Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/asus-rog-gr8-im-test-andere-koennen-s-besser-1503-113103.html    Veröffentlicht: 31.03.2015 12:01    Kurz-URL: https://glm.io/113103

Asus ROG GR8 im Test

Andere können's besser

Asus' erste Steam-Machine kommt nicht mit Steam OS, sondern mit Windows 8.1 und bietet genügend Leistung zum Spielen. Der kompakte Spielerechner ist leise und sparsam, aber teuer.

Asus möchte - wie Alienware mit seiner Alpha - nicht mehr warten, bis Valve sein Spielebetriebssystem SteamOS fertigstellt. Der kompakte, ursprünglich als Steam Machine geplante Spiele-PC Republic of Gamer (ROG) GR8 wird deswegen mit Microsofts Windows 8.1 als Betriebssystem ausgeliefert. Wir haben das Gerät getestet und geschaut, wie es sich im Wohnzimmereinsatz schlägt.

Valve möchte mit Steam Machines in Konkurrenz zu den aktuellen Konsolen von Sony und Microsoft treten. Die zertifizierten Spielerechner sollen deswegen an den Einsatz im Wohnzimmer angepasst sein. Dazu gehört auch die Möglichkeit, das System mit dem Gamepad zu steuern - bei Windows-Systemen ist das kaum möglich. Dennoch bringt Asus erstmal das System ohne SteamOS heraus.

Vom Format her ist der PC deutlich kleiner als die Konsolen Xbox One und Playstation 4. Der GR8 besitzt ein Gesamtvolumen von nicht einmal 2,5 Litern - das ist fast die Hälfte des Gehäusevolumens der Playstation 4, die Xbox One ist nochmal deutlich größer. Doch soll er trotz der kompakten Ausmaße und Komponenten für mobile Systeme ausreichend Leistung liefern, um aktuelle Spiele flüssig wiedergeben zu können, und so mit den Konsolen konkurrieren.

Um genügend Leistung für aktuelle Spiele zu liefern, ist der Haswell-Prozessor Core i7-4510U von Intel mit zwei Kernen und Hyperthreading verbaut. Er ist eigentlich für Ultrabooks gedacht, liefert aber auch beim Spielen ausreichend Leistung. Seine beiden Kerne haben einen Basistakt von 2 GHz, bei voller Last takten sie im Turbo-Modus auf bis zu 2,8 GHz hoch. Die mobile Maxwell-GPU GTX 860M (GM107) von Nvidia mit 2 GByte Videospeicher entspricht einer GTX 750 Ti, einer Mittelklasse-Grafikkarte. Im Desktopbetrieb kümmert sich die sparsamere Intel-HD-Graphics-4400-iGPU des Core i7-4510U um die Grafikausgabe, die Nvidia-GPU arbeitet, wenn mehr 3D-Leistung benötigt wird, etwa beim Spielen.

Die meisten aktuellen Spiele laufen auf dem Mini-PC auf den höchsten Einstellungen flüssig: Crysis 3 und Ryse laufen in 1080p mit hohen Details mit 30 Bildern pro Sekunde (fps). Auch The Elder Scrolls 5 Skyrim inklusive Textur-Mods und in vierfacher Multisampling-Kantenglättung kann mit 50 fps gespielt werden, Battlefield 4 in 1080p mit den höchsten Einstellungen und FXAA erreicht 41 fps. Damit bewegt sich der GR8 auf dem Leistungsniveau der Alienware Alpha, die allerdings deutlich günstiger ist. Einzig mehr CPU-Leistung besitzt der Asus-Rechner - beim Spielen limitiert aber die durchschnittliche Grafikkarte das System, so dass das nicht so stark ins Gewicht fällt.



Nicht so komfortabel wie Konsolen

Ein Radiallüfter reicht zusammen mit den Kupfer-Kühlkörpern und zwei Heatpipes, um das System auch unter voller Last ordentlich zu kühlen. Dabei bleibt der Lüfter überraschend leise. Nur ein leichter Luftzug ist wahrnehmbar; im Desktopbetrieb ist er gar nicht zu hören. Das liegt aber vor allem an den sparsamen Komponenten. Im Leerlauf liegt die Leistungsaufnahme des Systems bei 13 Watt, beim Streamen der Netflix-Serie Marco Polo mit 1080p benötigt der Rechner 21 Watt. Das ist ein sehr guter Wert. Auch beim Spielen von Crysis 3 liegt der Verbrauch bei 71 Watt. Das sind nochmals bessere Werte als bei der Alienware Alpha mit einer ebenfalls niedrigen Leistungsaufnahme, sie liegen deutlich unter den Werten der aktuellen Konsolen.

Da Asus komplett auf mobile Komponenten setzt, ist das Aufrüsten des PCs aber kaum möglich. Sollte die Leistung in ein paar Jahren nicht mehr ausreichen, können CPU und GPU nicht ausgetauscht werden - beide sind mit der Hauptplatine fest verlötet.

