Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/sexting-und-slices-snapchat-will-an-die-boerse-1505-114279.html    Veröffentlicht: 27.05.2015 11:30    Kurz-URL: https://glm.io/114279

Sexting und Slices

Snapchat will an die Börse

Snapchat hat einen Plan für einen Börsengang. Den brauche der Messaging-Dienst, um unabhängig zu bleiben. Der Wert wurde in einer Finanzierungsrunde mit 19 Milliarden US-Dollar angegeben. Außer Sexting sind bei Snapchat Slices populär.

Snapchat wird an die Börse gehen. Der Messaging-Dienst brauche einen Börsengang, um unabhängig zu bleiben, sagte Gründer und Firmenchef Evan Spiegel auf der Code Conference von Recode im kalifornischen Rancho Palos Verdes in der vergangenen Nacht. "Wir brauchen ein IPO. Wir haben einen Plan, wie wir das machen werden", sagte er. Zu einer Zeitplanung für den Börsengang wollte sich Spiegel noch nicht äußern.

Snapchat habe täglich 100 Millionen Nutzer, von denen 65 Prozent selbst Fotos sendeten, erklärte Spiegel. Der Wert des Messaging-Dienstes wurde in einer aktuellen Finanzierungsrunde mit 16 bis 19 Milliarden US-Dollar angegeben. Damit war Snapchat eines der am höchsten bewerteten Privatunternehmen.

Snapchat gab Ende 2014 bekannt, dass das Unternehmen bislang 485,6 Millionen US-Dollar von 23 Investoren erhalten habe, darunter Yahoo, Kleiner Perkins Caufield & Byers, Lightspeed Venture Partners, Benchmark und Institutional Venture Partners.

Slices - animierte Tagebücher

Das Unternehmen Snapchat wurde im Jahr 2011 von drei Studenten der Stanford University gegründet. Eine typische Nachricht ist dort für 10 Sekunden sichtbar. Zudem bietet Snapchat ein mobiles Zahlungssystem, das innerhalb der Snapchat-App läuft. Das Unternehmen hat sich dafür mit Square zusammengetan, einem erfahrenen Anbieter im Bereich des mobilen Bezahlens.

Über Snapchat können Nutzer Bilder verschicken, die automatisch verschwinden, wenn der Adressat sie angesehen hat. Wegen dieses Versprechens versenden vor allem Jugendliche mit der Smartphone-App gern erotische Selfies, was Sexting genannt wird. Die Aufnahmen sind aber nicht geschützt, sie können über Apps von Drittanbietern gespeichert werden oder einfach per Screenshot.

Inzwischen wird Snapchat aber mehr für seine Slices, animierte Tagebücher, genutzt, die auch nach einigen Stunden verschwinden.  (asa)


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