Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/powerwall-tesla-haengt-den-autoakku-an-die-hauswand-1505-113849.html    Veröffentlicht: 01.05.2015 13:07    Kurz-URL: https://glm.io/113849

Powerwall

Tesla hängt den Autoakku an die Hauswand

Tesla baut Autos und Akkus - und will Letztere jetzt auch Hausbesitzern anbieten. Die Powerwall wird an die Wand gehängt und ist mit Kapazitäten von 10 und 7 kWh erhältlich. Bei Stromausfällen dient sie als Backup und in Smart-Grids als Sparschwein.

Elon Musk hat mit der Powerwall eine Reihe von Lithium-Ionen-Akkus für den Hausgebrauch vorgestellt. Die 10-kWh-Version kostet 3.500 US-Dollar, eine Variante mit 7 kWh wird für 3.000 US-Dollar angeboten. Die Akkus liefern 350 bis 450 Volt bei nominal 5 Ampere, und 8,5 Ampere als Spitzenausgangsleistung. Weitere technische Details sind auf der Produktseite zu finden.

Die in formschönen Wandgehäusen untergebrachten, stationären Akkus wiegen 100 kg, sollen in Teslas Gigafactory parallel zu den Stromspeichern der Elektroautos hergestellt werden und Hausbesitzern als Backup dienen, falls das Stromnetz zusammenbricht. Auch als Speicher für Solarstromerzeuger sind sie gedacht. Die Preise enthalten nicht die Kosten für die Installation, Tesla will sie auch in einem Leasingmodell anbieten. Was das kosten könnte, ist noch nicht bekannt. Die Installation soll innerhalb von eineinhalb Stunden möglich sein. Wer will, kann bis zu neun Powerwalls nebeneinander installieren und so auf eine Kapazität von 90 kWh kommen.

Die Powerwalls lassen sich innen und außen montieren und sollen bei Temperaturen zwischen -20 bis 43 °C betrieben werden können. Die Gehäuse messen etwa 130 x 86 x 18 cm. Tesla gewährt zehn Jahre Garantie. Die Akkus lassen sich ans Internet anschließen und können nach Angaben von Musk als Mikro-Grids fungieren.

Die Powerwalls sind vorbestellbar und sollen in den USA ab Sommer 2015 ausgeliefert werden. Künftig sollen sie auch international angeboten werden. Für Unternehmen und Stromerzeuger sollen Varianten mit 100 kWh angeboten werden, die dann 25.000 US-Dollar kosten.

Der Besitzer der Akkus könnte nicht nur seinen selbst erzeugten Solarstrom speichern, sondern bei Tag- und Nachtstromtarifen oder gar noch variableren Preismodellen auch Strom zum Aufladen kaufen, wenn er günstig ist. Genauso sei eine Einspeisung des Solarstroms ins Netz möglich, wenn viel dafür bezahlt wird. Das Problem dabei: Solche Tarife gibt es noch nicht, sie sind aber ein Ziel von Smart-Grids. Tesla kooperiert mit dem Solarstrom-Spezialisten Solarcity und will weitere Patente kostenlos lizenzieren.

Die Akkus kommen übrigens von Tesla Energy, während die Fahrzeuge von Tesla Motors angeboten werden, was darauf hindeutet, dass Tesla auch formal einen neuen Unternehmensbereich aufgebaut hat. Elon Musk betonte, dass die Akkufabrik in Nevada, die für fünf Milliarden US-Dollar gebaut wird, als weiterer Unternehmensbereich gesehen werden könne.

Die abendliche Presse-Präsentation fand in Teslas Gebäuden in Kalifornien statt und wurde vollständig über Akkus des Unternehmens mit Strom versorgt, die zuvor über Solarzellen auf dem Dach geladen worden waren.  (ad)


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