Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/filme-und-serien-nur-was-ueber-torrents-geteilt-wird-ist-relevant-1502-112471.html    Veröffentlicht: 19.02.2015 11:10    Kurz-URL: https://glm.io/112471

Filme und Serien

Nur was über Torrents geteilt wird, ist relevant

Im vergangenen Jahr sind weltweit 18 Milliarden Dateien über Torrents geteilt worden. Netflix beobachtet diese Zahlen für den Einkauf - als Indikator für die Beliebtheit von Filmen und Serien.

Im Jahr 2014 sind 18 Milliarden Dateien von Torrent-Nutzern geteilt worden, davon waren die Hälfte Filme und Fernsehserien. Das berichtet das Onlinemagazin Torrentfreak unter Berufung auf das Unternehmen Tru Optik, das seit Jahren dazu Messungen durchführt.

Tru Optik hat 970 Millionen einzelne IP-Adressen gezählt. Die Angabe der IP-Adressen kann nicht einfach auf Nutzerzahlen übertragen werden. Tru-Optik-Chef Andre Swanston sagte Torrentfreak: "P2P-Nutzung ist auch der beste Frühindikator für die Nachfrage nach Medien. Wenn niemand ihre Inhalte über Torrents teilt, bedeutet es, dass sie irrelevant für die Verbraucher im Alter zwischen 18 und 40 sind."

Tru-Optik liefert der Filmindustrie keine Daten für Abmahnungen. Die Erkenntnisse aus dem Scanning der Torrents werden für personalisierte Werbung zu den Inhalten genutzt.

Netflix beobachtet Bittorrent-Netzwerke für den Einkauf

Kelly Merryman, Netflix Vice President für Content Acquisition, hatte im September 2014 dem Magazin Tweakers erklärt, dass das Angebot des Streamingdienstes zum Teil darauf beruht, was gut auf Bittorrent-Netzwerken und anderen Piratenseiten laufe.

Die langen Wartezeiten, die die Filmindustrie weltweit den Zuschauern durch ihre Vermarktungsstrategie aufzwingt, führen laut Netflix erst zur Entstehung von illegalen Plattformen. Das Unternehmen würde diese Praxis gerne abschaffen.

Netflix würde Kinofilme und TV-Serien "gerne allen seinen Nutzern weltweit gleichzeitig zu einem möglichst frühen Zeitpunkt bereitstellen", was aber durch die "Vermarktungsstrategien der Filmindustrie bislang nicht möglich" sei. Das sagte Netflix-Europa-Sprecher Joris Evers im Gespräch mit Golem.de.

Die traditionellen Vermarktungsabschnitte Kino, DVD und Streaming führten dazu, dass in vielen Ländern oft sehr lange auf die Verfügbarkeit von Filmen und Serien gewartet werden müsse, was "zu Piraterie führt", so Evers.  (asa)


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