Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/arm-soc-allwinner-verschleiert-lizenzverletzungen-noch-weiter-1503-113184.html    Veröffentlicht: 26.03.2015 15:39    Kurz-URL: https://glm.io/113184

ARM-SoC

Allwinner verschleiert Lizenzverletzungen noch weiter

Nach Vorwürfen gegen Allwinner habe das Unternehmen in einem Update die LGPL-Verletzungen nun wohl noch weiter verschleiert, schreibt Luc Verhaegen. Die betroffenen Symbole im Binärcode seien lediglich entfernt worden, nicht aber der Code.

Nachdem der Linux-Entwickler Luc Verhaegen vergangene Woche den aus seiner Sicht "ultimativen Beweis" dafür präsentierte, dass Allwinner mit seinem Binärblob zur Multimediaunterstützung gegen die LGPL verstoße, reagiert das Unternehmen nun mit einem Code-Update. Dabei sei Allwinner so weise gewesen, sämtliche Symbole herauszureißen, schreibt Verhaegen nun ironisch in einer E-Mail.

Mit Hilfe sogenannter Symbole lassen sich im Binärcode unter anderem die kompilierten Funktionen wiederfinden. Mit einem "Update der Bibliothek zum Beheben einiger Fehler" habe Allwinner die Symbole nun aber entfernt, berichtet Verhaegen. Der eigentliche Code sei dabei aber nicht verändert worden, dieser finde sich nach wie vor in dem Binärblob.

Durch das Dekompilieren und einen dadurch möglichen Vergleich des Codes von Allwinner mit dem vermeintlichen Original aus FFMpeg hatte Verhaegen versucht, dem Unternehmen eine Verletzung der LGPL nachzuweisen. Dies sei immer noch möglich. "Egal welchen Zweck dies haben sollte, es ist ziemlich ineffektiv und zeigt nur, wie kurzsichtig Allwinner tatsächlich ist", kommentiert der Programmierer.

Weiter heißt es: "Allwinner scheint mit jedem seiner Schritte die Dinge zu verschlimmern, und es kann nicht länger angenommen werden, dass Allwinner gute Absichten hat, egal wie unwahrscheinlich das bisher war. Wie ich bereits im IRC sagte, jene, die es immer noch für nötig erachten, Allwinner zu verteidigen, sind intellektuell verlogen."

Zu den mehrfach öffentlich vorgetragenen Anschuldigungen gegenüber dem Unternehmen hat sich Allwinner bisher nicht geäußert.  (sg)


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