Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/action-cam-lily-camera-fliegt-ist-aber-keine-drohne-1505-114033.html    Veröffentlicht: 13.05.2015 11:59    Kurz-URL: https://glm.io/114033

Action Cam

Lily Camera fliegt, ist aber keine Drohne

Das Selbstporträt beim Sport, aufgenommen aus der Luft: Die Lily Camera wird vom Nutzer in die Luft geworfen, sie folgt ihm und filmt ihn von oben. Dennoch sagen die Entwickler, Lily sei keine Drohne. Ist sie aber doch - irgendwie.

Sag bloß nicht Drohne: Lily Camera ist, darauf bestehen die Entwickler Antoine Balaresque und Henry Bradlow, eine fliegende Selfie-Kamera, und kein unbemanntes Fluggerät (Unmanned Aerial Vehicle, UAV), das mit einer Kamera ausgestattet ist.

Der Nutzer soll Lily in die Luft werfen. Die Kamera folgt ihm automatisch in einer Entfernung zwischen 1,75 und 30 Metern, filmt ihn oder macht Bilder. Mehr macht Lily nicht. "Die Leute kaufen sich Drohnen, weil sie sie fliegen wollen. Das geht hiermit nicht, das ist eine Kamera. Man nimmt Bilder damit auf, aber man kann ihren Flug nicht steuern", sagt Bradlow dem US-Wissenschaftsmagazin IEEE Spectrum.

Lily zeichnet Bilder und Töne auf

Lily nimmt Bilder mit einer Auflösung von 12 Megapixeln oder HD-Videos auf - in 1080p mit 60 Bildern pro Sekunde oder in 720p mit 120 Bildern pro Sekunde. Außerdem hat die Kamera ein Mikrofon für die Tonaufzeichnung.

<#youtube id="hP8SnZ0A8S8"> Den Beteuerungen der Entwickler zum Trotz sieht die Lily Camera aus wie ein Quadrocopter: Sie hat vier Rotoren und einen Rumpf in Form eines abgeflachten Balls. Aber ein schicker Quadrocopter: Er besteht aus schwarzem Kunststoff und gebürstetem Aluminium. Der Abstand von Rotor zu Rotor beträgt 26 Zentimeter. Das Gerät wiegt 1,3 Kilogramm. Ein Lithium-Ionen-Akku versorgt die Drohne mit Strom. Mit einer Ladung kann sie etwa 20 Minuten in der Luft bleiben. Die Ladezeit beträgt etwa zwei Stunden.

Die App kann mehr als die Fernsteuerung

Gesteuert wird Lily über eine kleine Fernsteuerung, die der Nutzer in die Tasche steckt oder am Handgelenk trägt. Darüber kann er einige wenige Einstellungen vornehmen, etwa den Flugmodus von Folgen auf Umkreisen ändern oder die Drohne landen lassen. Die Fernsteuerung hat einen Beschleunigungsmesser, der Bewegungsänderungen erkennt, etwa einen Sprung. Die Kamera kann darauf programmiert werden, beim Sprung in den Zeitlupenmodus zu wechseln. Eine Smartphone-App soll mehr Funktionen bieten.

Die Fernsteuerung kommuniziert per Funk mit Lily, und Lily folgt ihr. Dafür benötigt Lily aber durchaus die Fähigkeiten einer Drohne - und auch die entsprechende Ausrüstung, nämlich die übliche Sensorik wie Beschleunigungsmesser, Magnetometer, Barometer, Kreiselinstrument sowie zwei Kameras für den Blick nach vorne und nach unten.

Lily fliegt niedriger als eine Drohne

Bei den Flugspezifikationen zeigt sich, dass Lily nicht als Drohne, sondern als fliegende Kamera konzipiert ist: Lily fliegt maximal 15 Meter hoch und 40 Kilometer pro Stunde schnell - also so hoch, dass sich ein Surfer oder ein Fahrradfahrer aus der Luft aufnehmen lassen können. Mit ihrer Geschwindigkeit sollte sie einem Fahrrad eben noch folgen können.

Lily soll im Februar 2016 auf den Markt kommen. Bestellungen nimmt das Unternehmen Lily Robotics ab sofort entgegen. Die vorbestellten Lily Cameras kosten 500 US-Dollar. Der Ladenpreis soll 1.000 US-Dollar betragen.  (wp)


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