Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/matware-microsoft-raet-windows-7-dvd-von-pc-fritz-zu-vernichten-1503-112750.html    Veröffentlicht: 04.03.2015 12:25    Kurz-URL: https://glm.io/112750

Malware

Microsoft rät, Windows-7-DVD von PC Fritz zu vernichten

Nach einem ersten Urteil gegen PC Fritz rät Microsoft, die Windows-7-Reinstallations-DVD besser zu zerstören. Es könne sich Schadsoftware auf der DVD befinden.

Microsoft-Sprecher Heiko Elmsheuser rät den Käufern von Windows-7-DVDs von PC Fritz, den Datenträger zu zerstören. Elmsheuser sagte Golem.de auf Anfrage: "Ist eine Rückgabe nicht mehr möglich, müsste der Nutzer strenggenommen die Raubkopie vernichten und eine Originalversion kaufen und neu installieren."

Das empfehle Microsoft auch, da nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden könne, dass Schadsoftware mitinstalliert wurde.

Microsoft dürfte aber wie bisher nur gegen Händler aktiv werden, die große Mengen der Software bei PC Fritz eingekauft haben, um sie weiterzuverkaufen. Private Nutzer haben nichts zu befürchten.

Windows 7 in der Professional Version (64 Bit) wurde von PC Fritz für 29,90 Euro und später für 39,90 Euro angeboten. Die Webseite von PC Fritz ist nicht mehr online. Nur noch eine Facebook-Seite existiert, die seit dem 1. April nicht mehr aktualisiert wurde.

Die gefälschten Datenträger seien laut Microsoft Sicherungskopien nachempfunden, die der Computerhersteller Dell-PCs beifügt, auf denen Windows 7 vorinstalliert ist. Diese Datenträger werden auch Reinstallations-DVDs genannt. Die Microsoft vorliegenden Kopien seien von PC Fritz mit einer eigenen Verpackung und einem ebenfalls gefälschten Echtheitszertifikat versehen und zu weit unter dem Marktpreis liegenden Konditionen vertrieben worden. Der Schaden für den US-Konzern belaufe sich nach Angaben vom September 2013 auf "einen siebenstelligen Betrag".

Am 3. März 2015 gab es eine erste Verurteilung im Fall PC Fritz. Das Landgericht Halle verhängte eine Haftstrafe von vier Jahren und neun Monaten gegen einen 31-jähriger Berliner. Das Gericht sah den Angeklagten als Drahtzieher eines großangelegten Handels mit gefälschter Windows-Software an, bei dem Steuern in Höhe von 900.000 Euro hinterzogen wurden.  (asa)


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