Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/mini-business-rechner-im-test-erweiterbar-sparsam-und-trotzdem-schoen-klein-1503-112605.html    Veröffentlicht: 17.03.2015 12:07    Kurz-URL: https://glm.io/112605

Mini-Business-Rechner im Test

Erweiterbar, sparsam und trotzdem schön klein

Bürorechner müssen keine großen Kisten sein, moderne Mini-PCs sind leistungsfähig genug. Wir haben uns aktuelle Minis angesehen und sie auch geöffnet: HPs Elitedesk 800 Mini, Lenovos Thinkcentre Tiny M93p, Dells Optiplex 9020 Micro sowie Fujitsus Esprimo Q520.

Lange Supportlaufzeiten inklusive Ersatzteilversorgung und Garantieoptionen, Erweiterbarkeit und leichte Wartbarkeit: Nur einige Minirechner bieten alle diese Vorteile und sind damit fürs betriebliche Umfeld, aber auch für den langfristig denkenden Privatanwender ideal. Schon Ende 2012 waren wir begeistert von Lenovos Thinkcentre Tiny, den wir kurzerhand kauften. Seither haben zwei große Hersteller nachgezogen: HP und Dell. Beide wollen mit ähnlichen Rechnern eine gut einsetzbare Konkurrenz bieten - HP mit dem Elitedesk 800 Mini und Dell mit dem Optiplex 9020 Micro. Fujitsu hat mit dem Esprimo Q520 außerdem ein Gerät im Angebot, das zwar etwas größer als die anderen, aber für ähnliche Nutzungszwecke interessant ist.

Wir haben die vier Rechner verglichen und uns bei jedem auf seine Besonderheiten konzentriert. Denn keins der Geräte ist für alle Einsatzzwecke und Bedürfnisse ideal - jedes hat an anderer Stelle Stärken und Schwächen. Wir haben uns angesehen, wie gut die Geräte zu warten sind, welche Aufrüstmöglichkeiten es gibt, wie viel Leistung sie aufnehmen und welche Geräusche sie entwickeln. Wir haben sie in einigen Punkten auch mit einem der erfolgreichsten Minirechner, dem Apple Mac Mini mit Haswell-Prozessor, verglichen, den wir bereits früher in zwei Versionen getestet haben und der auch bei Geschäftskunden ein hohes Interesse weckt. Uns interessiert dabei vor allem, was die klassischen PC-Hersteller besser machen, und in welchen Bereichen sie Schwierigkeiten haben, an die Hardwareentwickler von Apple heranzukommen.

Wartbarkeit und Anschlüsse jedes einzelnen Gerätes zeigen wir jeweils in einem eigenen Testvideo. Sie finden sich auf der Textseite, auf der das jeweilige Gerät besprochen wird: Dells Optiplex 9020 Micro macht auf Seite 2 den Anfang, gefolgt von HPs Elitedesk 800 Mini auf der 3. Seite. Lenovos Thinkcentre Tiny M93p findet sich auf Seite 4 und Fujitsus Esprimo Q520 besprechen wir auf Seite 5. Für den Test wurde jeder Rechner mindestens ein halbes Dutzend Mal geöffnet. Ein Schaden entstand dadurch nicht, obwohl wir durchaus schnell gearbeitet haben.

HPs neues Elitedesk-Testmuster mit AMD-Prozessor, der eine Premiere im High-End-Business-Bereich darstellt, ist ebenfalls ein interessantes Gerät in diesem Bereich - leider haben wir kein Testmuster erhalten, weshalb er hier nicht verglichen werden kann.

Minirechner mit sehr vielen Ausstattungsvarianten

Die Ausstattung unserer Testgeräte ist deswegen nicht von großer Relevanz, weil alle Serien in einer enormen Vielfalt angeboten werden - manchmal zwar nur im Projektgeschäft, wenn der Interessent ein paar Dutzend Maschinen ordert, aber selbst über den regulären Handel gibt es eine große Auswahl. Ein paar interessante Details sind uns bei den verschiedenen Systemen jedoch aufgefallen, die sich in der Regel auch auf die anderen Ausstattungsvarianten übertragen lassen. Wer solche Minirechner im Heimbereich einsetzen will, sollte eine andere Wahl treffen als derjenige, der Dutzende Systeme in den Einsatz bringen will.

Mit der Hardware beschäftigen wir uns nicht eingehend, denn sie ist auf den Geräten recht ähnlich. WLAN beherrschen alle Testgeräte auf zwei Frequenzbändern. Die CPU ist Intel-basiert und aus der vierten Generation (Haswell). Vom Zweikerner mit Hyperthreading über Vier-Kern-CPUs ohne Hyperthreading bis hin zu einer CPU mit 8 Threads ist alles vertreten.
Auch die Benchmarks interessieren uns nur am Rande, da jeder Hersteller sein Testmuster unterschiedlich bestückt hat. Außer Fujitsu (4 GByte) haben alle 8 GByte RAM. Außer Lenovo (Festplatte) haben alle Modelle eine SSD. USB 3.0 ist genauso Standard wie ein digitaler Displayausgang.

