Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/eu-roaming-gebuehren-sollen-doch-abgeschafft-werden-1505-114152.html    Veröffentlicht: 20.05.2015 09:47    Kurz-URL: https://glm.io/114152

EU

Roaming-Gebühren sollen doch abgeschafft werden

Das Hickhack um die Roaming-Abschaffung innerhalb der EU geht weiter. Ein aktueller Gesetzesvorschlag sieht vor, dass die Roaming-Aufschläge doch wegfallen werden. Kürzlich hieß es, die Gebühren würden nicht abgeschafft.

Bis Ende 2018 sollen alle Roaming-Gebühren ersatzlos gestrichen werden. Das sieht ein EU-Gesetzentwurf vor, der dem Handelsblatt vorliegt. Der Entwurf stammt von der Regierung aus Lettland, die derzeit den Vorsitz der EU-Staaten innehat. Der Vorschlag sieht vor, dass in 3,5 Jahren alle Roaming-Gebühren im Mobilfunkbereich entfallen. Eigentlich sollten die Aufschläge bereits Ende 2016 verschwinden.

Damit würde die EU langfristig an ihrem Ziel festhalten, die Roaming-Gebühren innerhalb der Gemeinschaft abzuschaffen. Der Zeitpunkt der Abschaffung würde aber zwei Jahre später erfolgen. Vor einigen Tagen hieß es, viele EU-Staaten wollen die Roaming-Gebühren nicht komplett abschaffen. Dann gäbe es lediglich ein begrenztes Kontingent an Telefonminuten, SMS und Datenverkehr, für den kein Aufpreis anfallen würde.

Freikontingente in der Übergangszeit

Der Vorstoß Lettlands ist der Versuch, hier mit einem Kompromiss eine Einigung zu erzielen. Und der Vorschlag soll Aussicht auf Erfolg haben. In einer Übergangszeit werden Kunden Freikontingente erhalten, für die keine Aufschläge anfallen, heißt es in dem Entwurf. So würde jeder Handynutzer im EU-Ausland für 40 Minuten im Jahr telefonieren können, ohne dass Roaming-Gebühren anfallen.

Der SMS-Versand ohne Preisaufschlag ist auf 40 Mitteilungen pro Jahr beschränkt, ab der 41. SMS würden dann die vereinbarten Roaming-Gebühren anfallen. Für die mobile Internetnutzung im EU-Ausland gäbe es 80 MByte im Jahr ohne Preisaufschlag. Bislang gibt es keine neue Regelung für den Wegfall der Roaming-Gebühren innerhalb der EU, noch ist also nichts entschieden. Nach wie vor will das Europaparlament die Roaming-Aufschläge komplett abschaffen, aber neuerdings regt sich Widerstand aus den EU-Mitgliedstaaten.

Derzeitige Maximalgebühren

Seit einiger Zeit gibt es eine europäische Regelung, mit der die Roaming-Aufschläge gedeckelt sind. Dadurch dürfen Mobilfunkanbieter nur Preise bis zu einem festgelegten Betrag für das EU-Roaming verlangen. Bei abgehenden Telefonaten sind demnach maximal 22,6 Cent pro Minute erlaubt, bei ankommenden Anrufen liegt der Minutenpreis bei 5,9 Cent. Der Preis für SMS liegt pro Nachricht bei 7,1 Cent und beim Datenroaming dürfen es 23,8 Cent pro MByte sein. Alle Preisangaben enthalten die in Deutschland übliche Mehrwertsteuer.  (ip)


Verwandte Artikel:
Mobilfunk: EU-Roamingfreiheit lässt Datennutzung stark steigen   
(03.12.2017, https://glm.io/131460 )
Mobilfunknetze: LTE Roaming hat ähnliche Probleme wie SS7   
(07.12.2017, https://glm.io/131548 )
SMS: Verbraucherzentrale klagt gegen EU-Roaming-Praxis von O2   
(07.08.2017, https://glm.io/129342 )
Datenrate: O2 Großbritannien drosselt mobiles Internet wegen EU-Roaming   
(26.07.2017, https://glm.io/129144 )
Tarife: O2-Kunden kriegen kostenloses EU-Roaming nicht automatisch   
(06.07.2017, https://glm.io/128782 )

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/