Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/sofia-und-cherry-trail-intels-neue-atom-x-modelle-bieten-eine-dicke-grafikeinheit-1503-112695.html    Veröffentlicht: 02.03.2015 17:49    Kurz-URL: https://glm.io/112695

Sofia und Cherry Trail

Intels neue Atom-x-Modelle bieten eine dicke Grafikeinheit

Diesmal könnte es sogar klappen, da die winzigen CPU-Kerne und die schnelle Grafikeinheit zumindest auf dem Papier gut klingen: Intels neu benannte Atom-Serie für Smartphones und Tablets soll endlich die Konkurrenz schlagen. Zeit wird es, denn Intel versenkt Milliarden.

Intel hat neue Smartphone- und Tablet-Chips vorgestellt und ein neues Namensschema gleich mit: Künftige Prozessoren heißen Atom x3, Atom x5 oder Atom x7 - das soll es Käufern leichter machen, die Geschwindigkeit der Modelle einzuschätzen. Die intern Sofia und Cherry Trail genannten Systems-on-a-Chip sind Intels wiederholter Versuch, im Smartphone-Markt Fuß zu fassen. Bisher klappte dies trotz mehrerer Milliarden US-Dollar Verlust nicht. Nur im Tablet-Segment sind die Atom-Chips erfolgreich.

Hinter Atom x3 alias Sofia verbirgt sich ein System-on-a-Chip, das Intel in drei Varianten mit Rockchip entwickelt hat. Allen gemeinsam sind die Silvermont-x86-Kerne und die Mali-Grafikeinheit. Einen direkten Vorgänger haben die Atom x3 nicht, die letzte Generation für günstige Smartphones wäre die Medfield-Plattform von 2012, wie sie im Motorola Razr i steckt.

Die lahme PowerVR-Grafikeinheit ersetzt Intel durch ARM-Modelle bis hin zur Mali T720-MP2, die gibt es aber nur im größten Chip. Die beiden anderen Atom x3 ohne LTE, intern Sofia 3G-R und Sofia 3G genannt, sind mit kleineren Mali-GPUs ausgestattet und auch die bis zu vier CPU-Kerne takten langsamer. Alle Atom-x3-Modelle verfügen über ein integriertes Modem und decodieren H.265-Videos.

Um die Atom x3 möglichst günstig herzustellen, fertigt Intel sie nicht selbst, sondern überlässt die Produktion TSMC. Dort laufen die Sofia-Chips im bewährten 28-nm-Verfahren vom Band, das spart Geld und geht schnell. Intel peilt für Geräte mit einem Atom x3 einen Preis von 200 US-Dollar an.

Cherry Trail alias Atom x5 und x7

Teure Smartphones und vor allem Tablets möchte Intel mit den Atom x5 sowie Atom x7 bedienen. Die heißen intern Cherry Trail und werden im 14-nm-FinFET-Prozess (P1273) hergestellt. Statt Silvermont-Kernen stecken Airmont-Recheneinheiten im Chip, technische Verbesserungen gibt es kaum. Dafür übernimmt Intel die Gen8-Grafikheit von Broadwell mit bis zu 16 Ausführungseinheiten (Execution Units). Zum Vergleich: In Bay Trail sind Gen7-Grafikeinheiten mit vier EUs bei ähnlichen Frequenzen verbaut.

Rein von der CPU-Geschwindigkeit sind die Atom x5 und Atom x7 nur wenig flotter als das bisherige Topmodell Atom Z3795 - der Takt liegt jeweils bei bis zu 2,4 GHz. Die Leistung der neuen Grafikeinheit soll Intel zufolge um 50 bis 100 Prozent höher liegen, was bei 16 Execution Units realistisch erscheint. Die Gen8-Grafik unterstützt 4K-Auflösungen und decodiert H.265-Material.

Anders als bei den Atom x3 alias Sofia benötigen die Atom x5 und Atom x7 ein zusätzliches Modem, das neue XMM 7360. Das unterstützt LTE Cat10, aggregiert also drei Carrier für bis zu 450 Mbit pro Sekunde im Downstream. Erste Geräte mit Atom x5 und Atom x7 sollen im ersten Halbjahr 2015 erscheinen.

Sofia und Cherry Trail unterstützen neben Android 4.4 Kitkat sowie Android 5.0 Lollipop auch Windows 8.1 und Windows 10.  (ms)


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