Was uns allerdings interessiert hat, war, wie leise und stromsparend die Rechner arbeiten. Und da haben wir die eine oder andere Enttäuschung erlebt!

Dells Optiplex 9020 Micro ist einfach in der Wartung

Der Optiplex 9020 Micro von Dell ist neuer als die anderen von uns getesteten Minirechner. Der in Polen gefertigte Rechner ist ein Traum, was die Wartung angeht. Nur eine Rändelschraube auf der Rückseite muss gelöst werden, und schon ist das Innere komplett freigelegt. Auch innen werden keine Schrauben benutzt. Der blaue Festplattenrahmen - bei unserem Modell steckt allerdings keine Festplatte, sondern eine SSD darin - wird einfach eingeklickt. Das ist gut bekannt von Dells größeren Optiplex-Systemen, die ein ähnliches Konzept anwenden. Auch der Datenträger selbst ist nicht im Rahmen verschraubt. Dieser Plastikrahmen wird einfach leicht aufgebogen und gibt somit den Datenträger frei.

Beim Öffnen sind wir zunächst verwundert, wo sich der RAM befindet. Anders als bei HP und Lenovo muss der Lüfterkanal über der CPU abgenommen werden, um an den RAM zu kommen. Aber auch das ist angenehm simpel. Zwei Plastiknasen werden eingedrückt, und schon ist der RAM-Bereich freigelegt. Dells Optiplex ist damit das einzige System, bei dem der Admin im Schadensfall für den Austausch von Festplatte, RAM und Lüfter nicht nach einem Schraubenzieher suchen muss.

Freier M.2-Slot unter dem Datenträger

Nach dem Öffnen zeigen sich besondere Ausstattungsoptionen des Dell-Systems. Sehr interessant sind die beiden M.2-Slots. Bei uns ist ein Modell mit einer WLAN-Karte bestückt. Die Kerbung der Slots, die wir in unserem Test von Samsungs M.2-SSD XP941 ausführlich erklären, lässt theoretisch viel Flexibilität zu. Mitunter ist das aber wegen Inkompatibilitäten mit Option-ROMs der SSDs nicht so einfach zu bewerkstelligen, wie wir aus eigener Erfahrung wissen. Zum Zeitpunkt des Tests stand uns leider keine M.2-SSD zur Verfügung.

Bei den äußerlichen Schnittstellen ähnelt der Rechner den anderen getesteten Systemen. Unser Testsystem hat einen VGA-Ausgang neben einem Displayport-Anschluss, was die Flexibilität erhöht. So etwas bietet aber Lenovo auch als Option an. Geärgert hat uns der Netzwerkanschluss. Der sitzt direkt unter der WLAN-Antenne. Damit ist das Eindrücken der Plastiklasche eines Netzwerkkabels unangenehm aufwendig. Das muss so nicht sein. Auch der Audioausgang, der nur vorne liegt, ist nicht ideal. Bei moderner Hardware ist das aber egal, da über einen Displayport-Anschluss schon lange Audiosignale geführt werden können.

HPs Elitedesk 800 Mini mit verdrehtem Netzwerkanschluss

HPs Elitedesk Mini ist wie Dells Minirechner ein vergleichsweise neues Angebot, das in der Tschechischen Republik zusammengesetzt wird. Auch er ist ziemlich gut zu warten. Eine Rändelschraube auf der Rückseite genügt, um das Gehäuse zu öffnen. Im Inneren wird teilweise ohne Schrauben gearbeitet, um die Hardware zugänglich zu machen. Dafür ist das Kabelmanagement im Weg. Die Festplatte lässt sich nur entnehmen, wenn das SATA-Kabel nicht nur von der Festplatte abgenommen, sondern der Datenteil ebenfalls vom Board gezogen wird; einzig die filigrane SATA-Energieversorgung kann gesteckt bleiben. Erst dann kann die Festplatte herausgleiten.

Darunter sind leicht zugänglich die beiden RAM-Slots. Die Haltemechanismen für die Festplatte in Form von vier seltsam anmutenden Schrauben (Innensechskant mit der Möglichkeit eines Schlitzschraubendrehers) müssen für einen Tausch des Datenträgers aber erst einmal abgeschraubt werden. An den M.2-Slot kommt man nur nach Entfernung der Halterung für die Festplatten. Dort steckt eine WLAN-Karte.

Das SATA-Kabel stört auch beim Schließen

Beim Schließen des Rechners fällt uns auf, dass das SATA-Kabel auch für das Schließen nicht gut positioniert ist. Wir befürchten, dass Anwender, die ein bisschen ruppig sind, beim Schließen des Gehäuses das Kabel einquetschen könnten.

Vorbildlich ist die Position des Netzwerksteckers. Den hat HP ungewöhnlicherweise um 180 Grad gedreht. Damit ist der Haltenippel auf der Unterseite. Ein darüberliegendes Kensington-Schloss in besonders kleiner Form verhindert dadurch nicht den Austausch eines Netzwerkkabels. HP hat zudem auf der Rückseite einen Audioanschluss als Alternative. Zwei serienmäßig verbaute Displayports parallel zum analogen VGA-Ausgang sind für Multi-Display-Systeme zusätzlich vorteilhaft.