Einzig der 8 GByte große DDR3-SODIMM-Speicher kann ohne viel Aufwand ausgetauscht werden. Er befindet sich hinter einer leicht zugänglichen Klappe. Sehr bequem ist es, ein weiteres 2,5-Zoll-Laufwerk - etwa eine schnelle SSD als Systemplatte - in den zweiten Festplattenschacht zu stecken. Dazu muss nur die Seitenwand des Kunststoffgehäuses gelöst werden. Aber auch die interne 2,5-Zoll-Festplatte von HGST mit 1 TByte Speicher kann ausgetauscht werden. Dazu muss allerdings der komplette PC zerlegt werden.

Das Gehäuse misst 24,5 x 23,8 x 6 cm und ist deutlich kleiner als das der Playstation 4. Doch benötigt der Asus-Rechner ein externes Netzteil, das zusätzlichen Platz beansprucht. Aufgrund der kompakten Größe ist kein optisches Laufwerk vorhanden.

An der Gehäusevorderseite hat der GR8 neben Kopfhörer- und Mikrofonanschluss auch zwei USB-2.0-Buchsen. Die vier schnelleren USB-3.0-Ports befinden sich an der Rückseite. Ansonsten sind noch ein HDMI- und ein Display-Port-Anschluss sowie eine Gigabit-Ethernet-Buchse vorhanden. Alternativ kann über das WLAN-ac-Modul eine Internetverbindung hergestellt werden. Ein optischer Audiodigitalausgang sowie drei 3,5-mm-Klinke-Buchsen (Line in/Mic in/Speaker out) sind ebenfalls an der Rückseite platziert.

Im Wohnzimmer - dem von Asus gedachten Einsatzort - stört im Betrieb vor allem eines: Windows 8.1 ist mit einem Gamepad nur sehr mühselig bis gar nicht zu bedienen. Hier sind die Konsolen ganz klar im Vorteil mit ihren angepassten Oberflächen. Einzig Alienware hat es mit der Alpha-UI geschafft, eine für Gamepads ideale Benutzeroberfläche zur Verfügung zu stellen, bei der auch die Ersteinrichtung mit dem Gamepad vollzogen werden kann. Und sollte doch auf die Windows-Oberfläche zugegriffen werden müssen, gelingt die Bedienung dank der cleveren Maus-Emulation per Gamepad gut.

Beim Asus-Rechner bleibt dem Nutzer nur, auf Maus und Tastatur zu wechseln. Im Steam-Big-Picture-Modus ist die Steuerung per Gamepad natürlich kein Problem. Wer ausschließlich diese Plattform zum Spielen nutzt, sollte den Gamepad-Modus im Autostart aktivieren.

Verfügbarkeit und Fazit

Der Asus ROG GR8 ist im Onlinehandel mit verschiedenen Speicherausstattungen verfügbar. Die Variante mit einer 1 TByte großen HDD - wie wir sie auch im Test hatten - kostet rund 800 Euro, das Gerät mit einer 256-GByte-SSD etwa 1.000 Euro. Asus legt beiden Varianten die mechanische Tastatur M801 mit roten Kailh-Schaltern und die ROG Gladius Maus bei. Die Maus würde im Onlinehandel 70 Euro kosten, die Tastatur ist nicht separat erhältlich.

Fazit

Asus' Mini-PC der Republic-of-Gamers-Reihe ist schön kompakt und dennoch zum Spielen geeignet - also perfekt fürs Wohnzimmer. Der mobile Intel-Prozessor und die Maxwell-Grafikkarte von Nvidia ermöglichen auch das Spielen von aktuellen Titeln wie Ryse mit maximalen Einstellungen bei flüssigen Bildraten.

Dabei bleibt der Rechner angenehm leise. Der Radiallüfter ist auch bei voller Last kaum zu hören und kühlt die Hardware dennoch ausreichend. Positiv ist der zweite leicht zugängliche 2,5-Zoll-Laufwerksschacht. Eine SSD oder eine weitere HDD kann ohne viel Aufwand eingebaut werden.

Doch ist der Rechner für das Gebotene zu teuer. Die bessere Alternative ist die etwas kleinere Alienware Alpha. Sie besitzt zwar weniger CPU-Leistung, doch kann sie bei der Spieleleistung locker mithalten, da die Grafikkarte diese bei beiden Systemen limitiert.

Vor allem ist sie aber mit einem Preis ab etwa 550 Euro deutlich günstiger - bei der kleinsten Variante sollte aber der Arbeitsspeicher von 4 auf 8 GByte erweitert werden, was knapp 60 Euro kosten dürfte.  (ms)


Verwandte Artikel:
Zenfone 5Z im Hands on: Interessanter Angriff auf iPhone-X-Eigenarten   
(28.02.2018, https://glm.io/133041 )
Mek1: In Zotacs Mini-Gamingbox passen ein i7 und eine GTX 1070 Ti   
(11.12.2017, https://glm.io/131589 )
Lexip: Joystick, Analogstick und Gamingmaus in einem   
(06.03.2018, https://glm.io/133163 )
Lenovo Ideapad 720S im Test: AMDs Ryzen Mobile gegen Intels Kaby Lake R   
(08.03.2018, https://glm.io/132924 )
Vivo: Zwei 2,5-Zoll-Laufwerke passen in Asus' neuen Mini-PC   
(11.12.2014, https://glm.io/111107 )

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/