Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/fire-tv-stick-im-test-googles-chromecast-kann-einpacken-1504-113633.html    Veröffentlicht: 22.04.2015 12:01    Kurz-URL: https://glm.io/113633

Fire TV Stick im Test

Googles Chromecast kann einpacken

Alles aus dem Fire TV Stick rausholen: Wir haben den Amazon-Stick mit Googles Chromecast verglichen und zeigen Tuning-Tipps für den Stick - der gar nicht so viel schlechter ist als die deutlich teurere Streaming-Box Fire TV.

Erst kam die Streaming-Box Fire TV, jetzt hat Amazon den Fire TV Stick auf den Markt gebracht. Er ist technisch schlechter ausgestattet als die Fire-TV-Box, kostet aber auch weniger als die Hälfte. Wir haben uns angesehen, wie stark sich die schwächere Ausstattung im Alltag bemerkbar macht und festgestellt: Die meisten Tuningmöglichkeiten des Fire TV funktionieren auch auf dem Fire TV Stick. Mit dem Fire TV Stick wird ein normaler Fernseher zu einem Smart-TV, aber auch für Smart-TVs kann der Stick eine Bereicherung sein, weil die Oberflächen auf Smart-TVs oftmals langsam und träge reagieren.

Wie beim Fire TV ist die Ersteinrichtung sehr komfortabel gelöst, der Stick ist schnell in Betrieb genommen. Wie bei den Fire-TV-Geräten üblich, ist der Stick vorkonfiguriert und für das Amazon-Konto eingerichtet, über das er bestellt wurde. Der Stick wird mit allem notwendigen Zubehör ausgeliefert. In der Packung befindet sich neben USB-Kabel und Netzteil auch ein HDMI-Extender, es ist also kein weiteres Zubehör erforderlich.

Mit dem Extender kann der Stick auch dann betrieben werden, wenn der freie HDMI-Anschluss am Fernseher schlecht erreichbar ist oder durch andere Kabel blockiert ist. Zudem ist er hilfreich, wenn sich der Fernseher so dicht vor der Wand befindet, dass der Stick nicht passen würde.

Kein weiteres Zubehör erforderlich

Damit hat der Käufer des Fire TV Stick einen Vorteil gegenüber dem Fire TV: Es ist kein weiteres Zubehör notwendig. Zum Betrieb des Fire TV wird ein HDMI-Kabel benötigt, das nicht beiliegt. Der Fire TV Stick kann in der Theorie auch über eine USB-Buchse am Fernsehgerät mit Strom versorgt werden. Allerdings liefern viele Fernseher nicht ausreichend Strom, um den Stick daran zu betreiben. Wenn das der Fall ist, startet der Fire TV Stick zwar, bootet aber immer wieder neu, ohne dass die Ersteinrichtung beginnt.

Das ist ein kleiner Nachteil gegenüber Googles Chromecast, der an den meisten Fernsehern über den eingebauten USB-Anschluss betrieben werden kann. Für den Amazon-Stick empfiehlt der Hersteller den Einsatz des beiliegenden Netzteils. Zudem gibt es Berichte von einer besseren Leistung des Amazon-Sticks, wenn er mit einem separaten Netzteil verwendet wird. Wir haben den Stick nur mit Netzteil betrieben und diesbezüglich keine Vergleiche machen können.



Bluetooth-Fernbedienung wird mitgeliefert

Wie das Fire TV beherrscht auch der Stick kein WPS, um sich ohne lästige Kennworteingabe mit dem WLAN-Router zu verbinden. Das Kennwort muss über die mitgelieferte Fernbedienung eingetippt werden, eine Tastatur kann - anders als am Fire TV - am Stick nicht betrieben werden.

Vereinzelt Probleme mit dem WLAN-Empfang

Sobald der Fire TV Stick dann per WLAN verbunden ist, hilft ein Erklärvideo bei der Einrichtung. Erfreulicherweise kann dieses pausiert und vorgespult werden, um es zu überspringen. Im Test hatten zwei Fire TV Sticks in der Redaktion mit verschiedenen WLAN-Routern keine Probleme gezeigt - es gab eine stabile WLAN-Verbindung und Videos wurden ohne Störungen in 1080p abgespielt. Es gibt aber auch Käufer, die über Stabilitätsprobleme bei der WLAN-Verbindung klagen und den Stick daher nicht sinnvoll einsetzen können. Ein eindeutiger Grund für die Probleme ist derzeit nicht bekannt.