Äußerlich auffallend ist das Fehlen einer Antenne. Die ist als kleiner Stummel hinten ausgeführt. Damit wirkt HPs Rechner dezenter als etwa Dells Optiplex 9020 Micro mit seiner ausladenden Antenne.

Lenovos Thinkcentre Tiny M93P ist ein Klassiker

Der größte Konkurrent für HP ist Lenovo. Lenovos Tiny ist der Klassiker unter den Mini-PCs mit 1 Liter Volumen für Geschäftskunden und stammt als einziger Geschäftskundenrechner aus Asien, nämlich China, dem Heimatland von Lenovo. Das Design ist bewährt, und verglichen mit dem System, das wir im Jahr 2012 testeten, hat sich wenig geändert. Das System ist so lange verfügbar und weitgehend stabil, dass es eine hochinteressante Zubehörinfrastruktur gibt.

Bei der Wartung ist der Tiny etwas komplizierter als die anderen Kleinrechner. Die rückseitige Schraube ist leider keine Rändelschraube, die man mit der Hand drehen kann. Zudem wird sie nicht am Gehäuse gehalten und kann verloren gehen. Um an die Speicherbänke zu kommen, müssen zudem zwei Schrauben des Festplatten-Trays gelöst werden. Auch die Festplatte ist mit vier Schrauben verschraubt. Immerhin ist das Lösen des Festplattenkabels einfacher als beim HP-System. Bei Lenovo ist nichts im Weg. Außerdem lässt sich die WLAN-Karte gut auswechseln, die ebenfalls unter der Festplatte steckt. Lenovo verwendet eine Mini-PCI-Expresscard-WLAN-Karte mit zwei Antennenausgängen.

Serieller Anschluss als Großkundenoption

Sehr gut gefällt uns beim Tiny M93p der flexible Port an der Rückseite oberhalb des VGA-Ausgangs. Bei unserem Testgerät ist er mit einem Displayport-Ausgang bestückt. Für das Projektgeschäft verbaut Lenovo noch zahlreiche andere Optionen. Einen seriellen Anschluss bekommt ein regulärer Kunde aber nicht. Der fällt unter Sonderanfertigungen für die Bestellungen größerer Tiny-Mengen.

Ein Kritikpunkt bleibt der fehlende Audioausgang auf der Rückseite. Nur mit moderner Hardware lässt sich via Displayport auf der Rückseite Audio herausführen. Alle anderen müssen ihre Soundhardware wie bei Dell vorne anschließen.

Kein herumliegendes Netzteil beim Esprimo Q520 von Fujitsu

Auch Fujitsu bietet einen Kleinrechner mit langem Support an, den wir mit den anderen Minirechnern vergleichen. Der Mac-Mini-Klon ist schon seit ein paar Jahren auf dem Markt und läuft hier etwas außer Konkurrenz - und das nicht nur, weil er in einem Land mit hohen Löhnen gefertigt wird: Deutschland. Er ist nämlich auch etwas größer als die anderen Minirechner. Wir sehen ihn dennoch als Alternative zu den 1-Liter-Rechnern, weil auch er ziemlich klein ist. Der Nachteil liegt klar auf der Hand: Der Platzbedarf ist größer, was ein paar besondere Installationen schwieriger macht. Der Vorteil ist die bessere Ausstattung, die es bei den kleinen Rechnern sonst nur als externes Zubehör oder teils gar nicht gibt.

Das zeigt sich zum Beispiel am Netzteil: Als einziger der getesteten Mini-PCs hat der Q520 ein eingebautes Netzteil. Außerdem hat er ein geschickt verborgenes optisches Laufwerk, dessen Slot-in-Mechanik mit einer roten Kante am Gehäuse betont wird. Verwundert sind wir über die USB-Anschlüsse auf der Rückseite, die noch nicht dem 3.0-Standard entsprechen. Vorne ist ein SD-Kartenschacht untergebracht, den wir uns bei den anderen Minirechnern auch wünschen würden. Die Rückseite hat zudem nicht nur einen Displayport-Anschluss, sondern auch einen alten DVI-I-Anschluss.

Analoger Videoausgang über einen passiven Adapter

Mit einem simplen Adapter können die DVI-A-Leitungen für ein VGA-Kabel verwendet werden, um einen Projektor zu betreiben. Der Adapter liegt dem Gerät auch bei. Wer will, kann so auch die in Unternehmen noch verbreiteten DVI-D-Monitore verwenden - ohne Adapter. Damit gefällt uns an dem Gerät die Flexibilität, insbesondere bei älterer Hardwareausstattung in Firmen. Unserer Erfahrung nach überleben nämlich gute LC-Bildschirme durchaus zwei bis drei Rechnergenerationen.

