Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/ninebot-xiaomi-firma-kauft-segway-1504-113520.html    Veröffentlicht: 15.04.2015 16:18    Kurz-URL: https://glm.io/113520

Ninebot

Xiaomi-Firma kauft Segway

Nach einer Finanzierungsrunde mit Xiaomi hat Ninebot das Geld, Segway komplett zu übernehmen. Zuvor hatte Segway das Startup wegen Patentrechtsverstößen verklagt. "Wir haben uns viel von Segway abgeschaut. Jetzt gehört uns das Unternehmen", sagte der Ninebot-Chef Gao Lufeng.

Das US-Unternehmen Segway ist von dem chinesischen Konkurrenten Ninebot gekauft worden. Das berichtet die britische Financial Times unter Berufung auf die Unternehmen. Angaben zum Kaufpreis wurden nicht gemacht. Ninebot-Chef Gao Lufeng erklärte auf einer Pressekonferenz in Peking, 80 Millionen US-Dollar von Xiaomi, dem Venture-Capital-Geber Sequoia Capital und anderen erhalten zu haben.

Xiaomi-Chef Lei Jun erklärte zu der Übernahme: "Wir Chinesen können auf den Vertrag stolz sein." Noch vor einigen Monaten hätte er nicht geglaubt, dass ein chinesisches Startup einen Weltmarktführer kaufen könne. "Aber die Zeiten ändern sich", sagte Lei Jun.

Im Jahr 2014 hatte sich Segway über Ninebot bei der US International Trade Commission beschwert und dem chinesischen Konkurrenten Patentverletzungen an seinem Segway Personal Transporter vorgeworfen.

"Wir haben uns viel von Segway abgeschaut. Jetzt gehört uns das Unternehmen", sagte der Ninebot-Chef Gao Lufeng. Segway-Präsident Rod Keller erklärte in einer Videokonferenz: "Gemeinsam können wir die Entwicklung von Produkten vorantreiben und neue Märkte erobern."

Noch vor einem Jahr war Xiaomi ein relativ unbekanntes chinesisches Unternehmen. Laut einer Studie des Technologiemarktforschers Canalys ist Xiaomi vor Samsung und Lenovo zum größten Smartphone-Hersteller Chinas aufgestiegen. Xiaomi wurde im April 2010 als Technologie-Startup in Peking gegründet. Das Unternehmen hatte im Jahr 2014 einen Umsatz von fast zwölf Milliarden US-Dollar.

Xiaomi wickelt den Großteil des Verkaufs direkt über seine eigene Online-Plattform ab. Die Produkte werden komplett von Zulieferern wie Foxconn und Envada gefertigt. Anders als Apple und Samsung betreibt Xiaomi aber eine äußerst aggressive Preispolitik. Im August 2013 wechselte der Android-Vizechef Hugo Barra von Google zu Xiaomi nach China. Barra war für das Produktmanagement des mobilen Betriebssystems verantwortlich.  (asa)


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