Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/minister-keine-foerderung-mehr-unter-50-mbit-s-1504-113272.html    Veröffentlicht: 01.04.2015 09:10    Kurz-URL: https://glm.io/113272

Minister

Keine Förderung mehr unter 50 MBit/s

Baden-Württemberg will stufenweise Kabelschutzrohre und Glasfaserkabel verlegen, um Glasfaser "schon heute möglichst nahe bis zum Endnutzer zu bringen". Auch alternative Verlegetechniken im Abwasserkanal werden gefördert.

Datenübertragungsraten von mindestens 50 MBit/s sind festgeschrieben, unter diesem Wert würde grundsätzlich keine Förderung mehr genehmigt. Das sagte der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Alexander Bonde (Grüne), bei einer Veranstaltung zur Breitbandinitiative II Baden-Württemberg in Ulm. Das Land dürfe nur innerhalb des rechtlichen Rahmens tätig werden, den das EU-Beihilferecht vorgebe.

Die Datenmengen würden stetig steigen, weshalb die Landesregierung den Aufbau von schnellen Netzen fördere. Das Ziel sei, die Kommunen und Landkreise dabei zu unterstützen, stufenweise Kabelschutzrohre und Glasfaserkabel zu verlegen, um Glasfaser "schon heute möglichst nahe bis zum Endnutzer zu bringen". Auch alternative Verlegetechniken im Abwasserkanal würden gefördert. "Wir haben die Mittel ab 2015 verdreifacht - auf 31,7 Millionen Euro jährlich", sagte Bonde.

Bei dem Kabelnetzbetreiber Unitymedia KabelBW werden Internetverbindungen mit hohen Geschwindigkeiten stark nachgefragt. Das gab die Liberty-Global-Tochter im Februar 2015 bekannt. "65 Prozent aller Neukunden buchten im vierten Quartal Pakete mit Internetgeschwindigkeiten von 100 MBit/s oder mehr." Seit November 2014 bietet Unitymedia KabelBW im gesamten Netz Internet mit Downloadgeschwindigkeiten von bis zu 200 MBit/s an.

Der Sprecher der FDP-Landtagsfraktion für den Ländlichen Raum, Friedrich Bullinger, kritisierte dagegen mangelnde Bemühungen der grün-roten Landesregierung um Mittel aus der EU-Investitionsoffensive für baden-württembergische Vorhaben beim Breitbandausbau. Grün-Rot dürfe keine EU-Mittel für den Breitbandausbau ungenutzt liegen lassen.  (asa)


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