Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/tls-schwachstelle-freak-workaround-schaltet-windows-update-ab-1503-112830.html    Veröffentlicht: 09.03.2015 09:30    Kurz-URL: https://glm.io/112830

TLS-Schwachstelle

Freak-Workaround schaltet Windows Update ab

Microsofts Workaround für die Freak-Schwachstelle schaltet auf einigen Systemen Windows Update ab. Aber auch an anderer Stelle macht der Workaround Probleme.

Der von Microsoft veröffentlichte Workaround für die Freak-Schwachstelle im Internet Explorer macht Probleme. Auf einigen Systemen funktioniert nach der Aktivierung des Workarounds Windows Update nicht mehr, berichten Heise Security und ZDnet. Golem.de kann dies bestätigen. Der Aufruf von Windows Update führt dann zu einer Fehlermeldung und es werden keine Updates mehr angezeigt, auch wenn noch welche zur Installation bereitstehen.

Erst wenn der Workaround rückgängig gemacht wurde, läuft Windows Update wieder einwandfrei. Patches lassen sich also über Windows Update installieren, sobald das System wieder für die Freak-Schwachstelle angreifbar ist.

Zugriffe auf bestimmte Webseiten nicht mehr möglich

Zudem sollen nach dem Workaround einige SSL-verschlüsselte Webseiten nicht mehr funktionieren. Vor allem Seiten von Online-Banking-Angeboten und E-Mail-Diensten sollen davon betroffen sein. In diesem Fall kann es helfen, auf einen anderen Browser auszuweichen, der idealerweise bereits mit einem Patch bedacht wurde und für eine Freak-Attacke nicht mehr angreifbar ist.

Es ist für einen Wokaround nicht ungewöhnlich, dass danach nicht alles einwandfrei funktioniert. Erst mit einem Patch wird es eine Möglichkeit geben, den Fehler zu beseitigen, ohne dass es an anderer Stelle zu Problemen kommt. Allerdings ist es besonders problematisch, dass ausgerechnet Windows Update danach nicht mehr funktioniert.

Das führt dazu, dass sich Nutzer dann anderweitig erkundigen müssen, wenn der Patch verfügbar ist. Zudem ist es möglich, dass andere sicherheitsrelevante Patches erscheinen, von denen der Nutzer dann nichts mitbekommt. Nach wie vor gibt es von Microsoft keine Information dazu, wann ein Patch zu erwarten ist. Möglicherweise erscheint der Patch noch in diesem Monat.

Daten ausspähen mit Freak

Mit Freak (Factoring attack on RSA-Export Keys) können Angreifer über präparierte Datenpakete eine Verbindung über eine schwache 512-Bit-Verschlüsselung zwischen Client und Server erzwingen. Solche Schlüssel lassen sich in etwa sieben Stunden knacken. Damit können Dritte auch den verschlüsselten Datenverkehr über HTTPS abhören.

Damit der Angriff funktioniert, muss der Server den entsprechenden, uralten RSA-Export-Modus unterstützen. Erstaunlicherweise tun das nach wie vor viele Server. Laut Scans der Universität von Michigan sind etwa 37 Prozent der 14 Millionen TLS-Server für diesen Angriff verwundbar. Viele bekannte Webseiten haben den Fehler aber nicht, etwa Google oder Facebook.  (ip)


Verwandte Artikel:
Always Connected PCs: Vielversprechender Windows-RT-Nachfolger mit Fragezeichen   
(09.03.2018, https://glm.io/133094 )
Microsoft: KI-Framework kommt auf Windows-10-Endgeräte   
(08.03.2018, https://glm.io/133217 )
Spectre und Meltdown: Browserhersteller patchen gegen Sidechannel-Angriff   
(05.01.2018, https://glm.io/131972 )
Google: Chrome wird künftig mit Clang statt Visual C++ entwickelt   
(06.03.2018, https://glm.io/133171 )
TLS-Schwachstelle: Freak-Angriff auch unter Windows möglich   
(06.03.2015, https://glm.io/112801 )

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/