Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/alcatel-onetouch-idol-3-im-hands-on-oben-unten-egal-1503-112729.html    Veröffentlicht: 03.03.2015 18:24    Kurz-URL: https://glm.io/112729

Alcatel Onetouch Idol 3 im Hands On

Oben, unten, egal

Halte ich das Smartphone richtig herum? Diese Frage sollen sich Besitzer des Idol 3 von Alcatel Onetouch nicht mehr stellen müssen. Per Software wird der Bildschirminhalt immer korrekt angezeigt. Im Kurztest hat das gut funktioniert, trotz kleinerer Schwächen.

Wo oben ist, entscheidet der Anwender, nicht das Gerät. Das ist die Idee hinter dem Bedienkonzept des Idol 3. Alcatel Onetouch hat das Android-Smartphone auf dem Mobile World Congress 2015 in Barcelona vorgestellt. Das Idol 3 wird es in zwei Displaygrößen geben, aber auch das technische Innenleben weist Unterschiede auf. Beide Smartphones erscheinen mit Android 5.0 alias Lollipop.

Das Besondere am Idol 3 ist eine zusätzliche Option in den Android-Einstellungen. Dort lässt sich aktivieren, dass der Bildschirminhalt auf jeden Fall immer passend zur Position des Geräts gedreht wird. Normalerweise ist es so, dass sich vor allem der Startbildschirm nicht mitdreht, wenn das Smartphone um 180 Grad gedreht wird und es vorher hochkant gehalten wurde. Das ist beim Idol 3 anders.

Wird also das hochkant gehaltene Smartphone um 180 Grad gedreht, dreht sich auch der Bildschirminhalt entsprechend mit. Das funktioniert sogar mit herausgeklapptem Benachrichtungsbereich oder aufgerufenen Schnelleinstellungen. Demnach dürfte es mit allen Apps gehen, weil die Drehoption systemweit zur Verfügung gestellt wird.

Lautsprecher und Mikrofon doppelt vorhanden

Als weitere Besonderheit hat Alcatel Onetouch sowohl oben als auch unten Lautsprecher und Mikrofon eingebaut. Dadurch kann in beliebigen Positionen ohne Probleme telefoniert werden, Hauptsache das Smartphone wird hochkant gehalten. Wer hingegen Videotelefonie nutzt oder Selbstporträts aufnehmen möchte, sollte darauf achten, dass die Frontkamera oben ist, damit sie nicht versehentlich mit einem Finger verdeckt wird.

Das kleinere Idol-3-Modell hat einen 4,7 Zoll großen Touchscreen mit einer Auflösung von 1.280 x 720 Pixeln. Beim Ausprobieren wurden die Inhalte ausreichend scharf dargestellt. Im kleinen Modell läuft der Quad-Core-Prozessor Snapdragon 410 von Qualcomm mit einer Taktrate von 1,2 GHz.

Intern gibt es 1 GByte Arbeitsspeicher, 16 GByte Flash-Speicher und einen Steckplatz für Micro-SD-Karten mit bis zu 128 GByte. Auf der Rückseite gibt es eine 13-Megapixel-Kamera und vorne ist eine 5-Megapixel-Kamera eingebaut, die beide auch bei dunklem Umgebungslicht noch gute Bilder liefern sollen. Das LTE-Smartphone deckt UMTS, GSM, Single-Band-WLAN nach 802.11 b/g/n und Bluetooth 4.0 ab und hat einen GPS-Empfänger. Es misst 134,6 x 65,9 x 7,55 mm und hat einen 2.000-mAh-Akku.

Großes Modell hat eine bessere technische Ausstattung

Eine etwas bessere Ausstattung gibt es beim Idol 3 mit 5,5-Zoll-Display. Der Touchscreen liefert eine Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln. Inhalte werden also deutlich schärfer angezeigt als beim kleineren Modell. Das große Modell hat Qualcomms Octa-Core-Prozessor Snapdragon 615. Der eine Quad-Core-Teil läuft mit 1 GHz, der andere mit 1,5 GHz.

Zudem gibt es 2 GByte Arbeitsspeicher und 16 GByte Flash-Speicher. Das Smartphone wird auch mit Dual-SIM-Option angeboten, dann erhöht sich der Flash-Speicher auf 32 GByte. Als weiteres ist ein Steckplatz für Micro-SD-Karten mit bis zu 128 GByte eingebaut.

Bei der Kamera- und Mobilfunkausstattung gibt es nur einen kleinen Unterschied. Das 5,5-Zoll-Modell bietet statt Single-Band-WLAN gleich Dual-Band-WLAN. Die Maße beziffert der Hersteller mit 152,7 x 75,14 x 7,4 mm. Mit dem 2.910-mAh-Akku nennt Alcatel Onetouch eine Sprechzeit von 13 Stunden mit einer Akkuladung.

Wann Alcatel Onetouch die beiden Idol-3-Modelle auf den Markt bringen wird, sagte der Hersteller nicht. Die Preise stehen aber bereits fest. Das 4,7-Zoll-Modell kostet 230 Euro, die Variante mit 5,5-Zoll-Touchscreen wird für 300 Euro verkauft.

Fazit

Beim Idol 3 muss sich der Nutzer keine Gedanken machen, ob er das Smartphone richtig herum hält. Sobald es hochkant gehalten wird, kann der Nutzer das Gerät auch verwenden. Auch das Telefonieren ist problemlos möglich.

Softwareseitig ist das Ganze vorbildlich implementiert. Die erweiterte Drehfunktion wurde direkt in das Betriebssystem implementiert und kann über die Android-Einstellungen oder die Schnelleinstellungen umgeschaltet werden. Durch die tiefe Implementierung funktioniert das mit eigentlich allen Android-Apps. Es wäre unpraktisch gewesen, wenn die Drehfunktion nur mit einigen ausgewählten Apps möglich wäre.

Ganz wird das Versprechen von Alcatel Onetoch dennoch nicht eingehalten. Denn für das Fotografieren ist es dann doch wichtig, das Gerät richtig herum zu halten. Bezüglich der Front-Kamera ist es sonst möglich, dass sie mit dem Finger verdeckt wird. Hier hätte eine zweite Front-Kamera Abhilfe schaffen können. Aber das hätte das Smartphone teurer gemacht, so dass es in der Praxis ein akzeptabler Kompromiss geworden ist.  (ip)


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