Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/landesanstalt-fuer-kommunikation-tv-werbezeitbeschraenkung-soll-wegen-amazon-und-google-fallen-1502-112612.html    Veröffentlicht: 26.02.2015 11:22    Kurz-URL: https://glm.io/112612

Landesanstalt für Kommunikation

TV-Werbezeitbeschränkung ist wegen Amazon & Co. überholt

Deutsche TV-Sender und Kabelnetzbetreiber fühlen sich durch Internetkonzerne wie Amazon, Apple und Google bedroht. Auf dem Kongress TV Komm waren sich viele einig: Nationale Regelungen sind überholt, nur europäischer Zusammenhalt kann helfen.

Nationale medienrechtliche Regelungen seien wegen des Drucks durch Amazon, Apple, Google und Microsoft nicht mehr sinnvoll, sagt der Präsident der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK), Thomas Langheinrich. Regulierungen wie Werbezeitenbeschränkungen seien darum nicht mehr zeitgemäß, erklärte er auf dem Kongress TV Komm 2015 in Karlsruhe.

Neue Regeln seien nötig, etwa um gleichberechtigten Zugang zu Medienangeboten sicherzustellen: "Wir benötigen eine europäische Regulierung mit Mindestanforderungen und den Schulterschluss aller Akteure vom Inhalteanbieter über die Technik bis hin zur Regulierung, um den Internetgiganten eine starke Position gegenüberzustellen." Auch Unitymedia-Chef Lutz Schüler und der Geschäftsführer des VPRT (Verband Privater Rundfunk und Telemedien) Claus Grewenig traten für gemeinsames europäisches Handeln ein, etwa bei der Auffindbarkeit von Inhalten.

Die vier Konzerne Amazon, Apple, Google und Microsoft spielten mit der Medienindustrie und Politik "Hase und Igel". Sie stellten durch ihre "Omnipräsenz auf allen Inhalte-Verbreitungsplattformen grenzüberschreitend die Regeln auf und entziehen sich jeder nationalen Kontrolle", erklärte Axel Meiling, Principal und Head of Competence Center Digital Media bei Mücke Sturm Company, in seiner Keynote-Ansprache zu Beginn des Kongresses.

Digitale Inhalte auf rund 140 Millionen Endgeräte in Deutschland

So könnten derzeit in Deutschland schon digitale Inhalte über verschiedene Plattformen auf rund 140 Millionen festen und mobilen Endgeräten gesehen werden. Dabei expandierten die vier Konzerne vom PC/Notebook und Smartphones/Tablets aus ihre Ökosysteme mit eigenen Technologien und durch gezielte Übernahmen konsequent auf alle weiteren Geräte und Plattformen. Die vier Unternehmen setzen dabei auf eigene Medienangebote und unterscheiden sich nur durch ihre Geschäftsmodelle.

"Bei Google sind wir alle das Produkt und werden an die Werbewirtschaft verkauft", sagte Meiling. So erwartet er für den TV-Werbemarkt durch Android TV und durch verbesserte Einschaltquoten und performancebasierte Werbeerfolgsmessung nachhaltig gewaltige Veränderungen und Auswirkungen auf die deutsche Branche.  (asa)


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