Falls es WLAN-Probleme gibt, könnte es helfen, den mitgelieferten HDMI-Extender dazwischenzuschalten, um die Empfangsqualität zu verbessern. Falls der Stick über die USB-Buchse des Fernsehers läuft, sollte auch das geändert und das beiliegende Netzteil verwendet werden. Betroffene haben berichtet, dass sie mit diesen beiden Kniffen eine stabile WLAN-Verbindung hinbekommen haben. Zudem soll es helfen, den Router oder einen WLAN-Repeater dichter an den Stick zu bringen, um eine stabile WLAN-Verbindung zu erreichen.

Vergleichbare Berichte gibt es von der Fire-TV-Box nicht. Es ist durchaus denkbar, dass Amazon in der Box leistungsfähigere Antennen eingebaut hat als in dem Stick.

Den Fire TV Stick bequem mit der Fernbedienung steuern

Ein fast schon unschlagbarer Vorteil gegenüber dem Chromecast ist die mitgelieferte Fernbedienung. Beim Genuss von Filmen und Fernsehserien ist das Handling mit einer Fernbedienung wesentlich komfortabler, als das Herumtippen auf einem Touchscreen, wie es beim Chromecast notwendig ist. Die Fernbedienung kann blind bedient werden, denn die Tasten lassen sich mit den Fingern erfühlen. Zum Vergleich: Beim Chromecast-Einsatz muss der Zuschauer zwingend auf den Touchscreen sehen, um die Steuerungselemente zu finden.

Außerdem ist die Chromecast-Nutzung eher auf Einpersonen-Haushalte zugeschnitten oder Haushalte mit ensprechend vielen Smartphones oder Tablets. In der Familienkonstellation wird es nur selten erwünscht sein, dass der Sohnemann stundenlang Papas Smartphone in Beschlag nimmt, weil er sich etwas mit dem Chromecast anschaut.

Wie beim Fire TV funktioniert die Fernbedienung über Bluetooth, es ist kein Sichtkontakt zum Stick erforderlich. Allerdings hat das den Nachteil, dass sich der Stick nicht mit einer herkömmlichen Infrarot-Fernbedienung steuern lässt. Nur wenn der verwendete Fernseher Steuerungsbefehle über HDMI-CEC unterstützt, kann der Stick über die TV-Fernbedienung gesteuert werden. Ansonsten muss neben der TV-Fernbedienung noch die für den Stick verwendet werden. Unpraktischerweise bietet die Amazon-Fernbedienung keine Lautstärkeregulierung - dieses Manko wurde bereits beim Fire TV kritisiert.

Die Stick-Fernbedienung hat einen Knopf weniger als die für den Fire TV: Der Knopf für die Sprachsuche fehlt. Ansonsten sind die Bedienungsknöpfe gleich, der Tastendruck ist angenehm leise. Im direkten Vergleich liegt die Fire-TV-Fernbedienung aufgrund der Rundung auf der Rückseite etwas angenehmer in der Hand als beim Modell für den Stick und der Druckpunkt der Knöpfe macht einen minimal besseren Eindruck. Für sich genommen ist die Stick-Fernbedienung aber hochwertig verarbeitet und liefert keinen Grund zur Klage.

Sprachsuche per App nachrüstbar

Die Sprachsuche findet Filme sowie Apps und kann mit der Fire-TV-App von Amazon nachgerüstet werden. Dazu muss der Stick-Besitzer ein Android- oder iOS-Gerät besitzen, über das die Sprachsuche realisiert wird. Sie ist kostenlos in Amazons App-Shop, in Googles Play Store und in Apples App Store zu haben. Weil die Sprachsuche aber ohnehin nur in den Amazon-eigenen Inhalten funktioniert, empfinden wir das Fehlen der Sprachsuche als kein großes Problem. Zumal die automatische Vervollständigung per Tastatur schon nach ein paar Buchstaben Treffer vorschlägt, so dass der Komfortverlust gering ausfällt.

