Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/verivox-prosiebensat-1-zahlt-170-millionen-euro-fuer-vergleichsportal-1506-114898.html    Veröffentlicht: 26.06.2015 13:29    Kurz-URL: https://glm.io/114898

Verivox

ProSiebenSat.1 zahlt 170 Millionen Euro für Vergleichsportal

Nach dem Kauf durch ProSiebenSat.1 gehören Verivox, Toptarif und Preis24.de zum gleichen Unternehmen. Der Senderkonzern will die Preissuchmaschine nun massiv bewerben.

ProSiebenSat.1 kauft das Vergleichsportal Verivox. Das gab der Medienkonzern am 26. Juni 2015 bekannt. ProSiebenSat.1 übernimmt 80 Prozent der Anteile an Verivox für einen Kaufpreis von rund 170 Millionen Euro. Dazu kommt eine variable Komponente, die vom operativen Ergebnis von Verivox im Jahr 2015 abhängt und maximal 40 Millionen Euro beträgt.

Die bisherigen Eigner unter der Führung von Oakley Capital werden mit einem Minderheitsanteil weiter an der Suchmaschine beteiligt bleiben, wie der TV-Konzern mitteilte.

Christian Wegner, Digital-Vorstand der ProSiebenSat.1 Group, erklärte, die Marketing-Power der TV-Sender nutzen zu wollen, um Verivox in den kommenden Jahren zu einem führenden Portal zu machen.

Die Übernahme benötigt die Genehmigung des Bundeskartellamts. Der Kauf läuft über die ProSiebenSat.1-Tochter 7Commerce, zu der seit März 2015 eine Mehrheitsbeteiligung von 85 Prozent an der Preissuchmaschine Preis24.de gehört.

Die Tarifvergleichsplattform Verivox hatte im Juli 2014 den Konkurrenten Toptarif aus Berlin gekauft. Die beiden Plattformen bieten Vergleichsrechner für die Bereiche Energie, Telekommunikation, Finanzen und Versicherungen an.

Hohe Fehlerquote

Verivox hatte bereits im Mai 2014 die Versicherungsportale Transparo und Aspect Online von HUK Coburg gekauft.

Preissuchmaschinen haben eine hohe Fehlerquote von rund 25 Prozent. Das hat eine Stichprobe der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen vom September 2014 ergeben. Untersucht wurden Billiger, Evendi, Guenstiger, Idealo, Google/Shopping, Kelkoo, Meta-Preisvergleich und andere. Bei jeder vierten Anzeige stimmten Produktpreis oder Versandkosten nicht mit den Angaben auf der Seite des Händlers überein.

Die Preisdaten von Verivox wurden nicht beanstandet.  (asa)


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