Sehr gute Wartbarkeit

Fujitsu verzichtet für die Wartung des Rechners wie Dell auf Schrauben beim Zugriff auf die wichtigsten Teile. Das gilt sogar für das Abnehmen der Verkleidung. Hier gibt es nicht einmal eine Rändelschraube. Die Komponenten lassen sich sehr schnell auswechseln. Das gilt sogar für das optische Laufwerk. Fujitsu zeigt, dass man auch in einem Gehäuse, das dem Mac Mini ähnlich sieht, einen leicht zu wartenden Rechner bauen kann. Der einzige Nachteil der Konstruktion ist der Mangel an Sicherungsoptionen vor unbefugtem Öffnen des Rechners.

Als einziger Hersteller setzt Fujitsu bei seinem Esprimo zudem auf einen Plastikdeckel, der sich minimal eindrücken lässt, während die Randverkleidung, also auch die Front, aus gebürstetem Aluminium besteht. Bei allen anderen Rechnern ist es andersherum. Das war beim Öffnen des Rechners kein Nachteil.

Tastatur und Maus gehören dazu

Alle vier von uns getesteten Rechner kommen mit ausreichend viel Zubehör. Dadurch unterscheiden sie sich von Apples Minirechnern. Sowohl eine Tastatur als auch eine Maus gehören zum Lieferumfang der meisten regulären Handelspakete. Der Admin oder ambitionierte Anwender kann sofort loslegen mit dem Gerät. Manche Angebote enthalten sogar einen Standfuß für den vertikalen Aufbau, wie es etwa bei unserem HP-Modell der Fall war.

Die Tastatur ist bei allen Kandidaten ordentlich. Lenovos Tastatur eignet sich am ehesten für den harten Büroalltag - inklusive Ablagefläche für Stifte. Die anderen Tastaturen sind etwas wackeliger, aber ebenfalls tauglich. Allen gemein ist der hohe Platzbedarf. Wer lieber mit einer typischen Notebooktastatur mit geringem Tastenhub tippt, braucht eine alternative Tastatur. Nur Fujitsus Esprimo liegen drahtlos arbeitende Eingabegeräte mit wenig Platzbedarf bei.

Die Maus sollte ausgetauscht werden

Die Mäuse sind im Unterschied zu den Tastaturen Notbeigaben, das gilt auch für Fujitsus drahtlose Maus. Zwei Tasten und ein Mausrad müssen ausreichen. Uns hätte auch nicht gewundert, wenn die Hersteller Kugelmäuse beigelegt hätten. Es lässt sich natürlich mit den Eingabegeräten gut arbeiten, wir empfehlen den Anwendern aber, die 5-Euro-Mausklasse auszutauschen. Ein paar Tasten mehr und eine ergonomische Form erleichtern die Arbeit deutlich genug, um die Investition zu rechtfertigen.

Weiteres Zubehör lag unseren Testgeräten nicht bei. Wir wissen aber, dass beispielsweise das Thinkcentre Tiny auch mit einem externen Laufwerk ausgeliefert wird. Laufwerk und Rechner lassen sich dann in ein Vesa-taugliches Gehäuse einsetzen. Bei HP ist das nicht nötig, da die Bohrungen bereits im Grundgehäuse vorhanden sind. Dell hat wie Lenovo bei seinem Minirechner keine Bohrungen im Gehäuse.

Nach der Betrachtung der Wartbarkeit und des Zubehörs wollen wir uns nun praktischen Dingen widmen: Wie laut sind die Rechner und was passiert, wenn die Mini-PCs unter Last gesetzt werden?

Lüftergeräusche und Esprimo als Meister der Leistungsaufnahme

Wer glaubt, dass kleine Rechner besonders sparsam sind, irrt sich! Zwar nutzen die Rechner viel Notebookhardware und sind Plattformen mit angepasstem (Notebook-)Netzteil - weit unter 10 Watt sollten also möglich sein, wenn man bedenkt, dass gute Notebooks mit eingeschaltetem Display eben unter jene 10 Watt elektrische Leistungsaufnahme kommen. Doch in der Praxis ist das bei drei von vier Rechnern anders.

Was wir beim Testen sehen, enttäuscht uns und bestätigt zudem unseren über zwei Jahre alten Test des Tiny M72e: Die Mehrzahl der PC-Hersteller schafft es nicht, hocheffiziente Systeme zu produzieren. Fujitsu ist die Ausnahme: Die Leistungsaufnahme des Esprimo Q520 pendelte zwischen sehr guten 5,8 und 6,3 Watt. Diese Werte sind immer noch etwas schlechter als die von Apples Hardware, jedoch nur etwa ein halbes Watt höher.

Dell, HP und Lenovo enttäuschen bei der Energieeffizienz

Die Minirechner von Dell, HP und Lenovo sind dagegen eine Enttäuschung. HP braucht rund ein Drittel mehr elektrische Leistung als Fujitsu und liegt bei 8 Watt. Fast doppelt so viel wie das Fujitsu-System nehmen die Rechner von Dell und Lenovo beim Nichtstun an elektrischer Leistung auf. Das Thinkcentre Tiny M93p liegt bei 11,5 Watt, und Dell genehmigt sich beim Optiplex stolze 12,5 Watt. Unterschiedliche Komponenten werden sicherlich auch eine Rolle spielen, doch gerade der Unterschied zwischen Dell und Lenovo zeigt, dass es nicht nur daran liegen kann. Dell nimmt trotz einer leicht in den Idle-Zustand zu versetzenden SSD mehr Energie auf als Lenovo mit der dauerdrehenden Festplatte.

