Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/markenrecht-band-kraftwerk-wehrt-sich-gegen-brennstoffzellenkraftwerk-1503-112880.html    Veröffentlicht: 11.03.2015 07:57    Kurz-URL: https://glm.io/112880

Markenrecht

Band Kraftwerk wehrt sich gegen Brennstoffzellenkraftwerk

Die Elektropopband Kraftwerk geht gegen die Entwickler der Minibrennstoffzelle Ezelleron Kraftwerk vor, die einen Akku mit Feuerzeuggas lädt. Die Brennstoffzelle wird über Kickstarter finanziert. Der Streit um den Namen soll nun durch ein Treffen beigelegt werden.

Bandgründer Ralf Hütter hat in den USA offenbar Klage gegen die Ezelleron Inc. eingereicht. Das Unternehmen hat über Kickstarter eine Brennstoffzelle finanziert, bei der als Wasserstofflieferant Feuerzeuggas verwendet wird. Ezelleron Inc. ist in den USA ein Kooperationspartner der in Dresden ansässigen Ezelleron GmbH.

"Von der Klage haben wir über die amerikanische Presse erfahren. Ebenso kennen wir die Klageschrift nur aus einer Internetveröffentlichung, die offizielle Klageschrift wurde der Ezelleron Inc. noch nicht zugestellt", sagte Sascha Kühn, Geschäftsführer der Ezelleron GmbH.

Bei der Klage geht es um eine angebliche Markenrechtsverletzung. Hütter gibt nach Angaben des Beklagten an, dass er alle Rechte für die Nutzung des Wortes Kraftwerk für Musik, Kleidung und CDs habe.

Die über Kickstarter finanzierte Brennstoffzellen-Akku-Kombination ist jedoch weder Musik noch Kleidung noch eine CD, sondern ein portables Ladegerät. Via Kickstarter wurden 1.529.561 US-Dollar für die Serienproduktion gesammelt.

"Unser Minikraftwerk für die Hosentasche erzeugt aus handelsüblichem Feuerzeuggas Strom. Wir können deshalb die Argumentation von Herrn Hütter, dass unser Kraftwerk, das wie alle anderen Kraftwerke auch, Strom erzeugt, nicht Kraftwerk genannt werden darf, nicht nachvollziehen. Wir sehen hier auch keine Verwechselungsgefahr mit dem Bandnamen", sagte Kühn.

Das Unternehmen wolle Hütter zu einer Vorführung der Funktionsweise des Minikraftwerkes einladen, um einen Rechtsstreit zu verhindern.

Uninformiert ging Ezelleron an die Namenswahl nicht heran. Das Unternehmen ließ nach eigenen Angaben deutsche und US-Anwaltskanzleien prüfen, ob der Begriff Kraftwerk für seine Zwecke nutzbar sei. "Alle Kanzleien haben uns bestätigt, dass das Wort für ein Produkt, das aus einem Energieträger Strom gewinnt, genutzt werden kann", betonte Kühn.  (ad)


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