Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/google-eu-wettbewerbs-verfahren-auch-zu-android-1504-113519.html    Veröffentlicht: 15.04.2015 15:10    Kurz-URL: https://glm.io/113519

Google

EU-Wettbewerbsverfahren auch zu Android

Das Betriebssystem Android könnte von Google dazu missbraucht werden, eigene Anwendungen und Dienste zu bevorzugen. Darum geht es in einer neuen kartellrechtlichen Untersuchung in der EU.

Die EU-Kommission hat eine kartellrechtliche Untersuchung des Verhaltens von Google zum Betriebssystem Android eingeleitet. Das gab die EU-Kommission am 15. April 2015 bekannt. Bei der Untersuchung werde die Frage im Mittelpunkt stehen, ob Google bei Betriebssystemen, Anwendungen und Diensten für mobile Endgeräte "wettbewerbswidrige Vereinbarungen getroffen oder eine etwaige marktbeherrschende Stellung missbräuchlich ausgenutzt hat". In einer anderen Untersuchung wird Google in Europa beschuldigt, eigene Dienste wie Maps, Youtube, Preisvergleiche oder die Suche nach Hotels und Restaurants in seiner Suchmaschine bevorzugt anzuzeigen. Dazu verschickte die EU heute die Beschwerdepunkte. In dem seit 2010 laufenden Verfahren könnte Google gemessen am aktuellen Umsatz ein Bußgeld von rund 6,6 Milliarden Euro drohen.

Die EU-Kommission erklärte: "Die meisten Smartphone- und Tablet-Hersteller verwenden das Betriebssystem Android in Kombination mit einer Reihe Google-eigener Anwendungen und Dienste. Diese Hersteller treffen mit Google Vereinbarungen, um das Recht zu erhalten, auf ihren Android-Geräten Google-Anwendungen zu installieren." Bei ihrer Untersuchung werde sich die Kommission auf die Frage konzentrieren, ob Google gegen EU-Kartellrecht verstoßen habe, "indem es die Entwicklung und den Marktzugang konkurrierender mobiler Betriebssysteme, Anwendungen und Dienste zum Nachteil der Verbraucher und der Entwickler innovativer Dienste und Produkte behindert hat".

Hiroshi Lockheimer, Vice President of Engineering bei Android, erklärte im Blog des Unternehmens: "Die Europäische Kommission hat Fragen zu unseren Partnerverträgen gestellt. Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass es sich um freiwillige Vereinbarungen handelt, nochmals: Man kann Android ohne Google verwenden."  (asa)


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