Auf dem Fire TV mit gut erreichbarer Sprachsuche haben wir die Funktion nur selten verwendet. Wir empfinden es als praktischer, eine vorherige Auswahl an Filmen und Serien am Computer im Browser festzulegen. Dazu werden die Titel in der Watchlist gespeichert und müssen dann nur noch am Fernseher ausgewählt werden. Hierbei empfinden wir es weiterhin als Nachteil, dass die Watchlist auf beiden Fire-TV-Geräten noch immer nicht so eingestellt werden kann, dass nur die Prime-Inhalte erscheinen. Das ließe sich mit einem Firmware-Update beheben, aber es ist unklar, ob Amazon das überhaupt wünscht.

Wer den Stick parallel zum Fire TV gekauft hat, kann die Fire-TV-Fernbedienung am Stick anmelden. Aber da ist Vorsicht geboten: Denn danach hat das Fire TV keine reguläre Fernbedienung mehr. Mit der Fire-TV-App lässt sich in so einem Fall die Fire-TV-Fernbedienung wieder mit der Box verbinden.

Das kürzlich für das Fire TV veröffentlichte Firmware-Update ist auch für den Fire TV Stick verfügbar und wurde damit getestet. Allerdings fehlt der Stick-Firmware die Unterstützung für Bluetooth-Tastaturen und -Mäuse. Die neue Firmware bringt mehr Komfort wie das Schnellauswahlmenü, das bei längerem Druck auf die Home-Taste an der Fernbedienung erscheint. Ein Neustart kann über die Einstellungen und mit einer Tastenkombination an der Fernbedienung ausgelöst werden. Wird die Wiedergabetaste zusammen mit der Bestätigungstaste mehrere Sekunden gedrückt, führt der Stick einen Neustart aus.

Vereinzelt kommen Ruckler und Hänger vor

Die Navigation in den Menüs und durch die Amazon-Inhalte geht vergleichbar schnell wie auf dem Fire TV. Aber im direkten Vergleich erscheint die Amazon-Box minimal flüssiger, beim Stick kommt es gelegentlich zu kleinen Hängern. An der Stelle macht sich der langsamere Prozessor des Sticks bemerkbar. Wenn die Internetverbindung nicht viel Reserven hat, kommt es auch in den Amazon-Inhalten gelegentlich zu kleinen Hängern, bei einer ordentlich schnellen Leitung passiert das nicht, und es ist kein Unterschied zur Box auszumachen. Auch der Start von Apps dauert etwas länger. Aber insgesamt lässt sich der Stick gut und zügig bedienen. Beim Schauen von Filmen ist kein Unterschied zwischen Fire TV und Stick auszumachen.

Nachteile vom Fire TV übernommen

Einige der Nachteile des Fire TV finden sich auch am Stick. Keins der Geräte hat einen Ein-Aus-Schalter, sie lassen sich aber mittlerweile über das Menü manuell in den Ruhemodus versetzen. Ansonsten wird der Modus nach 30 Minuten Nichtnutzung aktiviert. Wer das Gerät bei Nichtnutzung komplett abschalten will, sollte eine schaltbare Steckerleiste verwenden, um nicht immer das Netzteil abziehen zu müssen.

Mit der Funktion Display duplizieren lassen sich Inhalte vom Smartphone oder Tablet spiegeln - jedenfalls in der Theorie. Weiterhin funktioniert das nicht immer reibungslos, es hängt vielfach vom Gerät ab, ob es überhaupt zum Laufen zu bekommen ist. Hier besteht die Hoffnung, dass sich das mit einem Firmware-Update bessert.

Sideloading-Apps auf dem Fire TV Stick

Generell unterstützen die Amazon-Geräte keine Chromecast- und keine Airplay-Funktionen. Zumindest Airplay lässt sich auf dem Fire TV Stick mit passenden Apps nachrüsten.

Wie das Fire TV ist der Stick vor allem für das Streaming von Filmen und Serien konzipiert. Beide Geräte sind auf die Nutzung der Amazon-Dienste zugeschnitten. Die gesamte Oberfläche ist darauf ausgerichtet. Sie ist gut strukturiert und die Inhalte werden klar verständlich präsentiert. Die Icons und die Schriften lassen sich auch auf kleineren Fernsehern gut erkennen.

Viele deutsche Streaming-Anbieter fehlen weiterhin

Andere Streaming-Dienste lassen sich per App nachrüsten, allerdings gibt es von vielen Dienste-Anbietern noch immer keine passende App. Dazu gehören etwa die Abo-Streaming-Dienste Maxdome, Sky und Watchever. Die Netflix-App läuft problemlos auf dem Fire TV Stick.

