Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/silk-road-prozess-lebenslange-haft-fuer-ross-ulbricht-1505-114354.html    Veröffentlicht: 30.05.2015 11:04    Kurz-URL: https://glm.io/114354

Silk-Road-Prozess

Lebenslange Haft für Ross Ulbricht

Selbst ein Bittbrief half nichts: Der Silk-Road-Gründer Ross Ulbricht ist zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Er war im Februar 2015 unter anderem wegen Drogenhandel und Geldwäsche schuldig gesprochen worden.

Zweimal lebenslänglich und noch einige weitere Jahre, so lautet das Strafmaß für Ross Ulbricht. Ulbricht war im Februar schuldig gesprochen worden, als Gründer der Online-Handelsplattform Silk Road mit Drogenhandel Bitcoins im Wert von 18 Millionen US-Dollar verdient zu haben. Für den Drogenhandel in zwei Fällen erhielt Ulbricht jeweils eine lebenslängliche Strafe.

Ulbricht wurde außerdem wegen Geldwäsche zu 20 Jahren Haft verurteilt. Zusätzlich befanden die Geschworenen Ulbricht der Verschwörung zum Computereinbruch und der Verteilung gefälschter Dokumente für schuldig. Für diese Anklagepunkte verurteilte ein Bezirksgericht in New York ihn jeweils zu fünf Jahren. Der Vorwurf der Anstiftung zum Mord war nicht Teil der Verhandlung. Dafür muss Ulbricht sich später vor einem anderen Gericht verantworten.

Keine Milde trotz Bittbriefs

Mit einem Brief an Richterin Katherine Forrest und mit einem Appell vor der Verkündung des Strafmaßes hatte Ulbricht vergeblich versucht, ein milderes Urteil zu erwirken. Jetzt will er in Berufung gehen.

Die Staatsanwaltschaft hatte versucht zu beweisen, dass Ulbricht Dread Pirate Roberts gewesen ist. Unter diesem Decknamen hatte der Betreiber von Silk Road agiert. Die auf dem Laptop des Angeklagten gefundenen Chatprotokolle und weitere Dokumente wurden als Beweismittel vorgelegt. Bei seiner Verhaftung sei er als Dread Pirate Roberts eingeloggt gewesen. Sein Laptop wurde bei seiner Verhaftung beschlagnahmt.

Korrupte Drogenfahnder

Vor Gericht behauptete Ulbricht, die Handelsplattform lediglich gestartet und sich bald darauf zurückgezogen zu haben. Unter einem Vorwand sei er von den späteren Betreibern wieder zurückgelockt worden und habe dann als deren Bauernopfer herhalten müssen. Er bestritt, Dread Pirate Roberts gewesen zu sein. Ulbricht hatte in dem Prozess nicht selbst ausgesagt und seine Verteidigung hatte lediglich drei Leumundszeugen aufgerufen. Vor dem Prozess habe die Staatsanwaltschaft keine sinnvolle Abmachung angeboten, um Ulbrichts Strafmaß zu verringern, sagte sein Anwalt.

Nach dem Schuldspruch wurden ein Beamter der Drogenfahndungsbehörde DEA namens Carl Force und ein Agent des Secret Service namens Shaun Bridges wegen des Verdachts festgenommen, die Ermittlungen gegen Ulbricht genutzt zu haben, um sich zu bereichern. Force soll Ulbricht mit Informationen aus den Ermittlungsakten erpresst haben, mit dem Ziel 250.000 US-Dollar abzukassieren.  (jt)


Verwandte Artikel:
Drogenhandel: Weltweit größter Darknet-Marktplatz Alphabay ausgehoben   
(20.07.2017, https://glm.io/129053 )
Supercomputer: Atomwissenschaftler bei Bitcoin-Mining erwischt   
(10.02.2018, https://glm.io/132700 )
Fast 8.000 Fälle: FBI kann jedes zweite Gerät nicht mehr knacken   
(11.01.2018, https://glm.io/132106 )
Bitcoin und Ether: US-Kreditkartenunternehmen sperren Kauf von Kryptowährungen   
(03.02.2018, https://glm.io/132565 )
Bitcoin und Co.: Indien lehnt Kryptowährungen als Zahlungsmittel ab   
(01.02.2018, https://glm.io/132524 )

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/