Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/ghost-recon-wildlands-drogenkrieg-in-duenner-luft-1506-114808.html    Veröffentlicht: 22.06.2015 17:25    Kurz-URL: https://glm.io/114808

Ghost Recon Wildlands

Drogenkrieg in dünner Luft

Rund 3.000 Meter hoch und so groß wie vermutlich keine andere offene Spielwelt soll die Umgebung von Ghost Recon Wildlands werden. Spieler kämpfen in den imposant gestalteten Bergen von Bolivien, in kleinen Dörfern und auf Salzseen.

Mit dem Santa-Blanca-Kartell möchte man lieber keine Scherereien haben. Zumindest im Actionspiel Ghost Recon Wildlands herrscht es mit eiserner Faust in den Bergen von Bolivien - und schreckt auch nicht davor zurück, die Hälfte der Einwohner eines kleinen Dorfes am örtlichen Strommast aufzuknüpfen, während die andere Hälfte mehr oder weniger freiwillig auf dem Kirchplatz mit Tequila und Drogen zu wilden Partys "eingeladen" wird und zum Amüsement der Ganoven feiern muss.

Einer, der nicht mitfeiert, ist Luis El Chango Alvarez. Der Kleinganove stand im Mittelpunkt der Beispielmission, mit der das aus Paris stammende Entwicklerstudio von Ubisoft sein Werk vorgestellt hat. Dessen auffälligstes Merkmal ist die riesige, frei zugängliche Welt. Damit haben auf der E3 zwar sehr viele Games geworben, aber zumindest nach Angaben der Entwickler schlägt die schiere Größe der Landschaft alles, was sonst so gibt - von Flugsimulationen und ähnlichen Titeln einmal abgesehen.

Wildlands basiert auf einer neuen, intern programmierten Engine, nähere Angaben dazu hat das Team nicht gemacht. Die Grafik vor allem der Landschaft mit ihren Bergen, Steilhängen und kleinen Dörfern wirkt beeindruckend. Allerdings hat das Programm auch den kleinen Vorteil, dass es fast keine Pflanzen darstellen muss: Ein großer Teil der Spielwelt befindet sich in einer Höhe von etwa 3.000 Metern, also jenseits der Baumgrenze - es soll aber auch Täler mit dichtem Dschungel geben.

Nur ein paar grafische Kleinigkeiten haben bei der Präsentation noch keinen ganz überzeugenden Eindruck gemacht: Als etwa ein Helikopter auf einem Salzsee landet, wirkt der aufgewirbelte Staub noch sehr pixelig - aber derartiges sollte optimierbar sein.

Zurück zum Kleinganoven Luis El Chango Alvarez. Der will eigentlich gegenüber den Behörden auspacken, aber das Kartell hat davon erfahren und Alvarez in einen Käfig gesperrt. Aufgabe des oder der Spieler: Mit einem aus vier Mitgliedern einer US-Spezialeinheit namens Ghosts bestehenden Team muss der Überläufer befreit werden. Das funktioniert entweder im Koop- oder im Einzelspielermodus. Eine klassische Kampagne soll Wildlands aber nicht bieten; Details will Ubisoft erst später bekannt geben.

Taktik über viele Kilometer

Der Kern von Wildlands ist ein klassischer Taktik-Shooter, nur eben in einer Welt mit sehr großen Ausmaßen. Wo die Mitglieder eines Eliteteams sonst normalerweise ein paar Dutzend Meter voneinander entfernt agieren, sind die Soldaten in Bolivien kilometerweit voneinander entfernt und entsprechend auf sich allein gestellt. Falls also einer der Kämpfer mit dem Quad unterwegs ist und dann in einen Hinterhalt gerät, muss er mit etwas Pech selbst um sein Überleben kämpfen - obwohl er mit seinen Kameraden natürlich per Funk in Kontakt steht.

Bei der Befreiung von Alvarez in der Beispielmission hat sich einer der vier Soldaten in die Nähe des Gefangenenlagers begeben, erkundet das Gebiet und die Sicherheitssysteme des Drogenkartells mit einer ferngesteuerten Drohne und wartet dann mit dem Scharfschützengewehr im Anschlag auf seinen Einsatz.

Die drei anderen klettern in einen Helikopter, fliegen zu dem Dorf - in dem übrigens immer noch gefeiert wird. Dann springt einer der Spieler mit dem Fallschirm ab, trifft sich mit seinem Kameraden am Boden und gemeinsam befreien sie Alvarez. Den bringen sie zu einem Auto, während ihre Kumpels im Heli die sofort auftauchenden Verfolger aus der Luft beschießen. Ganz zum Schluss treffen sich die Spieler im Auto und im Heli auf einem Salzsee und fliegen gemeinsam mit dem Überläufer in ihr Camp.

Die Entwickler betonen, dass es sehr viele Möglichkeiten geben würde, die Mission erfolgreich zu lösen. So sei es eine Option, dank des Tag- und Nachtwechsels auf die Dunkelheit zu warten, sich dann in das Dorf mit Alvarez zu schleichen und diesen mit viel Glück ohne Schusswechsel zu befreien. Wer sehr viel Geduld hat, soll auch auf schlechte Sicht bei Regen oder ähnlichen Bedingungen warten können. Denn eigentlich soll Wildlands auch ein dynamisches Wettersystem bieten - aber auch im virtuellen Bolivien dürfte meistens die Sonne scheinen.

Ghost Recon Wildlands befindet sich seit 2012 in der Entwicklung. Das Team war mehrere Wochen vor Ort in Bolivien, und hat sich bei der Recherche angeblich auch von den Behörden des Landes helfen lassen. Nach aktuellem Stand soll der Taktik-Shooter im Laufe des Jahres 2016 für Windows-PC, Xbox One und Playstation 4 erscheinen.  (ps)


Verwandte Artikel:
Ghost Recon Wildlands im Test: Willkommen in der wunderschönen Drogenhölle   
(08.03.2017, https://glm.io/126599 )
South Park 2 im Kurztest: Superquatschhelden plus Strategie   
(01.11.2017, https://glm.io/130915 )
Action: Black Ops 4 und The Division 2 angekündigt   
(09.03.2018, https://glm.io/133235 )
Kingdom Come Deliverance: Der Mittelalter-Simulator   
(25.06.2015, https://glm.io/114710 )
Ghost Recon Wildlands: Mehr Komfort per Patch veröffentlicht   
(19.05.2017, https://glm.io/127938 )

© 1997–2020 Golem.de, https://www.golem.de/