Aufgrund der kompakten Maße und des geringen Gewichts eignet sich der Stick besonders gut für den Einsatz auf Reisen, um ihn am Zielort zu verwenden. Damit das auch etwa in Hotel-WLANs funktioniert, wurden die Anmeldemethoden erweitert, so dass auch eine Browser-Anmeldung möglich ist. Über die Kontextmenü-Taste kann dazu ein Cursor-Modus aktiviert werden, um mit den Navigationstasten zwischen den Eingabefeldern zu wechseln. Für das Streaming ist in jedem Fall eine kontinuierliche WLAN-Verbindung erforderlich. Es ist nicht möglich, einen Film vorab zu speichern und dann ohne Internetverbindung anzusehen.

Kodi läuft auch auf dem Fire TV Stick

Der Fire TV Stick lässt sich genau so modifizieren wie die Fire-TV-Box. Wenn also in Amazons App-Shop eine Android-App fehlt, die der Nutzer gerne verwenden möchte, kann diese über das sogenannte Sideloading installiert werden. Sehr ausführlich haben wir das Sideloading in einem Workshop-Artikel beschrieben. Das Vorgehen ist auf dem Stick identisch, in den Entwickleroptionen müssen also die passenden Schalter umgelegt werden, um APK-Dateien zu installieren. Wir haben mit der Software adbFire 1.23 problemlos sowohl Kodi 14.2 als auch SPMC 14.2 aufgespielt. Mit den beiden Apps lassen sich unter anderem lokale Dateien aus dem heimischen Netzwerk mit dem Stick abspielen. SPMC ist eine angepasste Variante von Kodi und sollte ausprobiert werden, wenn es mit Kodi Probleme bei der Wiedergabe gibt.

Mit beiden Apps lief das Streaming von Filmen im heimischen Netzwerk reibungslos, sie lassen sich komfortabel mit der Fernbedienung steuern. Außerdem können beide Apps mittels Plugins etwa die Streaming-Angebote der ProSieben/Sat.1-Gruppe abspielen, die es nicht als Streaming-App für die Fire-TV-Geräte gibt. Aber auch die Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Fernsehsender lassen sich so in Kodi oder SPMC einbinden.

Wenn eine App mittels Sideloading auf dem Fire TV Stick installiert wird, erscheint sie nicht auf dem Startbildschirm, weder im Apps- noch im Aktuell-Bereich. Seitdem Kodi in Amazons App-Shop gelistet ist, können das Kodi-Icon sowie das SPMC-Icon ohne viel Aufwand zumindest in den aktuell-Bereich geholt werden. Dazu muss Kodi über den Amazon App-Shop entweder mit einem anderen Android-Gerät oder über die Amazon-Webseite bezogen werden.



Sideloading-Apps bequem starten

Diese Methode ist aber nicht ganz ohne Tücken: Es kann immer mal passieren, dass das Kodi-Icon dennoch nicht im Aktuell-Bereich erscheint. Dann gibt es zwei Möglichkeiten, das zu beheben. Erst einmal sollte es mit einer Neusynchronisation des Amazon-Kontos versucht werden. Dabei empfiehlt es sich, zuvor den Cache in Amazons App-Shop-App zu löschen. Das geht über die Systemeinstellungen der installierten Apps.

Falls auch das keinen Erfolg bringt, sollte es helfen, das Gerät vom Amazon-Konto abzumelden und wieder anzumelden. Das ist etwas lästiger, weil das Amazon-Kennwort erneut mit der Fernbedienung eingegeben werden muss. Beim Ab- und Anmeldevorgang gehen keine Daten verloren, so dass dieser Weg nur etwas mehr Mühe kostet, aber nach unserer Beobachtung immer Erfolg brachte. Sicherheitshalber kann auch hier zuvor der Cache in Amazons App-Shop-App gelöscht werden. Vor allem, wenn das Amazon-Konto bereits mit einem Fire TV verwendet wird, ist eine Konto-Neuanmeldung erforderlich, um das Kodi-Icon in den aktuell-Bereich zu bekommen.

