Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/hohe-reichweite-5er-bmw-mit-wasserstoffantrieb-kommt-500-km-weit-1507-115051.html    Veröffentlicht: 06.07.2015 08:57    Kurz-URL: https://glm.io/115051

Hohe Reichweite

5er BMW mit Wasserstoffantrieb kommt 500 km weit

BMW hat auf seinen Innovationstagen 2015 einen BMW 5er Gran Turismo vorgestellt, der mit einem Wasserstoff-Brennstoffzellenantrieb läuft. Damit will BMW zeigen, wie es sich die Zukunft dieser Technologie für seine Marke vorstellt.

Der BMW 5er Gran Turismo mit Wasserstoff-Brennstoffzellenantrieb ist derzeit nur ein Demonstrationsfahrzeug, das so nicht in den Verkauf gehen wird. Das Auto solle die typischen BMW-Merkmale haben, teilte das Unternehmen bei der Vorstellung mit: Dynamik, Fahrkomfort und Langstreckentauglichkeit.

Dabei werden ein Elektromotor mit 180 kW/245 PS sowie eine Hochvoltbatterie als Zwischenspeicher eingesetzt. Letztere kommt auch in den Elektroautos und Plugin-Hybriden des Konzerns zum Einsatz.

Der Wasserstoff-Speicher befindet sich zwischen Vorder- und Hinterachse. Er hält einem Druck von 700 bar stand. Betankt wird er bei niedriger Temperatur und einem Druck von 350 bar. BMW gibt an, dass der 5er Gran Turismo mit Wasserstoffbrennstoffzelle eine Reichweite von mehr als 500 Kilometer habe, mehr als die meisten Elektrofahrzeuge mit einer Akkufüllung. Die Wasserstoffbetankung funktioniert allerdings wesentlich schneller als das Laden des Akkus.

Kooperation mit Toyota

Bei der Entwicklung des Fahrzeugs hat BMW erstmals mit Toyota kooperiert, so dass die Brennstoffzellen und einige Nebensysteme nicht neu entwickelt werden mussten. Diese Kooperation wurde schon im Jahres 2013 eingeläutet.

Toyota hat mit dem Mittelklassefahrzeug Mirai ("Zukunft") bereits ein Wasserstofffahrzeug in Serie im Programm. Der Mirai soll in Deutschland rund 79.000 Euro kosten. Gegenüber Elektroautos mit Akkus, die am Stromnetz aufgeladen werden müssen, hat der Mirai einen großen Vorteil: Seine Reichweite soll bei 500 km liegen, und der Tank soll in einigen Minuten wieder voll sein. Dafür ist das Tankstellennetz noch sehr klein.

Auch Kritik an der Wasserstofftechnik

Zudem kritisieren Umweltschützer, dass der Wasserstoffbetrieb nur umweltfreundlich sei, wenn die Energie aus erneuerbaren Quellen stamme. Wasserstoff kann unter anderem durch Elektrolyse aus Wasser gewonnen werden. Auch eine Erdgasreformation ist neben diversen anderen Verfahren möglich.

Auch die Konkurrenz arbeitet an solchen Modellen: Mercedes, Ford und Nissan entwickeln einen neuen Brennstoffzellen-Antriebsstrang, 2017 sollen die ersten damit ausgerüsteten Autos auf den Markt kommen.

BMW beschäftigt sich bereits seit Jahren mit der Nutzung von Wasserstoff als Energieträger. Mit dem BMW Hydrogen 7 wurde 2006 die erste von einem Wasserstoffverbrennungsmotor angetriebene Luxuslimousine vorgestellt.  (ad)


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