Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/bloodborne-angespielt-angsthase-oder-nichtsnutz-1503-112955.html    Veröffentlicht: 16.03.2015 09:00    Kurz-URL: https://glm.io/112955

Bloodborne angespielt

Angsthase oder Nichtsnutz

Schon die Auswahl der Charakterklasse ist in Bloodborne nicht ganz einfach - aber richtig herausfordernd wird das Action-Rollenspiel von den Dark-Souls-2-Machern, sobald der erste Gegner auftaucht. Golem.de hat es auf der Playstation 4 angespielt.

Wir können uns nicht entscheiden: Sind wir ein Angsthase oder ein Nichtsnutz? Oder doch ein Militärveteran - oder hat unser künftiger Held vielleicht eher ein "Leben voller Gewalt"? Alle vier sind offizielle Klassennamen in der Charaktergenerierung von Bloodborne, die wir vor dem eigentlichen Start für die Hauptfigur durchlaufen.

Für welchen Typ wir uns entscheiden, hat vor allem Auswirkungen auf Werte wie Stärke, Vitalität und Geschick - wer schon mal ein Rollenspiel gespielt hat, kennt derartige Systeme trotz der originellen und etwas morbiden Aufmachung natürlich. Im weiteren Spielverlauf sollen wir den Helden dann aber sehr weitgehend unseren Vorstellungen anpassen können, versichert uns beim Anspielen ein Vertreter von Publisher Sony, der sich schon intensiv mit dem Programm beschäftigt hat.

Bloodborne stammt vom japanischen Entwicklerstudio From Software, das sich in den letzten Jahren einen Ruf als Experte für besonders schwierige Hardcore-Spiele wie Dark Souls 2 geschaffen hat. Dass Bloodborne ebenfalls alles andere als einfach ist, merken wir sofort nach dem gruselig-schick inszenierten Intro. Die Handlung dreht sich um eine Seuche, durch die ein Großteil der Bewohner der viktorianisch anmutenden Stadt Yharnam in blutrünstige Monster verwandelt wird.

Gleich zu Beginn des eigentlichen Spiels stehen wir mit zwei Waffen in einer dunklen Ecke. In der rechten Faust tragen wir eine Jägeraxt, in der linken eine Jägerpistole. Wir können uns entscheiden, ob wir beide gleichzeitig verwenden, um Feinde aus der Ferne zu schwächen und sie anschließend aus der Nähe endgültig zu zerstückeln.

Oder wir stecken die Pistole in den Gürtel und versehen die Axt mit einem langen Griff, so dass wir die Gegner fast wie mit einer riesigen Sense in weitem Bogen um uns herum angreifen können. Vor ähnliche dezent taktische Entscheidungen will uns das Spiel offenbar öfter stellen. Wichtig ist noch, dass wir uns merken, den priorisierten Feind immer mit einem Druck auf den rechten Analogstick des Controllers anzuvisieren - solche Kleinigkeiten können über Leben und Bildschirmtod entscheiden.

Schneller und aggressiver als Dark Souls 2

Mit den ersten Gegnern, die an eine Mischung aus Zombie, Werwolf und struppiger Vogelscheuche erinnern, kommen wir noch halbwegs gut klar - einfach, indem wir mit unserer Axt-Sense ausholen und draufhauen. Bereits hier wird deutlich, dass sich das Gegnerverhalten in Bloodborne spürbar von dem in Dark Souls 2 unterscheidet: Die Feinde sind wesentlich schneller und aggressiver, und es bleibt kaum Zeit, sie zu beobachten und uns eine Taktik auszudenken. Übrigens gibt es nur einen einzigen Schwierigkeitsgrad.

Während unseres etwa einstündigen Anspieltermins wollen wir vom eigentlichen Spiel eigentlich nur einen Abschnitt schaffen, bei dem wir eine längere, von Häusern eingefasste Straße entlangkommen und dann am Ende über eine etwas höhere Ebene bis zu einem Bossgegner gelangen.

Um es gleich zu sagen: Wir haben es nicht geschafft. Mal sind einfach zu viele Feinde über uns hergefallen, mal haben wir einen Werwolf in einer dunkeln Ecke übersehen, mal sind wir kurz vor dem Gelingen doch noch übermütig geworden und wollten den letzten Gegner auch noch erledigen, obwohl es in Bloodborne ausdrücklich nur darum geht, die Abschnitte zu überleben und es in den nächsten zu schaffen.

Fies: Wenn wir sterben, setzt uns das Programm wie beim Laden eines Savegames an den gleichen Ausgangspunkt zurück. Unsere bei früheren Versuchen verbrauchten Molotowcocktails - eine klasse Waffe gegen mehrere Feinde - sind dann ebenso weg wie die Heiltränke, so dass es sogar eher noch etwas schwieriger wird.

Was wir bei den Gegnern an Ausrüstung finden, hängt laut dem Vertreter von Sony vom Zufall ab. Mit etwas Glück bekommen wir eine gute Mischung, mit viel Pech ständig nur neue Munition für die Pistole, die wir in diesem Abschnitt kaum verwenden.

Die Grafik macht einen stimmigen und schönen Eindruck - Bloodborne sieht um Klassen besser aus als Dark Souls 2, auch die Animationen und atmosphärisch dichten Zwischensequenzen finden wir gelungen. Bis zum fertigen Spiel dürfte sich an der angespielten Fassung übrigens so gut wie nichts mehr ändern, denn das fertige Programm soll bereits am 25. März 2015 erscheinen - leider exklusiv für die Playstation 4.  (ps)


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