Nach einer Neuanmeldung gehen zwar keine Daten verloren, auch der Aktuell-Bereich wird synchronisiert. Allerdings vergisst das Gerät zwei Einstellungen, die bei Bedarf erneut konfiguriert werden müssen. Nach einer Neuanmeldung ist der Bildschirmschoner automatisch aktiv. Wenn dieser vor der Abmeldung deaktiviert war, muss er vom Nutzer wieder abgestellt werden. Das ist zwar ein lästiger zusätzlicher Arbeitsschritt, stellt aber ansonsten kein Problem dar. Ärgerlicher ist das hingegen bei der Kindersicherung, die nach der Neuanmeldung komplett deaktiviert wird. Hier muss diese also wieder eingeschaltet und eingerichtet werden. Da der Nutzer auf beides nicht hingewiesen wird, kann das bei der Kindersicherungsfunktion leicht vergessen werden.

Steuerung von Sideloading-Apps kann ein Problem sein

Neben Kodi lassen sich auch viele andere Apps auf dem Fire TV Stick nutzen, allerdings macht sich hier ein entscheidender Unterschied zum Fire TV negativ bemerkbar: An den Fire TV lassen sich beliebige Mäuse und Tastaturen anschließen - seit einiger Zeit auch per Bluetooth. Wenn sich dann eine App nicht mit der Fernbedienung steuern lässt, kann eben auf Maus oder Tastatur zurückgegriffen werden. Diese Möglichkeit gibt es beim Fire TV Stick nicht.

Als Abhilfe gibt es die Android-App Remote Mouse for Fire TV für 1,76 Euro in Amazons App-Shop. Damit können Apps mittels virtueller Maus vom Smartphone oder Tablet aus gesteuert werden. Die App muss sowohl auf dem Fire TV Stick als auch auf dem Smartphone oder Tablet installiert sein. Mit Wukong TV Remote Control gibt es auch eine kostenlose Lösung mit virtueller Maus.

Sideloading-Apps bequem starten

Mit Hilfe der App Llama lässt sich prinzipiell jede beliebige Sideloading-App auf den Fire TV Stick in den Aktuell-Bereich bekommen, das Vorgehen ist beispielhaft im entsprechenden Workshop-Artikel beschrieben. Wem das zu mühselig ist, der kann den Fired-TV-Launcher installieren, den es im Amazon-App-Shop für 1,59 Euro gibt. Über das XDA-Forum bietet der Entwickler die App gratis an, der Nutzer muss die App dann aber per Sideloading einspielen. Der Launcher dient zum Start von Sideloading-Apps, die in einer übersichtlichen Oberfläche aufgeführt werden.

Eine Alternative dazu ist der später erschienene Fire Starter, er bietet ebenfalls eine alternative Oberfläche und listet alle Sideloading-Apps. Anders als beim Fired-TV-Launcher funktioniert die Home-Knopf-Erkennung anstandslos. Dabei kann ein einzelner Druck auf die Home-Taste eine andere App aufrufen als ein Doppelklick, dies ist beliebig konfigurierbar.

Mit App Shortcuts for Fire TV gibt es eine weitere Lösung mit einem anderen Ansatz: Sideloading-Apps werden vom Smartphone aus gestartet, die App gibt es für Android, iOS und Windows Phone. Dazu werden alle auf dem Fire TV Stick installierten Apps auf dem Smartphone angezeigt, der Nutzer muss nur noch die passende App anklicken, schon wird sie auf dem Fernsehr aufgerufen. Dazu muss auf dem Fire TV Stick eine passende App per Sideloading installiert werden. Die Gratisversion von App Shortcuts unterstützt nur ein Fire-TV-Gerät, wer mehrere Geräte darüber bedienen möchte, muss die Premium-Version kaufen.

Mit dem ES Datei Explorer für Android lässt sich ein Fire-TV-Gerät ebenfalls fernsteuern. Wenn der betreffende Fire-TV-Stick in der App als Android-TV-Gerät eingebunden ist, können vom Smartphone oder Tablet aus die Apps auf dem Amazon-Gerät aufgerufen werden. In einer speziellen Rubrik erscheinen alle auf dem Fire-TV-Stick installierten Apps. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese über Amazons App-Shop oder via Sideloading installiert wurden.



