Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/suchranking-googles-neue-suchformel-kann-den-markt-veraendern-1503-113243.html    Veröffentlicht: 31.03.2015 09:30    Kurz-URL: https://glm.io/113243

Suchranking

Googles neue Suchformel kann den Markt verändern

Alles neu macht Google: Das Unternehmen will seinen Algorithmus für die mobile Suche grundlegend verändern. Profitieren könnten davon vor allem kleinere Webseiten.

Es kommt nicht oft vor, dass Google Änderungen an seinem Suchalgorithmus so prominent ankündigt wie beim kommenden Update. Die Neuerungen am 21. April sollen noch größer werden als bei den vorherigen Updates Penguin und Panda: Mit der neuen Suchformel will Google seine Suche für mobile Geräte ändern - Webseitenbetreiber sollten vorbereitet sein.

Mobile-Friendliness ist das Stichwort bei Googles neuem Ranking-Faktor. Google will nur solche Suchergebnisse auf mobilen Geräten anzeigen, die auf diesen auch dargestellt werden können. Eine mobile Website soll nach dem Update nicht nur fehlerfrei angezeigt werden können, sie soll auch ohne horizontale Scrollbewegungen und Pinch-to-Zoom erfassbar sein. Natürlich sollte auf nicht darstellbare Inhalte wie Flash verzichtet werden, und auch die Navigation von Links darf kein Problem darstellen. Diese Anforderungen richten sich vor allem nach Endgeräten mit geringerer Auflösung - in erster Linie also Smartphones.

Anforderungen erfüllt?

Alle Webseitenbetreiber, die ihre Smartphone-Anwender bisher vernachlässigt haben und die Anforderungen nicht erfüllen, könnten von dem veränderten Algorithmus im April überrascht werden. Im schlimmsten Fall brechen mit dem Rollout des Updates Besucher, die über den mobilen Weg zur Website kamen, einfach vollständig weg. Und mit ihnen auch die Umsätze.

Das Argument, ohnehin nicht viele Smartphone-Nutzer zu haben, zählt übrigens nicht. Denn dafür könnte es auch einen Grund geben: War die Website für den mobilen Aufruf nicht optimiert, dann ist der Nutzer an einem zweiten Besuch möglicherweise nicht interessiert gewesen. Der von Google veränderte Algorithmus bewirkt, dass sich ab April auch kaum noch Erstbesucher auf die Webseite verirren werden.

Das könnte zu einem Problem für große Unternehmen werden, die sich bisher nicht mit der Mobile-Friendliness ihrer Seite auseinandergesetzt haben: Sie haben das Nachsehen gegenüber Konkurrenten, die bei der Suche bisher weiter hinten standen, aber die Anforderungen des veränderten Algorithmus erfüllen. Das Google-Update ist also eine Chance für neue und bisher weniger starke Marken, sichtbarer zu werden.

Auswirkung auf die Desktopsuche

Gelingt es den Webseitenbetreibern, die eigene Marke durch den Suchvorteil auszubauen, bleibt es jedoch nicht nur dabei. Denn verändertes Nutzerverhalten setzt sich in der Verwendung anderer Endgeräte wie zum Beispiel bei der Desktopsuche fort. Steigt also die Beliebtheit eines Angebotes mobil, dann wahrscheinlich auch woanders. Das neue Google-Update hat damit in jedem Fall Auswirkungen auch auf die normale Google-Suche.

Darum darf kein Webseitenbetreiber die Kompatibilität mit mobilen Endgeräten ignorieren, insbesondere mit den meist etwas geringer aufgelösten Smartphones. Sie muss Bestandteil der Onlinestrategie werden. Vor allem Suchmaschinenoptimierer spielen dabei eine wesentliche Rolle: Hier geht es um Aufklärung im gesamten Unternehmen. Denn die Bereitstellung des passenden Formats liegt meist außerhalb ihres Tätigkeitsbereichs und in der Verantwortung der Entwickler.

Google hat eine Webseite erstellt, auf der Seitenbetreiber testen können, ob der Webauftritt den mobilen Anforderungen der Suchmaschine entspricht.

Steven Broschart ist bei einem Münchner Beratungsunternehmen als Head of SEO & UX tätig. Außerdem hat er das Buch Suchmaschinenoptimierung & Usability geschrieben. Broschart arbeitet als freier Autor für Fachmagazine und bloggt auf Optimizingexperts.de.

IMHO ist der Kommentar von Golem.de. IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach)  (sb)


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