Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/cyberkrieg-pentagon-will-angreifer-mit-harten-gegenschlaegen-abschrecken-1504-113735.html    Veröffentlicht: 26.04.2015 14:25    Kurz-URL: https://glm.io/113735

Cyberkrieg

Pentagon will Angreifer mit harten Gegenschlägen abschrecken

Die USA wollen offenbar ihre Fähigkeiten im Cyberkrieg ausbauen. Mit den neuen Drohgebärden sollen Angriffe vor allem aus vier Staaten verhindert werden.

US-Verteidigungsminister Ash Carter plant einem Medienbericht zufolge eine neue Strategie im Cyberkrieg. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters will Carter mit einer Betonung auf die Fähigkeiten zu Gegenschlägen potenzielle Angreifer abschrecken. Der Pentagon-Chef wolle die neue Strategie am kommenden Donnerstag präsentieren. Sie bedeute eine deutlich offensivere Rolle für die Cyberkrieger der US-Armee als die jüngste Strategie aus dem Jahr 2011. Als Bedrohungen würden Russland, Iran, China und Nordkorea genannt.

"Die USA müssen in der Lage sein, effektive Gegenschlagfähigkeiten zu erklären oder zu demonstrieren, um einen Gegner vom Start einer Attacke abzuschrecken", heißt es laut Reuters in dem entsprechenden Dokument. Das Verteidigungsministerium müsse "praktikable Cyberlösungen" entwickeln, die den USA in Zeiten verschärfter Spannungen und offener Feindseligkeiten zur Verfügung stünden. Die Werkzeuge sollten in der Lage sein, die Netzwerksteuerung, militärische Infrastruktur und Waffenfähigkeiten des Feindes zu unterbrechen. Andere Werkzeuge könnten darin bestehen, die verantwortlichen Staaten hinter den Attacken öffentlich zu identifizieren und Sanktionen zu verhängen.

Russland, China, Iran und Nordkorea als Bedrohung

"Die nordkoreanische Attacke auf Sony war bislang einer der zerstörerischsten Cyberangriffe auf eine US-Einrichtung", heißt es laut Reuters in dem Dokument. Die russischen Hacker agierten mit unklaren Absichten im Verborgenen, während die Chinesen vor allem am Diebstahl geistigen Eigentums interessiert seien. Iran und Nordkorea hätten weniger gut entwickelte Cyberfähigkeiten, seien aber offen feindselig gegenüber US-amerikanischen Interessen. Nach Ansicht Carters wird es den USA helfen, "wenn die Welt weiß, dass wir uns schützen werden". Abschreckung umfasse aber auch "eine Drohung, gegen jemanden zurückzuschlagen, der uns Schaden zufügen will". Die USA hätten offensichtlich diese Möglichkeiten, nicht nur im Cyberkrieg, sondern auch auf andere Weise.  (fg)


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