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Nvidia-Chef Jen-Hsun Huang

"Die Geforce GTX 970 ist eine gute Konstruktion"

Die Spieler hätten begeistert sein sollen: Nvidia-Chef Huang beschreibt die Geforce GTX 970 dank Maxwell-Technik als Grafikkarte mit zusätzlichem Speicherpolster statt als beschnittenes Modell - einzig die Kommunikation sei schlecht gewesen. In den USA droht derweil eine Sammelklage zu diesem Thema.

Jen-Hsun Huang hat sich in einem Blog-Eintrag zum beschnittenen Speichersystem der Geforce GTX 970 geäußert und sagt, dass sie ohne die Maxwell-Architektur nur eine 3- statt eine 4-GByte-Grafikkarte geworden wäre. Allerdings hat sich Nvidias Chef auch für die fehlerhafte Kommunikation Nvidias mit der Presse entschuldigt und gelobt Besserung.

Nvidia hatte im Januar bekanntgegeben, die Spezifikationen der Geforce GTX 970 und somit deren spezielles Speichersystem falsch kommuniziert zu haben. Nicht nur die Anzahl der Raster-Endstufen sei geringer als angegeben, sondern auch der L2-Cache wurde verkleinert.

Huang verteidigt diese Entscheidung: Bei der Kepler-Architektur wäre die Geforce GTX 970 eine Grafikkarte mit 192-Bit-Interface und 3 GByte Videospeicher geworden, dank der Maxwell-Technik könne Nvidia den Spielern hingegen eine Karte mit "zusätzlichem 1 GByte" bieten.

Hintergrund dazu: Bei Kepler sind nur 64-Bit-Partitionen zu- oder abschaltbar, im Falle der Geforce GTX 970 wäre diese laut Huang also mit einem 192-Bit-Interface ausgestattet worden, da die teurere Geforce GTX 980 ihren Videospeicher schon mit 256 Bit anbindet und der Hersteller eine Differenzierung der Modelle wünscht. Bei Maxwell hat Nvidia jedoch die Möglichkeit, bei einzelnen 32-Bit-Partitionen den Cache zu deaktivieren.

Die Menge des verfügbaren Speichers wird so nicht beschnitten. Das sei eine "gute Konstruktion" mit 4 statt 3 GByte Videospeicher. Da die letzten 512 MByte durch den abgeschalteten Cache langsamer sind, würden dort nur wenig genutzte Daten abgelegt. Huang zufolge ist der Videospeicher trotz beschnittenem Zwischenpuffer "nützlich". In der Praxis versucht der Treiber allerdings, das 512-MByte-Speichersegment nicht anzusprechen.

Theoretisch hätte Nvidia bei der Geforce GTX 970 wohl ähnlich wie bei der Geforce GTX 660 Ti vorgehen können: Dort ist 1 GByte an 128 Bit und 1 GByte an 64 Bit angeschlossen - der Speichercontroller kann aber nur 1,5 GByte mit voller Geschwindigkeit ansteuern. Bei der Geforce GTX 970 wäre das gleiche Prinzip mit doppelt so großen GDDR5-Bausteinen denkbar gewesen, also 192 Bit mit 3 GByte flottem und 1 GByte langsamem Videospeicher.

So gesehen ist die von Nvidia auf Basis der Maxwell-Architektur entwickelte Variante mit 3,5 GByte plus 512 MByte tatsächlich die bessere Wahl. Bei der Geforce GTX 660 Ti hat der Hersteller aber den Testern klipp und klar gesagt, wie das Speichersystem arbeitet - bei der Geforce GTX 970 nicht.

Beim nächsten Mal möchte Nvidia es besser machen, eine solch fehlerhafte Kommunikation "werden wir nicht mehr zulassen", sagt Huang. In den USA befindet sich derzeit eine Sammelklage (Class Action Suit) in Vorbereitung, welche sich auf die falschen Spezifikationen stützen soll.  (ms)


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