Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/roboter-aus-fluessigmetall-terminator-tropfen-faehrt-mit-aluminium-1503-112942.html    Veröffentlicht: 13.03.2015 11:59    Kurz-URL: https://glm.io/112942

Roboter aus Flüssigmetall

Terminator-Tropfen fährt mit Aluminium

Dieser Roboter kann zwar nichts terminieren, aber er hat trotzdem etwas mit dem T-1000 gemeinsam: Er besteht aus einer Flüssigmetalllegierung und kann seine Form verändern.

Eine Flüssigmetalllegierung machte den T-1000 im zweiten Film der Terminator-Serie fast unbesiegbar. Chinesische Wissenschaftler haben einen kleinen T-1000 entwickelt: einen Roboter aus einem flüssigen Metall. Der ist aber nicht so furchterregend wie sein fiktionales Vorbild.

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Der Roboter - die Forscher von der Tsinghua-Universität in Peking bezeichnen ihn als biomimetischen Flüssigmetallmollusk - besteht aus einem Tropfen Galinstan. Das ist eine Legierung aus Gallium, Indium und Zinn, deren Schmelzpunkt bei minus 19 Grad liegt, also bei Zimmertemperatur flüssig ist. Das metallische Weichtier wird in eine Natriumhydroxid-Lösung oder auch in Salzwasser platziert.

Aluminium treibt Metalltropfen an

Als Treibstoff wird ein kleines Aluminiumstückchen in den Metalltropfen gegeben - und schon bewegt sich der Metalltropfen vorwärts. Dafür sind zwei Mechanismen verantwortlich: In dem Tropfen herrscht ein Ladungsungleichgewicht, das eine Druckdifferenz zwischen der Vorder- und der Rückseite erzeugt, die den Tropfen vorwärtsdrückt. Zudem reagiert das Aluminium mit der Flüssigkeit, wodurch kleine Wasserstoffbläschen entstehen, die ebenfalls für Vortrieb sorgen.

Gut eine Stunde bewegte sich der Miniterminator in der Flüssigkeit. Er fährt geradeaus. Die Wissenschaftler um Jing Liu setzten ihn aber auch auf eine Kreisbahn und in eine Art Labyrinth mit Gängen, die ihre Richtung ändern oder sich verengen. Wird der Tropfen festgehalten, kann er als Pumpe eingesetzt werden, die etwa 50 Milliliter Wasser in der Sekunde bewegt.

Der kleine Roboter könne sich selbst verformen und so seiner Umgebung, in der er unterwegs sei, anpassen - genauso wie der T-1000 in dem Science-Fiction-Film, sagte Liu dem britischen Wissenschaftsmagazin New Scientist. Liu und seine Kollegen beschrieben ihre Entwicklung in der Fachzeitschrift Advanced Materials.  (wp)


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