Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/farb-smartwatch-pebble-time-begeistert-bastler-von-ifixit-1505-114365.html    Veröffentlicht: 31.05.2015 18:49    Kurz-URL: https://glm.io/114365

Farb-Smartwatch

Pebble Time begeistert Bastler von iFixit

So eine hohe Punktwertung für gute Reparierbarkeit gab es noch nie für eine Smartwatch: iFixit gab der Pebble Time 9 von 10 Punkten. Die Uhr ist wertiger aufgebaut als der Vorgänger und soll trotz kleinem Akku länger durchhalten als die meisten Konkurrenten.

Die Pebble Time ist das zweite Kickstarterprojekt des Smartwatch-Herstellers und soll in Kürze die Besteller erreichen. Die Profibastler von iFixit konnten die Uhr trotz ihres bis auf 30 Meter Tiefe wasserdichten Gehäuses leicht öffnen, wobei der Kleber unter dem Deckglas nur leicht erwärmt werden musste.

Die Uhr verfügt über ein Farbdisplay, das ständig eingeschaltet ist, aber eine deutlich geringere Auflösung als beispielsweise das aus der Apple Watch besitzt.

Beim Display unterscheidet sich die Pebble Time wesentlich von bisherigen Smartwatches mit TFT-Display. Bei der Pebble-Smartwatch kommt ein zur Gruppe der E-Paper-Displays gehörendes Modell mit 144 x 168 Pixeln und 64 Farben zum Einsatz, das nach der Memory-in-Pixel-Technik arbeitet. Das E-Paper-Display benötigt nur wenig Energie und ist auch in hellem Sonnenlicht ablesbar. Im Dunkeln kann eine LED eingeschaltet werden.

Der Akku (150 mAh, 0,57 Wh, 3,8 Volt) weist deutlich weniger Kapazität auf als der Stromspeicher der Apple Watch (205 mAh). Dennoch soll die Uhr eine Woche damit auskommen, versprechen zumindest die Entwickler. Ob das in der Realität auch so ist, muss erst ein Test zeigen. Den führte iFixit aber nicht durch. Die Apple Watch hält je nach Gebrauch etwa einen Tag durch. Die Pebble besitzt keinen Touchscreen, sondern wird mit Knöpfen am Uhrengehäuse bedient, unter denen im Gegensatz zur ersten Pebble richtige Mikroschalter sitzen.

Breiter Displayrahmen durch Hardware-Designentscheidung

Die Hauptplatine ist um den zentral angeordneten Akku angebracht. Diese Designentscheidung sorgt für den relativ breiten Rand der Uhr, der nicht, wie ursprünglich angenommen, vom Display herrührt. Auf der Hauptplatine befinden sich der Mikrocontroller ST Micro STM32F439 mit 180 MHz, der auf dem ARM Cortex-M4 basiert. Dazu kommen 16 MByte Flashspeicher (Spansion S29VS128R) und ein Bluetooth-Controller von Texas Instruments. Ein Beschleunigungsmesser und ein Magnetometer sowie die Ansteuerung für den Vibrationsmotor mit einem rotierenden Ungleichgewicht befinden sich ebenfalls auf der Hauptplatine.

Die Pebble Time kann mit Standard-Uhrarmbändern mit einer Breite von 22 mm ausgestattet werden. Das hoben die Bastler von iFixit zusammen mit der leichten Zugänglichkeit besonders hervor und betonten auch, dass Pebble Standardschrauben und ein modulares Design nutzt, mit dem der Austausch des Akkus oder des Uhrenglases leicht sind.

Die Smartwatches Pebble Time und Pebble Time Steel haben auf Kickstarter Zusagen von mehr als 20 Millionen US-Dollar erzielt. Für die Serienfertigung war nur eine halbe Million erforderlich. Damit konnte die bislang größte Finanzierungsrunde der Plattform erfolgreich abgeschlossen werden.

Die Uhren besitzen auf der Rückseite einige Kontakte in der Nähe der Bandanstöße am Gehäuse. Mit Elektronik bestückte Uhrarmbänder können mit einer Lasche Kontakt zur Uhr aufnehmen. Die Spezifikationen dieser Schnittstelle will Pebble offenlegen, damit Drittanbieter eigene Zusatzfunktionen für die Smartwatch bauen können. Denkbar sind ein Pulsmesser, GPS-Module oder NFC, denn diese Funktionen bietet die Pebble im Gegensatz zur Apple Watch nicht. Auch zusätzliche Akkus im Armband erwähnt Pebble.

Die Pebble Time kostete bei Kickstarter 180 US-Dollar als Kunststoff-Version, die Pebble Time Steel mit Metallgehäuse 250 US-Dollar. Später sollen die Modelle auch regulär über den Einzelhandel erhältlich sein, allerdings zu etwas höheren Preisen. iFixit gab der Pebble Time 9 von 10 möglichen Punkten. Die Apple Watch bekam nur 5 von 10 Punkten in Hinblick auf ihre Reparaturfreundlichkeit.  (ad)


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