Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/nsa-snowden-will-keine-us-rueckkehr-wegen-geheimverfahren-1503-113045.html    Veröffentlicht: 18.03.2015 18:32    Kurz-URL: https://glm.io/113045

NSA

Snowden will wegen Geheimverfahren keine US-Rückkehr

Edward Snowden hat auf der Cebit in einer Videokonferenz gesagt, dass er nicht in die USA zurückkehren könne, weil ihn statt eines fairen Prozesses ein Geheimverfahren erwarte. Er habe mit dem, was er tat, sein Leben "bis auf den Boden heruntergebrannt."

Edward Snowden sieht keine Grundlage für eine Rückkehr in die USA. "Ich will nach Hause kommen", hat der US-Whistleblower bei einem Videoauftritt auf der Cebit in Hannover am 18. März 2015 gesagt. Er würde sich gern vor einem ordentlichen Gericht verantworten, hat der frühere Geheimdienst-Mitarbeiter betont. "Aber nach aktuellen Gesetzen ist es nicht möglich, einen fairen Prozess zu bekommen" - da das Verfahren im Geheimen ablaufe.

Zuletzt war spekuliert worden, Snowdens Anwälte handelten gerade eine Vereinbarung aus, damit er in die USA zurückkehren könne. Snowden hatte 2013 Dokumente des US-Geheimdiensts NSA an Journalisten übergeben. Damit löste er eine Welle von Enthüllungen über die Überwachung durch die NSA und andere Geheimdienste aus. Snowden musste auf der Flucht in Moskau bleiben und bekam von den russischen Behörden Asyl.

Snowden bekräftigte erneute, dass er seine Enthüllungen nicht bereue: "Ja, ich habe mit dem, was ich tat, mein Leben bis auf den Boden heruntergebrannt. Aber ich würde es jedes Mal wieder genauso tun. Denn es schafft ja auch neuen, fruchtbaren Boden."

Nicht alle NSA-Papiere veröffentlichen

Der Journalist Glenn Greenwald hat ausgeschlossen, dass die Snowden-Unterlagen komplett veröffentlicht werden könnten. Die Geheimdienst-Papiere enthielten dafür zu viele Informationen über überwachte Personen, sagte Greenwald auf der Cebit. "Es wäre schrecklich, wenn wir alle diese Informationen veröffentlichen würden. Es wäre eine Verletzung ihrer Privatsphäre."

Er selbst falle als Auswerter der Snowden-Papiere nicht ins Gewicht, da im US-Geheimdienstapparat Zehntausende Zugang hätten, meinte Greenwald.  (asa)


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