Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/app-runtime-fuer-chrome-android-apps-im-browser-starten-1504-113319.html    Veröffentlicht: 04.04.2015 11:27    Kurz-URL: https://glm.io/113319

App Runtime für Chrome

Android-Apps im Browser starten

Apps für Android können jetzt auch direkt im Browser Chrome gestartet werden und lassen sich so unter Windows, Mac OS X oder Linux nutzen. Dazu hat Google sein Projekt App Runtime für Chrome erweitert.

Android-Apps sollen sich künftig unter herkömmlichen Betriebssystemen direkt im Chrome-Browser starten lassen können. Dafür sorgt das Projekt App Runtime für Chrome (ARC), das es bisher nur für Chrome OS gab. Noch befindet sich ARC in einer frühen Betaphase und bildet Android 4.4 nach.

In der aktuellen Version ist ARC besonders für Entwickler gedacht, die ihre Apps für den Betrieb unter Windows, Mac OS X oder Linux freilich noch anpassen müssen. Denn auch in der finalen Version werden nicht alle Anwendungen für Android in den herkömmlichen Betriebssystemen ordentlich funktionieren. Vor allem die Steuerung oder das bei Rechnern fehlende Gyroskop dürften bei der einen oder anderen Spiele-App zu einem Problem werden.

Apps über das Frontend Welder starten

Damit Apps gestartet werden können, muss zunächst die App ARC Welder in Chrome heruntergeladen und installiert werden. Dabei wird dem Browser auch App Runtime für Chrome hinzugefügt. Außerdem werden die APKs der Apps benötigt. Über die Webseite apps.evozi.com lassen sich die in Googles Play Store angezeigten App-Links in direkte Download-Verknüpfungen verwandeln. In ARC Welder lassen sie sich dann öffnen, etwa im Smartphone- oder Tablet-Format oder als bildschirmfüllendes Fenster. Mehrere Apps lassen sich auch gleichzeitig starten, wenn beim Laden einer weiteren App die Frage, ob die erste gelöscht werden soll, verneint wird.

In einem kurzen Versuch konnten wir die Twitter-App starten und flüssig nutzen, allerdings reagierte sie nicht auf Tastatureingaben. Angry Birds oder Googles Chrome für Android liefen jedoch nicht. Über ARC Welder lassen sich Verknüpfungen zu den Apps auf dem Desktop erstellen. Unter Ubuntu ließen sich auch Fenster, die in kleineren Formaten geöffnet wurden, auch in den Vollbildmodus umschalten. Unter Mac OS X ließ sich der Trackpad für die auf Tablets verwendeten Gestensteuerung nutzen.

Kaum Anpassungen nötig

Entwickler müssten den Code der Apps weder portieren noch verändern, von den Anpassungen an den Formfaktor und der Verwendung mit Tastatur und Touchpad abgesehen. Zudem laufe der gesamte Code dank des Native Clients, was auch die Standard-Umgebung für die Anwendungen des Chrome Web Stores sei, "obwohl die Anwendungen die Android-APIs verwenden", heißt es bei Google.

Die Dateien und Verzeichnisse in den Quellen deuten aber darauf hin, dass nicht allein der Native Client verwendet wird. Vielmehr sind viele Bestandteile für ARC Komponenten von Chromium und Android. Neben einigen Systembibliotheken und externen Abhängigkeiten finden sich vor allem die Quellen der Bionic-C-Bibliothek, die wohl auf den größtenteils architekturunabhängigen Native Client portiert worden sind.

Es gibt bereits mehrere Initiativen, um Android-Apps unter Windows bereitzustellen, darunter der App Player von Bluestacks. Berichten zufolge plant auch Microsoft eine Unterstützung von Android-Apps auf seiner Windows-Plattform. Außerdem gibt es mit Console OS eine Android-Portierung für x86-Systeme.  (jt)


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