Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/microsoft-warum-sich-windows-7-von-pc-fritz-registrieren-liess-1503-112793.html    Veröffentlicht: 05.03.2015 19:58    Kurz-URL: https://glm.io/112793

Microsoft

Warum sich Windows 7 von PC Fritz registrieren ließ

Die offenbar gefälschten Windows-7-DVDs von PC Fritz haben den Nutzern bei der Installation und Registrierung keine Probleme gemacht. "Die Fälscher sind bei der Beschaffung von Product Keys sehr kreativ", erklärte ein Microsoft -Sprecher.

Bei dem Softwarehändler PC Fritz gekaufte Windows-7-Kopien ließen sich problemlos bei Microsoft registrieren. Microsoft-Sprecher Heiko Elmsheuser erklärte Golem.de auf Anfrage: "Die Fälscher sind bei der Beschaffung von Product Keys sehr kreativ. Angefangen von Product Keys aus Edu-Lizenzen, über OEM-Lizenzen, Volumenlizenzen bis hin zu Entwickler-Lizenzen." Besonders die Sperrung von 50.000 Product Keys Ende vergangenen Jahres traf viele PC-Fritz-Kunden.

Über die Sperrung berichtete Microsoft im Dezember 2014. In den vergangenen beiden Jahren seien Hunderttausende gefälschte Datenträger, zumeist Windows-7-Recovery-DVDs, und gefälschte Echtheitszertifikate (COAs) sichergestellt worden. "In Zusammenarbeit mit den Ermittlungsbehörden konnten eine Vielzahl von betrügerischen Händlern gestoppt und kriminelle Netzwerke zerschlagen werden", sagte Oliver Gronau, Director Software Compliance und Antipiracy bei Microsoft Deutschland. Ein wichtiges Beispiel sei der Fall PC Fritz.

Ein Golem.de-Leser berichtet aus eigener Erfahrung, dass Betroffene versuchen könnten, das Betriebssystem bei Microsoft telefonisch neu zu aktivieren. Microsoft-Mitarbeiter würden, wenn erklärt werde, dass die Windows-7-Lizenz in gutem Glauben gekauft worden sei, bisweilen aus Kulanz einen neuen Schlüssel generieren. Ein Recht darauf besteht jedoch nicht.

Elmsheuser hatte Käufern von Windows-7-DVDs von PC Fritz in dieser Woche geraten, den Datenträger zu zerstören. "Streng genommen" müsse der Nutzer die illegale Kopie vernichten und eine Originalversion kaufen und neu installieren, sagte er. Das empfehle Microsoft auch, da nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden könne, dass Schadsoftware mitinstalliert worden sei.  (asa)


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