Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/apple-kein-werbeverbot-auf-der-apple-watch-1503-112910.html    Veröffentlicht: 12.03.2015 07:38    Kurz-URL: https://glm.io/112910

Apple

Kein Werbeverbot auf der Apple Watch

Wird der Träger der Apple Watch beim Betreten des Supermarkts mit Werbung auf seiner Smartwatch begrüßt? Apples überarbeitete Entwicklerrichtlinien erlauben jetzt explizit Werbung in Watchkit-Extensions. Das dürfte nicht jeden Nutzer freuen.

Apple hat seine Richtlinien für die Entwicklung von Apps überarbeitet. Ein besonders interessanter Passus im iOS Developer Program License Agreement umfasst die Watchkit-Extensions für die Apple Watch. Diese dürfen ausdrücklich auch Werbung beinhalten. Bei normalen iOS-Extensions, die nur auf dem iPhone und iPad genutzt werden, bleibt das Werbeverbot indes bestehen.

Unter Punkt 3.3.38 des Vertrags heißt es: "Extensions (excluding Watchkit Extensions) may not include advertising, product promotion, directmarketing, or In-App Purchase offers in their extension view" - übersetzt: "Extensions (außer Watchkit Extensions) dürfen keine Werbung, Produktpromotion, Direktmarketing oder In-App-Käufe in ihrer Extension-Darstellung beinhalten."

Bisher können Watch-Apps ausschließlich über Watchkit-Extensions als Bestandteil von iOS-Apps entwickelt werden. Diese werden über die Apple-Watch-App auf dem iPhone auf der Uhr installiert und bei Bedarf auch wieder entfernt. Über die Uhr selbst ist das nicht möglich.

Ursprünglich hieß es - allerdings nie von Apple direkt - , dass es keine Werbung auf der Uhr geben werde. Das hielt schon Mitte Januar 2015 die kleine Supermarktkette Marsh aber nicht davon ab, zusammen mit dem Dienstleister Inmarket ein Projekt zu starten, um die Apple Watch in den Einkauf einzubinden. Die schon im Supermarkt installierten iBeacons sollen dazu genutzt werden. Mit der App des Supermarktes soll der Kunde sogar punktgenau kurz vor dem entsprechenden Warenangebot mit Informationen zu Sonderpreisen und Ähnlichem am Handgelenk informiert werden. Mit den Apps von Marsh könnte der Kunde zum Beispiel seine Einkaufsliste auf die Smartwatch übertragen, einzelne Punkte abhaken und im Laden zu den jeweiligen Produkten gelenkt werden, berichtete Adweek im Januar 2015.

Die in den USA beliebten Coupons und Gutscheine sollen ebenfalls in das System eingebunden werden und über persönliche Offerten sollen zusätzliche Umsätze generiert werden. Das dürfte der Hauptanwendungszweck sein. Werbung in Form einfacher Anzeigen könnte schnell zur Deinstallation der dazugehörigen iOS-App führen.

Derweil arbeiten auch andere Unternehmen wie Tapsense daran, Werbebotschaften auf die Apple Watch zu bringen. Ohne die freiwillige Installation entsprechender Apps ist das System jedoch nicht umsetzbar. Das könnte dennoch klappen, wenn der Kunde im Gegenzug davon profitiert. Das funktioniert recht gut, wie zahlreiche Kundenbindungsprogramme belegen.  (ad)


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