Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/ericsson-innovation-day-erstes-5g-handy-in-toastergroesse-bis-ende-2015-1506-114832.html    Veröffentlicht: 23.06.2015 16:01    Kurz-URL: https://glm.io/114832

Ericsson Innovation Day

Erstes 5G-Handy in Toastergröße bis Ende 2015

Der Netzwerkausrüster Ericsson legt sich zeitlich zum Mobilfunk der 5. Generation fest. Auch, wo die ersten Testnetzwerke stehen sollen, wurde gesagt und, wie es mit der Drosselung in 10-GBit/s-Netzen weitergeht.

Bis Ende des Jahres soll das erste 5G-Endgerät in der Größe eines Toasters kommen. Das sagte Norbert Niebert, Leiter der Abteilung Technology und Business Lab des Ericsson Eurolabs Aachen, im Gespräch mit Golem.de. Vom 23. bis 24. Juni läuft in Herzogenrath der Ericsson Innovation Day. "Das Endgerät bewegt sich von der Rollator-Größe im Jahr 2014 hin zum Toaster. Es wird mit 15 GHz arbeiten und noch kein endgültiges 5G-Gerät sein." Basisstationen sollen zeitgleich fertig werden. Standardkonforme 5G-Smartphones würden erst 2019 in die Produktion gehen.

Bis 2020 soll die fünfte Generation des Mobilfunks marktreif sein. Im Vergleich zu den derzeitigen 4G-Mobilfunknetzen bietet 5G neben einer deutlich größeren Kapazität geringe Latenzzeiten von 10 bis weniger als einer Millisekunde. Der künftige 5G-Standard soll eine Datenübertragungsrate von 10 GBit/s bringen.

Beam Forming, gerichtete Übertragung, soll die Netzwerkleistung fokussieren. "Wir errichten ein Testnetzwerk hier in Herzogenrath, eines in Dresden und ein weiteres am Kings College in London", erklärte Niebert. Im Jahr 2017 gäbe es erste komplette Testnetzwerke.

Was wichtiger als eine hohe Datenrate ist

Weitere wichtige Bestandteile von 5G werden LTE als die Basis der Netzwerktechnik, Software-Defined Networking (SDN) und eine Energieeffizienz sein, die 1.000-mal mehr Traffic mit der Hälfte des heutigen Energiebedarfs ermöglicht. Niebert betonte: "Dabei ist die niedrige Latenz fast noch wichtiger als die hohe Datenrate. Wir müssen zuverlässig unter die 10 ms kommen." Sensoren würden überall sein, "wie Staub", sagte Niebert.

Angesprochen auf die Praxis der Drosselung der Mobilfunkbetreiber in den künftigen Netzwerken mit einer Kapazität von 10 GBit/s sagte Niebert: "Ich hoffe, dass die Nutzer die vorhandene mobile Kapazität dann auch wirklich bekommen."

Für die Akzeptanz von 5G in der Bevölkerung sei es wichtig, in Europa konkrete Ziele für den Standard zu benennen, etwa im Bereich autonomes Fahren oder bei der Energiewende.

"Es ist Konsens in der Branche, unter Mobilfunkausrüstern und Betreibern, dass wir alle zehn Jahre alles über den Haufen werfen und dann neu anfangen. Wer zögert, verschwindet vom Markt", sagte Niebert. Schneller als zehn Jahre sei der Innovationszyklus aber auch nicht machbar, weil die Investitionen sonst nicht refinanziert werden könnten.

Bei 5G arbeitet Ericsson nach eigenen Angaben mit der Deutschen Telekom und Vodafone zusammen.  (asa)


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