Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/moonraker-microsoft-verhinderte-nokias-smartwatch-1506-114648.html    Veröffentlicht: 14.06.2015 10:31    Kurz-URL: https://glm.io/114648

Moonraker

Microsoft verhinderte Nokias Smartwatch

Nokias Smartwatch sollte Moonraker heißen, kam aber nie auf den Markt. Microsoft beendete das Projekt, bevor die Smartwatch fertig entwickelt war. Nokia soll einige interessante Ideen dafür erdacht haben.

Weder Nokia noch Microsoft bieten bisher eine Smartwatch an und überlassen den Markt erst einmal der Konkurrenz. Dabei hatte Nokia eigentlich vor, vorne mit dabei zu sein. Denn das Unternehmen hatte eine eigene Smartwatch entwickelt, die aber der Übernahme durch Microsoft zum Opfer fiel, wie The Verge mit Verweis auf mehrere vertrauliche Quellen, die mit der Materie vertraut sind, berichtet. Die Smartwatch sollte dabei die Design-Ideen von Windows Phone verwenden und mit Moonraker nach dem gleichnamigen James-Bond-Film benannt sein.

Markteinführung der Smartwatch war fest eingeplant

Eigentlich sei von Nokia geplant gewesen, die Moonraker-Smartwatch zusammen mit dem Lumia 930 im Sommer 2014 auf den Markt zu bringen, heißt es. Weil aber Microsoft bei der Nokia-Übernahme das gesamte Projekt einstellte, kam die Armbanduhr nie auf den Markt. Nokia hatte funktionierende Prototypen der Smartwatch ausgewählten Kunden auf dem Mobile World Congress 2014 gezeigt, um das Interesse auszutesten.

Microsoft stellte das Moonraker-Projekt ein, weil die Markteinführung eines anderen Handgelenk-Zubehörs bevorstand: von Microsofts Band.

Die Moonraker-Smartwatch hatte eine Reihe von Sensoren, um eine automatisierte Bedienung zu ermöglichen. Wenn der Arm mit der Smartwatch am Handgelenk hochgehoben wurde, schaltete sich das Display ein und zeigte die eingegangenen Benachrichtigungen an. Wurde der Arm gesenkt, schaltete sich das Display wieder aus. Damit sollte eine möglichst lange Akkulaufzeit erreicht werden, indem das Display oft ausgeschaltet wurde.

Smartwatch im Windows-Phone-Design

Die Bedienoberfläche wurde an das Windows-Phone-Design angepasst, es gab einen einfachen E-Mail-Client, eine Telefon- und eine Nachrichten- sowie eine Facebook-App. Demnach konnte das Moonraker-Modell auch zum Telefonieren verwendet werden. Zudem soll es eine Funktion gegeben haben, um eine Smartphone-Kamera aus der Ferne auszulösen. Das Aussehen der Zifferblätter hätte vom Nutzer verändert werden können und es gab verschiedenfarbige Armbänder für die Uhr.

Derzeit wird davon ausgegangen, dass diese Smartwatch niemals auf den Markt kommen wird. Offen ist aber, ob Microsoft einige der Ideen für andere Produkte verwenden wird. Derzeit werde an einer neuen Version von Band gearbeitet. Dabei soll die Software-Plattform bestehen bleiben, aber die Oberfläche erneuert werden. Vermutlich wird Microsofts Band 2 noch in diesem Jahr nach dem Verkaufsstart von Windows 10 erscheinen.  (ip)


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