Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/geodaten-200-beschaeftigte-verpixelten-google-street-view-haeuser-1504-113583.html    Veröffentlicht: 17.04.2015 19:22    Kurz-URL: https://glm.io/113583

Geodaten

200 Beschäftigte verpixelten Google-Street-View-Häuser

Weil vor fünf Jahren nach einer hitzigen Debatte viele ihr Wohnhaus bei Google Street View verpixeln lassen wollten, gibt es heute viele Vorschriften - die Geodaten sind veraltet und Microsoft oder Nokia Here haben gar nicht erst angefangen.

Um Aufnahmen bei Google Street View zu verpixeln, hätte Google in Deutschland im Jahr 2011 vorübergehend 200 Mitarbeiter eingestellt, hat Harald Lemke heute bei einem Hintergrundgespräch des IT-Branchenverbands Bitkom erklärt. Die Anonymisierung müsse händisch gemacht werden, sagte der Vorstandschef des Vereins Selbstregulierung Informationswirtschaft (SRIW).

Der Verband hat den Datenschutzkodex für Geodatendienste formuliert, den Google, Microsoft, Nokia und andere unterzeichnet hatten. Vor fünf Jahren hatte Google es nach einer emotional geführten Mediendebatte Bewohnern und Eigentümern von Häusern ermöglicht, Straßenpanorama-Bilder noch vor der Veröffentlichung verpixeln zu lassen. Microsoft oder Nokia Here sind aus Sorge vor öffentlicher Kritik gar nicht erst an den Start gegangen. Susanne Dehmel vom Bitkom erklärte, die großen Unternehmen würden gerne wieder neue Aufnahmen machen.

Doch heute verwenden 80 Prozent der Internetnutzer in Deutschland regelmäßig Straßenpanoramadienste wie Street View. Das hat eine nach den Angaben repräsentative Umfrage im Auftrag des SRIW unter 1.014 Internetnutzern ergeben. Danach wünschen sich zwei Drittel (66 Prozent) der Befragten ein flächendeckendes Angebot dieser Online-Dienste. Derzeit bietet hierzulande nur Google öffentlich zugängliche Straßenpanoramabilder an, und das auch nur von 20 Städten.

"Im Gegensatz zu weiten Teilen Europas und weiteren Ländern in aller Welt müssen sich die Nutzer in Deutschland mit einem stark eingeschränkten Angebot zufriedengeben", Lemke. "Deutschland ist bei diesen Diensten im europäischen Vergleich ein weißer Fleck."

Franz-Reinhard Habbel vom Deutschen Städte- und Gemeindebund betonte: "Auch die Kommunen erkennen die vielseitigen Einsatzbereiche von Straßenpanoramaaufnahmen, unter anderem bei Feuerwehr, Polizei, Verkehr, Mobilität und Touristik. Um noch bestehende Unsicherheiten zu verringern, wurde der Kodex nun überarbeitet." Die Voraussetzungen der Nutzung von Straßenpanoramaaufnahmen durch die Kommunen würden nun klar im Kodex beschrieben und dadurch würde Rechtssicherheit sowohl für die Kommunen als auch für deren überwiegend mittelständische Firmen geschaffen.  (asa)


Verwandte Artikel:
Neuer Algorithmus: Google verbessert Stitching bei Street-View-Panoramen   
(10.11.2017, https://glm.io/131081 )
Kartendienst: Googles Street-View-Autos rollen wieder durch Deutschland   
(02.12.2014, https://glm.io/110890 )
Kartendienst: Google führt bessere Street-View-Kameras ein   
(06.09.2017, https://glm.io/129911 )
Urheberrecht: Bär lehnt Leistungsschutzrecht strikt ab   
(10.03.2018, https://glm.io/133260 )
Autofabrik: Elon Musk sucht Trumps Hilfe gegen China   
(09.03.2018, https://glm.io/133240 )

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/