Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/cyberangriff-hacker-dringen-in-personalbehoerde-der-us-regierung-ein-1506-114498.html    Veröffentlicht: 05.06.2015 14:27    Kurz-URL: https://glm.io/114498

Cyberangriff

Hacker dringen in Personalbehörde der US-Regierung ein

Unbekannte Hacker sind in US-Regierungscomputer mit persönlichen Daten von möglicherweise Millionen Regierungsangestellten eingedrungen. Wieder einmal soll China dahinterstecken. Dort streitet man die Vorwürfe ab.

Die Personalbehörde der US-Regierung ist Opfer eines Cyberangriffs geworden. Hacker sollen nach US-Medienberichten in Computer des Office of Personnel Management (OPM) eingedrungen sein. Die Behörde unterrichtet nach eigenen Angaben etwa vier Millionen Amerikaner über einen möglichen Datenklau. Es handele sich um sensible Daten, die zu finanziellen Betrügereien missbraucht werden könnten, teilte das OPM mit.

Ein Regierungsbeamter sprach im Wall Street Journal von "einem der größten Diebstähle von Regierungsdaten, die es jemals gab". Berichte, wonach Hacker aus China hinter der Attacke steckten, wollte die Behörde allerdings zunächst nicht bestätigen. Ein Sprecher der chinesischen Botschaft bestritt nach Angaben des US-Senders NBC News eine Verwicklung seines Landes. In einem Kommentar der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua war von "einem weiteren Fall gewohnheitsmäßiger Verleumdung Washingtons gegenüber China wegen Cyber-Sicherheit" die Rede. China sei selbst ein Opfer von Hackern.

Auch verwies der Kommentar der Staatsagentur auf die Enthüllungen des Informanten Edward Snowden über Schnüffeleien sowie Spionage durch die USA im Internet, die sich auch gegen China gerichtet hätten. Die USA sollten aufhören, mit zweierlei Maß zu messen.

Daten von jetzigen und ehemaligen Mitarbeitern betroffen

Betroffen von dem Angriff seien Daten gegenwärtiger sowie früherer Mitarbeiter, teilte die OPM mit. Man habe den Angriff bereits im April entdeckt. Die Behörde rief unter anderem dazu auf, Kontobewegungen genau zu verfolgen und möglichen Missbrauch sofort zu melden.

Das Heimatschutzministerium und die Bundespolizei FBI hätten Ermittlungen aufgenommen, hieß es weiter. Zudem habe man die eigenen Sicherheitsmaßnahmen sofort verstärkt, teilte die OPM mit.

Erst in den vergangenen Monaten waren unter anderem das Außenministerium und das Weiße Haus zum Ziel von Cyberangriffen geworden. Immer wieder deuten US-Ermittler in Richtung China, vereinzelt aber auch in Richtung Russland. Zum Jahresende 2014 machte der Angriff mutmaßlicher nordkoreanischer Hacker auf die Computer von Sony Pictures weltweit Schlagzeilen.

Obama warnte im April, die Bedrohung durch Hacker gehöre zu den größten Herausforderungen für die Wirtschaft und die nationale Sicherheit des Landes. Zugleich verfügte er einen Exekutiverlass, um Verantwortliche, die hinter solchen Angriffen stecken, mit Sanktionen zu belegen.  (dpa)


Verwandte Artikel:
Shared Hosting: Keine russischen Trolle bei Berliner Antifas   
(16.05.2019, https://glm.io/141309 )
Bundestag: Neue Volkszählung kommt 2021   
(07.06.2019, https://glm.io/141762 )
Citrix-Hack: Fast sechs Monate lang Zugriff auf internes Citrix-Netzwerk   
(01.05.2019, https://glm.io/140983 )
US-Boykott: Google will weiter mit Huawei zusammenarbeiten   
(07.06.2019, https://glm.io/141759 )
Europa: Mobilfunk zwei Stunden lang über China Telecom geleitet   
(09.06.2019, https://glm.io/141778 )

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/