Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/axiom-verge-im-test-16-bit-fuer-geniesser-1504-113467.html    Veröffentlicht: 14.04.2015 14:00    Kurz-URL: https://glm.io/113467

Axiom Verge im Test

16 Bit für Genießer

Wer auf die Neuauflage eines Metroid- oder Castlevania-Spiels wartet, kann sich bei Tom Happ bedanken: Der ehemalige EA-Entwickler hat mit Axiom Verge nahezu im Alleingang ein PS4-Spiel erschaffen, das die 16-Bit-Ära neu aufleben lässt - und nicht nur bei Nostalgikern die Gamepads zum Glühen bringt.

Schon der Ladebildschirm und die ersten Piepgeräusche aus den Boxen machen deutlich: Axiom Verge ist durch und durch eine Hommage an die 90er Jahre. Ähnliches gilt für die in Textfenstern erzählte Geschichte. Die ist in ihrem Mix aus Vorhersehbarkeit und kuriosen Einfällen eher banal, erfüllt aber ihren Zweck. Im Mittelpunkt steht der Wissenschaftler Trace, der mit gefährlichen Strahlen experimentiert - was natürlich furchtbar schiefgeht. Nach einer Explosion findet er sich in einer Parallelwelt voller düsterer Level wieder, die mit einem Mix aus Action und Jump-and-Run-Fähigkeiten erobert werden will.

Kurz nach Spielstart wird Trace durch eine mysteriöse weibliche Stimme zu seiner ersten Waffe geleitet, mit der er die zunächst noch kleinen Kontrahenten erlegen oder durch bunte Blasen versperrte Gänge freischießen kann. Das Waffenarsenal wächst schnell an und enthält bald neben mächtigeren Energiestrahlern auch einige nützliche Tools. Etwa einen Laser, einen Greifhaken oder einen Disruptor, mit dem sich die Umgebung nachhaltig beeinflussen lässt. Aus einem Kontrahenten wird etwa nach dem Beschuss eine betretbare Plattform, andere Objekte geben plötzlich den Durchgang zu geheimen Tunnels frei.

Dem Spiel gelingt es so, den Forschungsdrang im Spieler zu wecken: Geheimnisse finden, Passwörter knacken, neue Bereiche ausfindig machen - Axiom Verge wirkt trotz des Retrodesigns nicht komplett linear. Für Abwechslung sorgen zudem die fordernden Bosskämpfe sowie der allgemein steil ansteigende Schwierigkeitsgrad. Ein gutes Timing bei den Sprüngen ist Voraussetzung, um nicht ständig zum letzten Speicherpunkt zurückzumüssen.

Optik und Sound sorgen für eine stilechte Retroatmosphäre und wirken trotz der sehr offensichtlichen Inspiration durch Metroid nicht billig abgekupfert, sondern stilvoll wiederbelebt. Trotzdem bleibt etwas Leerlauf und Monotonie im Spielverlauf nicht aus, da sich einige Areale doch schnell wiederholen und die Überraschungen ausbleiben, was Freunde klassischer Plattform-Action aber kaum stören dürfte.

Axiom Verge kann für die Playstation 4 über das PSN heruntergeladen werden und kostet rund 18 Euro.

Fazit

Fünf Jahre hat Tom Happ nach eigenen Angaben für Axiom Verge benötigt - vor allem, da er das Spiel meist in den Abendstunden und an Wochenenden entwickelte. Das Ergebnis ist für ein Ein-Mann-Projekt überragend. Abgesehen von einigen etwas monotonen Arealen und der nicht immer logischen Story bietet das Spiel Retroaction auf höchstem Niveau mit fast perfekter Spielbarkeit und einer gelungenen Mischung aus Nostalgie und neuen Ideen. Wer schon beim Anblick der Screenshots Feuer und Flamme ist, sollte das Geld investieren. Das Spielerlebnis ist alles andere als altbacken und für viele Stunden fordernd und spannend.  (tw)


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