Aus unseren Mac-Mini-Tests der vergangenen Jahre wissen wir: Die CPU ist nicht ausschlaggebend dafür, wie sparsam Rechner sind. Das zeigte auch unser letzter Test von zwei Mac Minis mit Haswell-CPU. Dank Powergating werden in Ruhesituationen die Kerne so weit abgeschaltet, dass sich die Leistungsaufnahme unterschiedlicher Prozessoren im Ruhemodus ziemlich ähnelt. Der Intel-Prozessor mit einer TDP von 15 Watt im Mac Mini und der mit 35 Watt zeigen im Gesamtsystem nur einen Unterschied von etwa 0,5 Watt.

Verbauter CPU-Typ beeinflusst die Leistungsaufnahme bei geringen Lasten kaum

Die Anzahl der Kerne und der TDP-Wert sind weitgehend unerheblich. In der Theorie könnte man in diesen Minirechner auch den aktuellen Xeon mit 18 Kernen beim Nichtstun noch in so einem System betreiben. Erst unter Last zeigen sich Unterschiede. Doch Lastsituationen sind gerade im Büroalltag beim Surfen, Schreiben und Drucken seltene Zustände.

Gemessen wird mit allen Geräten der Betrieb im WLAN mit einer USB-Maus und einer USB-Tastatur. Angeschlossen werden die Rechner per Displayport an einen Eizo FG2421 mit 1.920 x 1.080 Pixeln. Wer einen niedriger aufgelösten Monitor verwendet, spart in der Regel etwas Energie am Rechner. Testweise haben wir den Eizo-Monitor auch per HDMI angeschlossen. Die Leistungsaufnahme steigt dann um etwa ein halbes Watt.

Alle Rechner sind für den Büroalltag leise genug

Während Fujitsu bei der Leistungsaufnahme zeigt, wie ein PC zu konstruieren ist, patzen die Japaner geringfügig bei der Systemlautstärke. Der Esprimo Q520 hat als einziger ein recht großes Volumen, was die Belüftung erleichtern sollte. Doch leider heult der Rechner bei mittleren Lasten ab und an auf. Das ist nerviger als das lautere Grundrauschen des HP-Rechners, fällt aber auch nur im Wohnzimmerbetrieb auf.

Beide Geräusche sind auf niedrigem Niveau. Wer in einem Büro mit tippenden Kollegen sitzt, hört weder den einen noch den anderen Rechner. Im Wohnzimmerbetrieb könnten sie stören - in vielen Fällen sind allerdings schon Heizungsrohre lauter als die Rechner von Fujitsu und HP.

Bei Dell und Lenovo gibt es hingegen nichts zu beanstanden. Die Rechner sind kaum hörbar. Lenovo hat sogar seine fiepende Elektronik in den Griff bekommen. Sowohl beim Tiny M72e als auch bei vier Geräten des M92p waren uns früher hochfrequente Geräusche aufgefallen. Diese Geräusche hören ältere Nutzer aber ohnehin in der Regel nicht.

Unterschiedliches Lüfterverhalten unter Last

In Lastsituationen werden alle Rechner etwas lauter. Wir simulieren nur kurze Lasten, indem wir die kleinen Geräte mit dem Luxmark (Sala, GPU+CPU) zweimal quälen. Dazwischen lassen wir 5 Sekunden Pause, um zu sehen, wie schnell die Lüftersteuerung reagiert. Für derartige Aufgaben, wie sie Luxmark darstellt, sind die Minirechner natürlich nicht geschaffen. Wir simulieren damit eher kurze Lasten, wie sie im Büroalltag auftreten können - etwa wenn ein Browser die gesamte CPU und GPU belastet, weil er sich gerade beim Rendering einer Webseite mit Plugins verheddert.

Am Esprimo Q520 haben wir die seltene Gelegenheit, auch mal andere Geräusche zu hören. Das Netzteil meldet sich beispielsweise mit einem mechanisch klingenden Klack beim Einschalten. Das stört nicht und hat einen gewissen Charme - als würde man eine alte Siemens-Anlage in Betrieb setzen. Auch das optische Laufwerk ist ein Geräuschfaktor, den die anderen Rechner nicht haben. Und diese Komponente ist für optische Laufwerke ziemlich leise. Hier merkt man allerdings, wie verwöhnt wir heutzutage sind. Der Betrieb des Laufwerks übertönt locker alle Lüfter-Last-Situationen der Konkurrenz.

