Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/ui-framework-qt-5-5-vereinfacht-3d-darstellungen-1507-115004.html    Veröffentlicht: 02.07.2015 15:24    Kurz-URL: https://glm.io/115004

UI-Framework

Qt 5.5 vereinfacht 3D-Darstellungen

Mit der neuen Version 5.5 von Qt lässt sich einfach WebGL in Qt Quick nutzen, und auch OpenGL kann einfacher genutzt werden. Zudem ist nun die Verwendung einer Routenplanung möglich, und das Framework ist auf Windows 10 vorbereitet.

Das UI-Framework Qt ist in Version 5.5 erschienen. Neben verschiedenen Leistungsverbesserungen und dem Beheben von Fehlern hat das Entwicklerteam vor allem bestehende Funktionen ausgebaut. Dadurch soll eine größere Ähnlichkeit zwischen den unterstützten Plattformen hergestellt sowie die Nutzung vereinfacht werden. Letzteres trifft vor allem auf die neuen 3D-Techniken in Qt zu.

So steht nun das bisher als Vorschau enthaltene Canvas-3D-Modul stabil bereit. Damit lässt sich eine eng an WebGL angelehnte API innerhalb von QML-Code benutzen. So kann Low-Level-Code für WebGL eingesetzt werden ebenso wie Javascript-Code - zum Beispiel Three.js.

Neu als Vorschau bietet Qt 5.5 eine fast komplette Neufassung des 3D-Moduls. Dieses war zwar bereits mit Qt 4 verfügbar und der Zugriff auf OpenGL war gar noch früher möglich. Mit dem neuen Modul jedoch sollen moderne 3D-Fähigkeiten leichter als bisher benutzt werden können, wie die Hauptentwickler des Moduls von KDAB schreiben. Zudem ist die Bibliothek so gestaltet, dass diese künftig um neue Funktionen erweitert werden könnte, etwa um eine Physik-Simulation oder 3D-Audio.

Routenplanung und BluetoothLE

Zusätzlich zum Positionsmodul ist nun auch ein Lokationsmodul in Qt vorhanden. Dieses ermöglicht die Einbindung von Karten, Geocoding oder auch einer Routenplanung. Gemeinsam sollten die genannten Bibliotheken alle Bedürfnisse standortabhängiger Anwendungen bedienen können. Als Kartenmaterial kann bisher Nokia Here, Mapbox oder die Openstreetmap verwendet werden.

Darüber hinaus kann BluetoothLE nun auch unter Android, Mac OS X und iOS genutzt werden, bisher stand das Modul nur für Linux bereit. Viel Arbeit hat das Team eigenen Aussagen zufolge auch in die Multimediaunterstützung gesteckt. So wird nun das Framework GStreamer 1.0 unterstützt, und Videoinhalte lassen sich filtern, was über die Integration von OpenCL oder Cuda ausgeweitet werden kann.

Die Qt-Webengine basiert nun auf Chromium 40 und gilt als Komplettersatz für Qt Webkit, das zwar noch mit ausgeliefert, aber als überholt bezeichnet wird. Ebenfalls nicht mehr weiterentwickelt werden Qt Quick 1 und Qt Script, für die ein aktueller Ersatz bereitsteht.

Qt 5.5 steht in der freien Version zum Download bereit. Außerdem bietet das Qt-Unternehmen nun zwei grundlegende kommerzielle Lizenzierungsmöglichkeiten: eine zur Anwendungsentwicklung und eine für Embedded-Geräte. Die Arbeiten an dem Port für Windows 10 sind so weit fortgeschritten, dass das neue System von Microsoft nach dessen Veröffentlichung mit einem einfachen Update von Qt unterstützt werden können soll.  (sg)


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