Verfügbarkeit und Fazit

Der Fire TV Stick kostet bei Amazon 39 Euro und kann derzeit nur vorbestellt werden. Aktuelle Bestellungen sollen Anfang Mai 2015 ausgeliefert werden. Wie beim Fire TV dürfte es den Stick immer mal wieder zu einem reduzierten Preis geben, wer also noch warten kann, kann etwas Geld sparen. Wie weit die Preise dann heruntergehen, ist noch nicht bekannt. Zum Verkaufsstart gab den Streaming-Stick für Prime-Kunden zum halben Preis.

Fazit

Googles Chromecast hat keine Chance gegen den Fire TV Stick und wirkt im direkten Vergleich veraltet. Denn Googles Streaming-Stick kann nicht eigenständig verwendet werden und braucht zur Nutzung zwingend ein anderes Gerät. Das ist beim minimal teureren Fire TV Sick viel besser gelöst und bietet komfortables Streaming auf dem heimischen Fernseher.

Wer vor allem Streaming-Inhalte von Amazon oder Netflix nutzen möchte, erhält mit dem Fire TV Stick eine preisgünstige und durchdachte Lösung. Leider unterstützen einige wichtige Abo-Streaming-Dienste die Fire-TV-Geräte von Amazon bisher nicht. Wer Kunde von Sky, Watchever oder Maxdome ist, sollte derzeit auf andere Hardware ausweichen.

Der Fire TV Stick ist eng mit den Amazon-Diensten verzahnt. Wer diese nicht nutzen möchte, startet einfach eine andere App. Wer neu in den Streaming-Markt einsteigt, erhält von Amazon hingegen eine gelungene Kombination aus gutem Gerät und den passenden Diensten. Wer noch kein Prime-Kunde ist, kann den Dienst 30 Tage kostenlos nutzen und Streaming im Alltag ausprobieren. Und wer bereits Prime-Kunde ist, kann das Streaming-Angebot sowieso ohne weiteren Aufpreis verwenden.

Wir waren überrascht, wie gut sich der Fire TV Stick gegen die mehr als doppelt so teure Fire-TV-Box behauptet. Im direkten Vergleich dauert der App-Start auf dem Stick zwar etwas länger und hier und da agiert die Oberfläche etwas langsamer, aber das schränkt die Nutzung im Alltag nicht ein. Beim Streaming von Filmen und Serien war kein Unterschied zur teureren Box auszumachen. Der Fire TV Stick kann also ein ideales Zweitgerät sein, um einen Fernseher in einem weiteren Zimmer Streaming-tauglich zu machen.

Wem die Basismöglichkeiten des Sticks nicht ausreichen und wer viel mit Sideloading-Apps arbeitet, ist mit dem Fire TV eindeutig besser bedient. Hier muss jeder entscheiden, ob er dafür den entsprechenden Aufpreis zahlen möchte. Die Vorzüge sind: An den Fire TV lassen sich problemlos Tastatur und Maus anschließen, außerdem können Filme oder Musik direkt vom USB-Stick abgespielt werden und Apps lassen sich auslagern. Zu den weiteren Vorteilen gehören die fest eingebaute Sprachsuche, der Ethernet-Anschluss und der digitale Audioausgang.

Nachtrag vom 15. Juni 2015

Amazon hat die Kodi-App ohne Angabe von Gründen wieder aus dem eigenen App-Shop entfernt. Dadurch ist es nicht mehr möglich, die Kodi-App in den Aktuell-Bereich des Fire-TV-Startbildschirms zu bekommen, wenn die App nicht bereits in Amazons App-Shop bezogen wurde.

Nachtrag vom 16. Juni 2015

Amazon hat sich zu dem Kodi-Rauswurf geäußert. Kodi wurde wegen der angeblichen Begünstigung von Piraterie aus Amazons App-Shop entfernt. Weitere Details dazu im Artikel auf Golem.de.

Nachtrag

Der Artikel wurde überarbeitet und hat Passagen zum ES Datei Explorer und zum Fire Starter erhalten. Der Fire Starter erhöht den Bedienungskomfort eines Fire-TV-Sticks, indem etwa die Home-Taste der Fernbedienung umbelegt werden kann. Mit dem ES Datei Explorer lasen sich Apps auf den Fire-TV-Stick installieren und er dient auch als Fernbedienung. Auf dem Fire-TV-Stick befindliche Sideloading-Apps können vom Smartphone oder Tablet aus aufgerufen werden.  (ip)


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