Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/dora-telepraesenzroboter-mit-oculus-rift-als-steuereinheit-1505-113846.html    Veröffentlicht: 01.05.2015 11:00    Kurz-URL: https://glm.io/113846

Dora

Telepräsenzroboter mit Oculus Rift als Steuereinheit

Der Telepräsenzroboter Dora arbeitet mit einem Oculus Rift zusammen und soll so dem Träger des VR-Headsets das Gefühl vermitteln, vor Ort zu sein. Mit seinen Sensoren überträgt der Roboter Seh- und Höreindrücke, Bewegungen des Anwenders soll er künftig fast ohne Latenz übermitteln.

Das Dora-System (Dexterous Observational Roving Automaton) ist ein Telepräsenzroboter, der über ein Oculus Rift gesteuert wird. Der Roboter selbst besitzt sechs Freiheitsgrade und kann die Bewegungen, die der Benutzer mit seinem Kopf vollzieht, ebenfalls in der Ferne ausführen. Da er Kameras, Mikrofon und Lautsprecher besitzt, könnten dem Brillenträger auch viele Sinneseindrücke aus der Ferne übermittelt werden. So kann der Benutzer über den Telepräsenzroboter zum Beispiel mit anderen Menschen vor Ort interagieren.

Das Oculus Rift übermittelt nicht nur die Lageänderungen des Kopfes, sondern kann mithilfe eines Infrarot-LED-Arrays am Brillengehäuse auch von einer CMOS-Kamera getrackt werden. So lässt sich erkennen, wohin sich der Brillenträger bewegt. Diese Informationen werden ebenfalls zur Steuerung des Dora-Telepräsenzroboters verwendet.

Nach einem Bericht von IEEE Spectrum soll der Roboter derzeit mit Kameras ausgerüstet sein, die mit einer Auflösung von 976 x 582 Pixeln bei 30 Bildern pro Sekunde arbeiten. Damit bleibt das Gerät etwas unter den Möglichkeiten des Oculus Rift, es handelt jedoch noch um einen Prototyp, der künftig mit besseren Kameras ausgestattet werden soll.

Die Zeitverzögerung zwischen der Bewegung des Nutzers und der des Telepräsenzroboters liegt dem Bericht nach noch bei 70 Millisekunden. Das ist recht viel, so dass die Immersion teilweise auf der Strecke bleiben kann. Oculus gibt an, dass 60 Millisekunden das obere Limit für glaubwürdige VR-Funktionen ist. Doch die Verzögerung sollte eigentlich deutlich darunter liegen - nicht nur, damit der Anwender sich wirklich fühlt, als sei er in der virtuellen Welt, sondern auch, damit ihm nicht übel dabei wird.

Die Dora-Entwickler von der University of Pennsylvania hoffen, mit besserer Übertragungstechnik in Zukunft unter die aktuellen Werte zu kommen, berichtet IEEE Spectrum. Eine Schwierigkeit ist dabei nicht nur die Funkstrecke, sondern auch die mechanische Umsetzung der Steuerbefehle beim Roboter.

Künftig könnten solche Telepräsenzroboter im Berufsleben bei Konferenzen oder der Telearbeit eingesetzt werden. Sie könnten aber auch Menschen helfen, an Orte zu gelangen, die für sie sonst nicht erreichbar wären. Damit sind zum Beispiel Museumsbesuche für Menschen mit Behinderungen gemeint, aber auch Inspektionen von Maschinen und Orten, die lebensfeindlich sind.  (ad)


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