Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/smartwatch-die-apple-watch-wird-ein-spass-aber-ein-teurer-1503-112848.html    Veröffentlicht: 09.03.2015 19:49    Kurz-URL: https://glm.io/112848

Smartwatch

Die Apple Watch wird ein Spaß - aber ein teurer

Die Apple Watch kostet mindestens 400 Euro und ist damit im Vergleich zur Konkurrenz schon recht hochpreisig. Richtig teuer wird es, wenn edle Materialien und aufwendig gearbeitete Armbänder dazukommen. Mit der Gold-Edition der Smartwatch wird Apple endgültig zum Luxuswarenanbieter.

Apple hat auf seinem "Spring Forward"-Event die Smartwatch Apple Watch nun in ihrer finalen Version präsentiert und die Preise angekündigt, zu denen die Uhr ab April 2015 zu haben sein wird.

Auch einen Ausblick auf die zahlreichen zum Start verfügbaren Apps von Drittentwicklern gab es. Dazu zählen nicht nur einfache Anwendungen zur Musiksteuerung, sondern auch Apps für die Hausautomation - und sogar einige Hotelzimmer werden sich mit der Uhr öffnen lassen. Apple Pay wird in den USA sogar in Cola-Automaten eingebaut, damit der Kunde keine Münzen oder die Kreditkarte hervorkramen muss. Sogar Videostreams können auf dem Display angezeigt werden - beispielsweise von der Überwachungskamera des eigenen Hauses. Auch als Selbstauslöser für die iPhone-Kamera kann die Uhr verwendet werden. Damit das iPhone mit der Apple Watch zusammenarbeiten kann, muss mindestens iOS 8.2 installiert sein.

Die Uhr gibt es in drei Versionen und in zwei Varianten. Die einfache Ausgabe mit Aluminiumgehäuse und Kunststoffarmband heißt Apple Watch Sport. Ihr Display wird mit einem gehärteten Glas geschützt. Bei der Edelstahlversion, die einfach nur Apple Watch genannt wird, kommt Saphirglas zum Einsatz.

Bei der goldenen Apple Watch Edition wird ebenfalls Saphirglas zum Schutz des Displays verwendet. Diese Uhr gibt es in Rot- und in Gelbgold mit jeweils 18 Karat - was einem Goldgehalt von 75 Prozent entspricht. Golduhren verkratzen üblicherweise recht stark, was bei der Apple Watch Edition nicht der Fall sein soll. Apple hat hier eine besonders harte Legierung entwickeln lassen, aber nicht genau spezifiziert, wie sich diese zusammensetzt. Das Unternehmen hat auch ein Patent für ein Verfahren angemeldet, bei dem eine Keramikmischung beigefügt wird, um die Härte zu erhöhen. Uhrenhersteller Hublot patentierte ein ähnliches Verfahren für die Magic-Gold-Legierung, wollte dieses Verfahren jedoch nicht an andere Hersteller lizenzieren.

Technisch unterscheiden sich die Apple-Smartwatches, die es in einer 38-mm- und einer 42mm-Version gibt, nicht voneinander. In allen Modellen hat Apple einen Touchscreen, den gekapselten SoC S1 und die Taptic Engine eingebaut. Letztere sorgt für eine Vibrationsfunktion, mit der die Uhr eingehende Benachrichtigungen oder das Erreichen von Bewegungszielen meldet. Auf der Rückseite befindet sich der optisch-elektronische Pulsmesser. Die Uhr kann durch ein NFC-Modul Transaktionen über Apple Pay durchführen und ist mit dem iPhone über Bluetooth 4.0 LE verbunden. Sie kann auch zum Navigieren genutzt werden, allerdings muss dazu das iPhone gekoppelt sein. Mit dem iPad lässt sie sich nicht nutzen.

Die Krone an der Seite erlaubt das Zoomen innerhalb der winzigen Bildschirmdarstellung, und ein Druck auf die Krone führt auf den Home-Bildschirm zurück. Außerdem ist eine weitere Taste unterhalb der Krone zur Bedienung angebracht worden. Der Touchscreen kann unterschiedlich starke Berührungen erkennen.

Die Apple Watch blendet keine Tastatur ein - sämtliche Eingaben erfolgen entweder über den Touchscreen oder per Sprache. Neben einem Mikrofon wurde ein Lautsprecher eingebaut und Telefonate können so ebenfalls über das Handgelenk geführt werden. Apple nutzt die schon zwischen OS X und iOS genutzte Continuity-Funktion auch im Zusammenspiel zwischen Uhr und iPhone. So kann zum Beispiel eine eingehende E-Mail auf der Uhr gelesen und dann nahtlos auf dem iPhone weiter bearbeitet werden.

Die Apple Watch bietet vier Hauptfunktionen: Glances zeigen lediglich Informationen an, der Anwender kann aber nicht reagieren. Ein Beispiel wäre die Wettervorhersage oder ein Börsenkurs. Notifications hingegen erlauben eine Reaktion. Dazu kommen noch Apps, die mit iPhone-Apps agieren und über das Smartphone auch installiert werden. Die Uhrzeit kann die Apple Watch natürlich auch anzeigen und der Anwender kann zwischen zahlreichen Ziffernblättern wählen, die auch Zusatzdaten wie Mondphasen, Sekunden, das Datum und vieles mehr einblenden können. Einige Ziffernblätter besitzen eine Detail-Funktion, mit denen sie sich weiter individualisieren lassen.

Für die Uhr gibt es zahlreiche Armbänder - aus Kunststoff, Metall oder Leder mit unterschiedlichen Schließen und ein sogenanntes Mailänder-Armband mit feinen Kettengliedern mit Magnetverschluss.

Die Apple Watch Sport kostet 400 Euro in der kleinen und 450 Euro in der großen Version. Die Stahlversion Apple Watch ist in Silber und Grau erhältlich und soll ab 650 Euro kosten. Je nach Ausstattung können es auch 1.250 Euro werden. Die Apple Watch Edition ist limitiert und kostet mindestens 11.000 Euro. Durch entsprechende Armbänder kann der Preis sogar noch in die Höhe getrieben werden.

Die Apple Watch kann ab 10. April 2015 vorbestellt und in den Apple Stores angesehen werden. Dafür hat Apple extra einen neuen Verkaufstisch entwickelt. Ab dem 24. April kann die Uhr dann auch gekauft werden.  (ad)


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