Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/yemeksepeti-lieferheld-kauft-konkurrenten-fuer-589-millionen-dollar-1505-113889.html    Veröffentlicht: 05.05.2015 10:38    Kurz-URL: https://glm.io/113889

Yemeksepeti

Lieferheld kauft Konkurrenten für 589 Millionen Dollar

Lieferheld erwirbt die türkische Essenssuchmaschine Yemeksepeti. Für Delivery Hero ist dies die größte Übernahme in der Firmengeschichte.

Delivery Hero, in Deutschland Lieferheld, kauft das türkische Unternehmen Yemeksepeti. Wie der Vermittler für Essensbestellungen am 5. Mai 2015 bekanntgab, beträgt der Kaufpreis 589 Millionen US-Dollar. Über die Plattformen von Yemeksepeti werden laut den Angaben monatlich rund 3 Millionen Essenslieferungen weitervermittelt.

Yemeksepeti wurde vor rund 15 Jahren gegründet. Das Unternehmen ist auch im Nahen Osten aktiv und betreibt weitere Bestellplattformen in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien, Libanon, Oman, Katar und Jordanien. Delivery Hero ist in dieser Region durch seine Tochterfirma Talabat aktiv, die im März 2015 erworben wurde. Yemeksepeti sei profitabel und werde weiter von dem Team um Mitbegründer Nevzat Aydin geführt. Gleichzeitig übernimmt Delivery Hero auch den griechischen Anbieter e-Food.gr.

Der Kauf wird größtenteils in bar und zu einem geringeren Teil per Aktientausch durchgeführt. Die Anteilseigner von Yemeksepeti, darunter General Atlantic, werden Anteilseigner bei Delivery Hero. Nevzat von Yemeksepeti erhält einen Beratersitz im Aufsichtsrat von Delivery Hero.

Aydin sagte: "In den vergangenen 15 Jahren haben sich viele Investoren für uns interessiert. Wir wollten aber auf den richtigen Zeitpunkt und den richtigen Partner warten."

Delivery Hero kaufte im August 2014 den Konkurrenten Pizza.de. Pizza.de mit Sitz in Braunschweig sollte als eigenständige Marke erhalten bleiben. Medienberichten zufolge kommen die beiden Firmen zusammen auf einen Marktanteil von 75 Prozent in Deutschland. Der Kaufpreis sollte laut einem unbestätigten Bericht bei 290 Millionen Euro liegen. Die Berliner Staatsanwaltschaft hatte noch Ende 2012 Strafbefehl gegen sieben Topmanager von Lieferheld erlassen. Dabei ging es um den Vorwurf der "gemeinschaftlich begangenen (...) gewerbsmäßigen unbefugten Verwertung einer Datenbank" von Pizza.de.  (asa)


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