Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/galaxy-s6-samsung-verzichtet-komplett-auf-qualcomm-komponenten-1504-113320.html    Veröffentlicht: 04.04.2015 15:01    Kurz-URL: https://glm.io/113320

Galaxy S6

Samsung verzichtet komplett auf Qualcomm-Komponenten

Das Galaxy S6 ist anders als die Vorgänger ein Qualcomm-freies Smartphone: Samsung verbaut einen Exynos-Chip und eigenen Speicher, selbst Modem und WLAN-Modul stammen aus Korea.

Chipworks hat eine detaillierte Aufschlüsselung der im Galaxy S6 verbauten Komponenten veröffentlicht. Neben dem Exynos-Prozessor stecken überraschend viele Samsung-Bauteile in dem Smartphone, jedoch kein einziges von Qualcomm - was höchst unüblich ist. Für das Galaxy S5 und das iPhone 6 beispielsweise liefert Qualcomm viele Komponenten vom Prozessor über das LTE-Modem bis hin zum WLAN-Modul.

Zumindest bei der Version des Galaxy S6, die vom US-Provider AT&T vertrieben wird, verbaut Samsung weitestgehend eigene Hardware. Statt eines Qualcomm-SoC dient der im 14-nm-FinFET-Verfahren gefertigte Exynos 7420 als Prozessor. Mit 78 Quadratmilimeter Die-Fläche ist der Chip sehr klein, der Exynos-5433-Vorgänger misst 113 Quadratmilimeter und wird im 20-nm-Prozess hergestellt.

Die Aufschrift des aktuellen Exynos legt Chipworks zufolge nahe, dass Samsung den Chip beim Partner Globalfoundries in Albany im US-Bundesstaat New York vom Band laufen lässt. Weitere Prozessoren dürften im texanischen Austin und im südkoreanischen Hwaseong produziert werden. Nur so konnte Samsung vermutlich die vielen für das Galaxy S6 notwendigen SoCs seit November 2014 herstellen.

Der LPDDR4-Arbeitsspeicher, der Flash-Speicher und der Bildsensor im Galaxy S6 stammen wie erwartet von Samsung, aber auch - und das ist überraschend - die Funktechnik: Das LTE-Modul, einer der RF-Transceiver, der Envelope Tracker für eine geringere Leistungsaufnahme und das WLAN-Modul sind Samsung-Bauteile. Das dürfte ebenfalls für den NFC-Controller gelten, die Bestätigung der Seriennummer steht noch aus.

Samsung geht damit den gleichen Weg wie Apple: Statt viele Bauteile bei Konkurrenten wie Qualcomm einzukaufen, werde eigene Komponenten verbaut, sofern diese bereits entwickelt wurden. Das mag nicht immer die beste Lösung sein, Stichwort Geschwindigkeit und Leistungsaufnahme, den Firmen ist aber Unabhängigkeit sowie Marge wichtiger. Eigenentwicklungen können zudem besser an eigene Produkte angepasst werden.  (ms)


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