 73 x 11 mm, wiegt 148 Gramm und wird mit Android 5.1 alias Lollipop auf den Markt kommen. Im November 2015 wird es dann vermutlich schon eine neue Version geben, derzeit läuft die Entwicklung an Android M noch, erst kürzlich ist eine zweite Vorabversion davon erschienen. Der austauschbare Akku hat eine Kapazität von 2.420 mAh, zur Laufzeit liegen keine Angaben vor.

Wie das erste Fairphone wird auch das neue Modell weitgehend zu fairen Bedingungen hergestellt, soll vor allem so weit wie möglich auf sogenannte Blutmetalle verzichten. Fast alle der im Fairphone verarbeiteten Rohstoffe stammen aus Minen, deren Erträge nachweislich nicht aus konfliktbelasteten Gegenden kommen. Das Projekt setzt damit auf Nachhaltigkeit sowie eine sozial- und umweltverträgliche Herstellung - Fair Trade für Smartphones.  (ip)


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