Unter Last hören wir beim Fujitsu-Rechner wieder den Lüfter, der etwas angenehmer klingt als der von Dell, wenngleich die Lautstärke vergleichbar ist. Überraschend ist für uns die Lüftersteuerung. Sobald der Benchmark das erste Mal abgeschlossen ist, brauchte es nur wenige Hundert Millisekunden, damit der Lüfter wieder komplett stillsteht. Beim zweiten Durchlauf sind es unter 10 Sekunden. Fujitsu erreicht mit dem Zweikernprozessor (Core i3-4160T), einer vergleichsweise schwachen CPU, eine Leistungsaufnahme von 47 Watt.

Dell gehört zu den Leisesten, und HPs Grundgeräusch kann von Vorteil sein

Dells Optiplex 9020 (Core i5-4590T) ist ziemlich leise. Er tourt unter Last seine Lüfter am schnellsten hoch, dreht diese aber auch extrem schnell wieder herunter. Sowohl nach dem ersten als auch dem zweiten Test dauert es gerade einmal 2 Sekunden, bis der Lüfter gedrosselt wird. Das hat einen gewissen Aufheulfaktor, der durchaus nerven kann, obwohl Dells Rechner zu den leisesten gehört. Bei der Leistungsaufnahme unter Last liegt der Optiplex an der Spitze mit rund 52 Watt.

HPs Elitedesk mit seinem Core i7-4785T ist schon im Grundbetrieb so laut wie der Lenovo unter Last. Dafür lässt sich HPs Rechner unter Last nicht so beeindrucken. Die Lüftersteuerung reagiert gemächlich und der Lautstärkezuwachs ist nicht besonders störend. Erst beim zweiten Luxmark-Durchlauf wird er störend. Der HP-Rechner braucht allerdings ebenfalls nur wenige Sekunden, um die hochdrehenden Lüfter nach dem zweiten Durchlauf wieder auf das normale Geräuschniveau zu senken - und das bei einer elektrischen Leistungsaufnahme von 51 Watt.

Lenovos Tiny M93p mit Core i5-4590T ist bei der Geräuschentwicklung gut. Im ersten Durchgang steigt die Geräuschkulisse auf ein angenehmes hörbares Rauschen. Dass die Kühlung gut funktioniert, zeigt sich daran, dass wenige Sekunden nach dem Test der Rechner bereits hörbar leiser wird. Selbst beim zweiten Durchlauf wird der Rechner nur minimal lauter, mit gelegentlichem Hoch- und wieder Herunterdrehen des Lüfters. Nach dem zweiten Durchlauf, der immerhin die Leistungsaufnahme auf 45 Watt hebt, braucht es etwa 15 Sekunden, bis wieder ein normaler Geräuschpegel erreicht wird.

Vorteile durch besseren Support und lange Garantien

Alle Minirechner sind vom Prinzip her für den nachhaltigen Einsatz gebaut worden. Sie müssen also für den deutschen Raum die Abschreibefristen durchhalten. In der Regel werden die Rechner deswegen mit langen Garantien angeboten, die sich zusätzlich noch verlängern lassen. Dabei handelt es sich nicht um wertlose Media-Markt- und Saturn-Garantien; der Hersteller steht im Problemfall selbst dafür gerade.

Er hält also Ersatzteile bereit, trainiert das Supportpersonal und ermöglicht Reparaturen - und das kostenpflichtig in der Regel auch noch nach dem Ablauf der Garantie. Derartiges können Elektronikmärkte nicht anbieten. Viele Rechner und Varianten der Rechner werden mit drei Jahren Garantie angeboten. Sie übersteigen also die gesetzliche Gewährleistung, die mit einer Beweisumkehr nach einiger Zeit arbeitet. In einigen Fällen ist die Garantie allerdings kürzer als die Gewährleistung. Unserer Erfahrung nach sind Hersteller bei Business-Produkten kulanter und leichter erreichbar. Testen konnten wir das jetzt nicht, denn dafür hätten die Rechner kaputtgehen müssen.

Geschäftskundenrechner werden nachhaltig gebaut

Die Garantiezeiten lassen sich häufig kostenpflichtig noch auf 5 Jahre erweitern. Das heißt auch, dass schon aus betriebswirtschaftlicher Sicht der Hersteller ein Interesse daran hat, dass die kleinen Kisten nicht einfach vorschnell kaputtgehen. Geplante Obsoleszenz kann sich im Geschäftskundenumfeld keiner leisten. Firmenkunden würden bei hohen Ausfallraten schnell das Modell wechseln. Es ist auch Grund dafür, dass die Entwicklungszyklen deutlich langsamer sind und die Hardware nicht so aktuell ist wie bei Endkundengeräten.

Lange Supportzeiträume heißen allerdings nicht unbedingt, dass es langen Treibersupport gibt. HP tut sich da erfahrungsgemäß schwer, insbesondere bei Betriebssystemwechseln. Dell und insbesondere Lenovo bieten auch nach Jahren ab und an noch aktuelle Bios- und Treiberupdates an. Bei Fujitsu fehlt uns die Erfahrung, da wir keine größere Rechnerflotte über mehrere Jahre von dem Hersteller administrativ in der Praxis begleitet haben. Insgesamt sind unsere Erfahrungen auf die Vergangenheit bezogen. Die Hersteller können ihre eigene Supportpolitik durchaus zum Guten oder Schlechten ändern. Derzeit bieten alle vier Hersteller ein Auto-Update-Utility an, das sich um Treiber kümmert, die offiziell freigegeben wurden. Die Freigabe solcher Treiber kann aber durchaus Monate oder gar Jahre nach der Veröffentlichung geschehen.

