Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/elektroauto-tesla-gibt-akku-tauschmoeglichkeit-keine-chance-1506-114571.html    Veröffentlicht: 10.06.2015 08:46    Kurz-URL: https://glm.io/114571

Elektroauto

Tesla gibt Akku-Tauschmöglichkeit keine Chance

Das Tesla S bietet die Möglichkeit, den Akku des Elektroautos in kurzer Zeit auszutauschen - zum Beispiel gegen ein voll geladenes Exemplar. Eine Tauschstation betreibt der Hersteller auch, doch die hat keine Zukunft, wie Elon Musk andeutete. Das Kundeninteresse fehlt.

Ein Nachteil von Elektroautos ist die vergleichsweise lange Ladedauer ihrer Akkus, die, verbunden mit geringer Reichweite, viele Interessenten davon abhält, auf die Technik umzusteigen. Dem Problem begegnet Tesla Motors auf zweierlei Art. Zum einen baut das Unternehmen zahlreiche Elektrotankstellen (Supercharger) auf, die die Akkus der Fahrzeuge sehr schnell aufladen, zum anderen wurde eine Technik entwickelt, den Akku selbst innerhalb weniger Minuten robotergesteuert zu wechseln - natürlich gegen ein voll geladenes Exemplar. So soll die Fahrt genauso schnell fortgesetzt werden können wie beim gewöhnlichen Tankvorgang mit Benzin oder Diesel.

Tesla unterhält auch eine solche Austauschstation zwischen Los Angeles und San Francisco, ist jedoch über deren Auslastung sehr unzufrieden. In einer Reaktion auf eine Aktionärsanfrage, die The Verge vorliegt, teilte Tesla-Chef Elon Musk mit, dass zwar Besitzer des Tesla S in Kalifornien eingeladen wurden, diese Station zu nutzen, doch von den 200 eingeladenen Personen wurde die Austauschfunktion nur von 4 oder 5 Leuten benutzt. Musk verschwieg allerdings, dass der Austausch nur mit einer Terminvereinbarung vollzogen wird - ein Umstand, der aber wichtig für die Akzeptanz der Technik ist.

Musk schlussfolgert aus der geringen Nutzungsrate allerdings, dass die Kunden schlicht am Akku-Austauschprogramm nicht interessiert sind. Die Supercharger arbeiten schnell genug, um bei kurzen Zwischenstopps den Akku wieder so weit aufzuladen, um zur nächsten Station gelangen zu können. Das ist nicht ganz falsch. Das Model S mit 85-kWh-Akku ist nach 30 Minuten (ausgehend von 10 Prozent Restladung) wieder in der Lage, eine Strecke von rund 270 km zu fahren, allerdings nur bei Normverbrauch. Tesla gibt eine Reichweite von 502 km (NEFZ) bei voll geladenem Akku an.

Zudem ist das Laden an den Superchargern kostenlos - der Strompreis ist bereits im Kaufpreis des Teslas enthalten. In Deutschland gilt diese Regelung ebenfalls, wobei es hierzulande aber noch recht wenig Supercharger gibt.

So wurde zwar eine Station mit zwei Ladeplätzen in Berlin-Schönefeld im Süden der Hauptstadt nahe des Flughafens aufgestellt, doch die ist nur an den Wochentagen und am Samstag während der Öffnungszeiten des angeschlossenen Tesla-Service-Zentrums geöffnet - also etwa von 9 bis 18 Uhr an Wochentagen.

In Deutschland wie auch in den USA sind die Supercharger oft in der Nähe von Autobahnen platziert - denn schließlich sind sie dafür gedacht, die elektrische Überlandfahrt zu ermöglichen und nicht, wie Musk noch einmal ausdrücklich betonte, um das Auto für die tägliche Nutzung aufzuladen, was aber einige Fahrzeugbesitzer exzessiv machen würden. Mit denen will sich Tesla in Verbindung setzen, steht in der ausführlichen Antwort auf die Aktionärsanfrage. Verbieten will man ihnen die Nutzung aber nicht.  (ad)


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