Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/trinken-heisst-laufen-alkoholsensoren-sollen-sicherheit-beim-autofahren-erhoehen-1506-114522.html    Veröffentlicht: 08.06.2015 10:42    Kurz-URL: https://glm.io/114522

Trinken heißt Laufen

Alkoholsensoren sollen Sicherheit beim Autofahren erhöhen

Wer sich künftig ins Auto setzt und ein Glas zu viel getrunken hat, bleibt an Ort und Stelle, denn das Fahrzeug lässt sich nicht mehr starten. Erkennen sollen das Sensoren, die entweder den Atem des Fahrers oder gleich sein Blut untersuchen.

Das "Driver Alcohol Detection System for Safety" (DADSS) ist ein Forschungsprogramm von 17 Automobilherstellern, der Fahrsicherheitsbehörde NHTSA der USA sowie einigen Universitäten - und hat zum Ziel, Autofahrten unter Alkoholeinfluss zu verhindern. Die Alkoholkontrolle sollen Sensoren im Fahrzeug übernehmen.

Derzeit werden zwei Verfahren parallel erforscht. Eines soll den Alkoholgehalt im Atem erkennen und verwendet infrarotes Licht, mit dem der Fahrer bestrahlt wird. Eine Kamera erkennt den Unterschied zwischen Sauerstoff, Kohlendioxid und Alkohol, weil diese Stoffe unterschiedlich starke Reflexionsverhalten aufweisen. Die Sensoren sollen dabei ausschließlich den Atem des Fahrers untersuchen, versprechen die Initiatoren. Die Sensorik wird vom schwedischen Zulieferer Autoliv Development entwickelt.

Darüber hinaus wird an einem Verfahren geforscht, bei dem der Fahrer einen Sensor berührt, der beispielsweise im Schlüssel, Startknopf oder dem Schalthebel sitzt. Auch hier wird auf infrarotes Licht gesetzt und eine Spektroskopie durchgeführt, um den Alkoholgehalt des Blutes bestimmen zu können. Das System wird in einem Joint Venture von den Zulieferern Takata und Trutouch entwickelt.

Nulltoleranz oder Promillegrenze

Das System soll sogar in die Lage versetzt werden, die Blutalkoholkonzentration zu bestimmen. Je nach Land und Fahrer kann auch eine Null-Toleranz-Grenze eingegeben werden. In vielen Ländern dürfen Fahranfänger keinen Tropfen Alkohol trinken.

Das Forschungsvorhaben läuft seit 2008 und noch immer ist kein Ende in Sicht. In einigen Jahren sei mit Tests zu rechnen, so Mark Rosekind von der NHTSA gegenüber The Register. "DADSS hat ein enormes Potenzial, Trunkenheitsfahrten in bestimmten Bevölkerungsschichten zu verhindern - beispielsweise bei jugendlichen Fahrern oder Leihwagen", so Rosskind. Die Sensortechnik könnte eines Tages wie ein zusätzliches Ausstattungsmerkmal geordert werden, so The Register. Derzeit gibt es keine Pläne, das System verpflichtend einzuführen, heißt es auf der Website der nationalen Verkehrssicherheitsbehörde der USA.  (ad)


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