Die Bauform bleibt stabil

Was typischerweise ebenfalls indirekt zu der Garantie gehört, ist die lange Plattformstabilität. Nur weil es eine neue Netzteiltechnik gibt, wird wohl keiner der Hersteller einfach das Zubehörprogramm umstellen. Auch die Bauformen müssen stabil bleiben. Lenovo hat dies allerdings einmal anders gemacht: Die Sondernetzteile wurden in späteren Tiny-Generationen ausgetauscht und sind nun die Standard-Notebook-Netzteile. Damit hat sich Lenovo aber keinen Patzer geleistet, sondern einen Nachteil der Tinys behoben. Lenovos, HPs und Dells Rechner kommen mit leicht austauschbaren Netzteilen, die im Zweifelsfall auch bei Notebooks eingesetzt werden können. Nur Fujitsu setzt auf ein integriertes Netzteil, dessen Austausch deutlich komplizierter ist und einen längeren Ausfall eines Arbeitsplatzes bedeuten kann.

Allgemein lässt sich allerdings wenig zu Support und Optionen sagen. Dafür gibt es viel zu viele Modelle der Minirechner, und manch ein Hersteller bietet sehr spezielle Bauten sogar auf Anforderung an - vorausgesetzt, die Abnahmemenge stimmt. Die Optionen sind so vielfältig, dass alleine die Betrachtung von Lenovos Tiny-Serie den Rahmen des Artikels sprengen würde. Da gibt es Rechner mit verkürzter Garantie, ohne Betriebssystem oder auch mit einer Thin-Client-Ausstattung. Selbst Industrierechner finden sich in der Serie.

Leider kommt der Heimanwender nicht an alle Optionen heran. Eine derartige Flexibilität gibt es bei Endkundenrechnern aber ohnehin nicht, es sei denn, man bastelt sich einen Rechner. Auch Apples Built-to-Order-Optionen bieten bei weitem nicht die Flexibilität, die viele Unternehmen brauchen, der einzelne Kunde aber zu selten fordert.

Konkurrenz und Alternativen aus dem Consumer-Geschäft

Typische Endkunden-Minirechner haben wir bisher bewusst nur am Rande beachtet. Mit einer Ausnahme, dem Mac Mini, der sowohl das Geschäftskundenfeld als auch den Endkunden bedient. Wir wollen dennoch einen kurzen Vergleichsblick auf Alternativen bieten. Denn die sind meist günstiger und setzen bereits auf die nächste Generation von Intel-Prozessoren. Auch die Auswahl an AMD-basierten Rechnern ist größer. Der Verzicht auf Teilebevorratung des Herstellers spart zudem enorme Kosten, und viele Kunden fordern geringe Preise, auch wenn die Geräte im Schadensfall tendenziell weggeworfen werden müssen.

Dank kürzerer Produktzyklen sind die folgenden Systeme häufig bereits mit Intels fünfter CPU-Generation (Broadwell) ausgestattet. Firmenkunden mögen so etwas nicht und wollen lieber lange Tests sehen, so dass in Firmenrechnern in der Regel Haswell-Prozessoren stecken, manchmal sogar noch ältere. Hier zählt nicht der neueste Schrei, sondern absolute Zuverlässigkeit, die sich Firmenkunden gerne mit alter Hardware erkaufen.

Intels Minirechner kann sich der Anwender selbst zusammenstellen

Im Privatbereich ist die Auswahl von Minirechnern sehr groß. Einer der kleinsten Rechner ist Intels NUC, den es mittlerweile mit Broadwell-CPU gibt. Doch das ist kein Fertigrechner. Hier muss der Anwender beispielsweise noch passenden Arbeitsspeicher kaufen. Auch der Festspeicher ist nicht integriert. Der Anwender kann SSDs in der M.2-Bauform oder auch herkömmliche 2,5-Zoll-Festplatten verbauen.

In einem ähnlichen Größenbereich mit vergleichbaren Möglichkeiten ist Gigabytes Brix angesiedelt, der ebenfalls schon auf Broadwell-CPUs setzt.

Wer es noch kleiner haben will, der kann in unseren Test des Zotac Pico schauen. Die größte Einschränkung ist hier der Prozessor: Es steckt keine Core-i-Architektur in dem Minigehäuse, sondern ein Atom-Prozessor.

Minirechner mit vielen Festplatten, AMD-CPUs und von Apple

Eine interessante Alternative ist zudem Acers neuer Revo One. Acer ist mehr gelungen, als nur eine Festplatte in einem sehr kompakten Gehäuse zu verbauen. Das leicht zu öffnende System bietet gleich drei Slots für Festplatten und wurde auf der Elektronikmesse CES 2015 vorgestellt.

Schon etwas länger auf dem Markt sind die Minisysteme von Sapphire mit dem Namen Edge. Die stehen für recht flexible Angebote in einem Gehäuse. Derzeit am Markt befindliche Systeme gibt es mit Atom-Prozessor, günstigen Core-i-CPUs, die als Celeron vermarktet werden, und AMDs A4- und A8-CPUs.

Und zuletzt wäre da natürlich noch Apples Mac Mini, der von der Konstruktion eher ein Endkundenrechner, aber als Gerät mit OS X als Betriebssystem eine der wenigen Alternativen für Unternehmen ist, die Apples Betriebssystem brauchen. Er ist ein vergleichsweise günstiger Rechner unter den Angeboten mit OS X, der im Unterschied zum iMac nach der Abschreibung nicht auch einen Austausch des Monitors verlangt. Preislich liegt der kleine Mac auf dem Niveau vieler Modellvarianten der hier getesteten Rechner von Fujitsu, Dell, HP und Lenovo - allerdings ohne die Garantie- und Support-Optionen der PC-Hersteller.

Verfügbarkeit der Mini-PCs und Fazit

Alle hier getesteten Geräte sind bereits auf dem Markt verfügbar. Die Kosten sind sehr stark von der Ausstattung abhängig und reichen von 400 bis über 1.000 Euro für sehr spezielle Varianten, die nicht über den regulären Handel zu beziehen sind. Kunden im Projektgeschäft bekommen allerdings Rabatte, abhängig von der Anzahl der georderten Geräte. Bestimmte Ausstattungsoptionen sind zudem nur diesen Kunden vorbehalten.

Dell verkauft seinen Optiplex 9020 Micro ab etwa 640 Euro. Der 3020 Micro ist 250 Euro günstiger. Über den regulären Handel kostet Fujitsus Esprimo Q520 zwischen 600 und 900 Euro. Etwas besser ausgestattet ist der teurere Q920. HP verlangt für die Elitedesk-Mini-Serie zwischen 500 und 700 Euro. Die Tiny-Serie gibt es beispielsweise als M73 schon zu Preisen unter 400 Euro. Es gibt sie als M93p in besseren Varianten auch im Bereich von 700 Euro.

Fazit

Abraten können wir von keinem der hier vorgestellten Rechner. Richtige Patzer erlaubt sich keiner der Hersteller, wenn es um Funktion und Wartung geht. Die Leistung aller Testkandidaten ist mehr als ausreichend, um typische Büroarbeit zu erledigen. Dazu gehört auch ein amoklaufender Flash-Player im Browser - sicherlich eine der anstrengendsten Arbeiten eines typischen Bürorechners.

Enttäuscht sind wir aber über den Mangel an Energieeffizienz. Und die ist bei Bürorechnern wichtig, denn überwiegend macht so ein Rechner aus CPU-Sicht nichts oder fast nichts. Nur Fujitsu liegt hier auf dem Niveau von Apple. Der Esprimo liegt in unserem Testszenario mit einer elektrischen Leistungsaufnahme um die 6 Watt weit vor den anderen Testteilnehmern, die teilweiser den doppelten Energiebedarf haben. Für Fujitsus Rechner spricht zudem das optische Laufwerk, das beim restlichen Testfeld eine externe Option ist. Allerdings ist Fujitsus Rechner etwas größer als die von Dell, HP und Lenovo.

Wer auf leichte Wartbarkeit achtet, der sollte zu Dell oder Fujitsu greifen. Das lohnt sich aber nur bei großen Rechnerflotten. Der Heimanwender wird wohl nicht ständig seinen Minirechner öffnen wollen. Er sollte lieber auf die Lautstärke achten - und hier gefielen uns insbesondere die Rechner von Dell und Lenovo. Lenovo punktet zudem mit der größten Erfahrung, einem weitreichenden Zubehörprogramm sowie zahlreichen Varianten des Rechners bis hin zu passiv gekühlten Modellen, die wir aber nicht getestet haben.

Bleibt noch HP. Der Elitedesk Mini hat überall leichte Schwächen im Vergleich zur Konkurrenz. Ein gutes Argument für HP wäre die Verfügbarkeit von AMD-basierten Elitedesk Minis mit potenziell schnellerer Grafik. Doch die sind zwar günstiger als die Intel-basierten Elitedesk aus dem gleichen Haus, verglichen mit der Konkurrenz ist das Angebot aber nicht sonderlich attraktiv. Den Preisvorteil von AMD-Technik schafft HP nicht umzusetzen.

Nichtsdestotrotz: Die hier getesteten Minirechner sind allesamt nachhaltige Angebote, die ihren Preis wert sind. Sie sind trotz der Größe leicht zu warten, und zumindest Festplatte und Arbeitsspeicher sind mit ein paar Handgriffen ausgetauscht. Keines der Modelle enttäuschte uns so sehr, dass wir von einem abraten müssen.  (ase)


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