Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/toughbook-cf-54-im-hands-on-robust-und-gut-konfigurierbar-1502-112339.html    Veröffentlicht: 13.02.2015 16:30    Kurz-URL: https://glm.io/112339

Toughbook CF-54 im Hands on

Robust und gut konfigurierbar

Weniger klobig und trotzdem stabil: Mit dem neuen Toughbook CF-54 versucht Panasonic, die Kategorien Business Ruggedized und Semi Ruggedized in einem Gerät zusammenzufassen. Das Gerät ist leicht und hat echte serielle Schnittstellen. Allerdings stehen nicht alle Konfigurationsoptionen jedem zur Verfügung.

Panasonic hat den Toughbook-Nachfolger des CF-53 vorgestellt. Das CF-54 ist leichter und dünner als der Vorgänger und soll trotzdem dasselbe bieten. Panasonic will mit dem Gerät auch Außendienstler erreichen, die etwa bei Verkaufspräsentationen nicht mit den voluminösen und klobigen Toughbooks der Vorgängergeneration vor Kunden auftreten wollen und robustere Geräte brauchen als reine Business-Ruggedized-Geräte wie das CF-AX2 und seine Nachfolger.

Das Gerät, das Panasonic in Leipzig mit drei Vorabmustern demonstriert hat und auch mal fallen ließ oder in einem Eisschrank betrieb, ist wasserabweisend und sehr robust. So soll es beispielsweise auch in Autos zuverlässig mit Vibrationen umgehen können.

Mit rund 2 kg in der Normalausstattung fühlt sich das 14-Zoll-Notebook überraschend leicht an. Im Vergleich zu dem von uns getesteten Dell Latitude 12 Rugged Extreme, dessen Robustheitsklasse natürlich auch Panasonic anbietet, ist das CF-54 ein Leichtgewicht. Vor allem ist es auch nicht so klobig wie der Vorgänger. Das CF-54 ist rund 30 mm hoch, also nur etwas mehr als halb so hoch wie der CF-53. Damit ist das Gerät immer noch ziemlich dick, aber durchaus gut handhabbar.

Besonders praktisch ist der ausklappbare Tragegriff. Damit lässt sich das Notebook wie eine Handtasche tragen. Beim schweren Vorgänger war das noch nötiger, das neue Gerät lässt sich durch das reduzierte Gewicht auch mit eingeklapptem Henkel gut tragen; man könnte ihn fast weglassen.

100 kg verteilter Druck sind erlaubt

Maximal darf ein Gewicht von 100 kg auf dem Display liegen. Die hohe Toleranz konnte Panasonic laut eigenen Angaben durch die Verwendung einer Wabenstruktur im Magnesiumgehäuse erreichen. Die Last muss allerdings verteilt werden. Wer sich mit Stöckelschuhen auf das Gerät stellt, wird es zerstören, denn die Punktbelastung beträgt maximal 20 kg. In Ermangelung einer Gewichtsverteilungsplatte konnte Panasonic dies nicht vorführen. Dafür wurde das Gerät mehrfach fallen gelassen, ohne dass es Schaden nahm.

Robustes Toughbook, aber kein Designstück

Solche Demonstrationen sind gut für die Show. Praxisrelevante, wirklich schmerzhafte Stöße zeigte der Hersteller aber mit dem Vorseriengerät nicht. Um zu demonstrieren, dass das Notebook Temperaturen von -10 bis +50 Grad Celsius aushält, wurde das Gerät zudem in einem Eisschrank betrieben. Dank einer Heizung rund um die wichtigen Komponenten darf ein CF-54 auch mal über Nacht in einem Auto verbleiben, das bei Temperaturen deutlich unterhalb des Gefrierpunkts geparkt ist.

So schön wie robust ist es allerdings nicht, die aufgeraute Oberfläche wirkt alles andere als edel. Wer sich nicht auskennt, wird kaum vermuten, dass dieses Notebook um die 2.000 Euro kosten wird. Sehr angenehm ist der Schutz der Schnittstellen. Der ließ sich leicht öffnen und schließen. Dafür müssen aber die Fingernägel eingesetzt werden.

Störend sind hingegen die Displayoptionen. Im Notebook mit 1.366 x 768 Pixeln wirken die Farben flau. Laut Hersteller ist es ein TN-Panel. Die Geräte mit 1.920 x 1.080 Pixeln, optional mit Touchscreen, haben hingegen ein IPS-Panel, das uns aber auch nicht überzeugt. Vernünftige Displays waren aber schon immer eine Schwäche von Panasonics Toughbooks. Dafür ist das Display hell genug, um auch unter Scheinwerferlicht ein klares Bild abzugeben. Die Touchscreen-Variante ist allerdings glänzend. Nur hier gibt Panasonic bisher den Helligkeitswert an. Der liegt bei sehr guten 1.000 Candela pro Quadratmeter.

Legale Unterschriften trotz fehlenden Digitizers

Für den Außeneinsatz wichtig ist für viele Nutzer das Aufnehmen von Unterschriften. Doch Unterschriften mit einem kapazitiven passiven Stift sind in vielen Ländern nicht rechtlich bindend. Deswegen wird in der Regel ein Digitizer-Stift verwendet, der deutlich mehr Daten aufnimmt. Panasonic spart diesen beim CF-54 ein und will trotzdem rechtlich bindende Unterschriften ermöglichen. Der kapazitive Touchscreen nimmt mit seiner Firmware trotz der Technik wichtige Merkmale einer Unterschrift wie die Geschwindigkeit und Beschleunigungswerte beim Schreiben auf. Dafür braucht es natürlich spezielle Anwendungen, die diese Daten auch auswerten können.

Bis zu drei Akkus im 14-Zoll-Notebook

Die Version des Notebooks mit der längsten Laufzeit hat drei unterschiedliche Akkus. Zwei davon gehören zur Standardausstattung. In der Mitte des Geräts sitzt ein sogenannter Bridge-Akku. Dieser arbeitet nicht mit Kondensatoren, sondern ist ein üblicher Akku, allerdings mit einer Laufzeit von nur einer Minute. Er soll nur die Zeit überbrücken, die der Tausch des Hauptakkus benötigt, so dass das System nicht neu gebootet werden muss.

Eine LED zeigt an, ob die Energieversorgung zur Überbrückung ausreicht. Leuchtet sie rot, wie in unserem Fall, sollte man den Akku nicht tauschen. Die LED leuchtet, sobald die Entriegelung heruntergedrückt wird. Erst danach kommt der Nutzer an den Akku heran, der einfach seitlich herausgezogen wird.

Der Hauptakku hat eine Kapazität von 46 Wattstunden, was für eine Laufzeit von maximal 11 Stunden ausreichen soll. Bei den Laufzeiten geht Panasonic meist von einem Betrieb mit sehr geringer Helligkeit aus. So auch hier. Mit 60 Candela pro Quadratmeter kann man allenfalls in einer Dunkelkammer arbeiten, nicht aber im Außeneinsatz. Wem die Hotswap-Fähigkeit des Hauptakkus alleine nicht ausreicht, der kann einen weiteren Akku mit einer Kapazität von 32 Wattstunden in das Gerät stecken. Dafür wird der Schacht verwendet, der normalerweise für das optische Laufwerk vorgesehen ist. Die von Panasonic angegebene Laufzeit bei 60 cd/qm steigt dann auf 18 Stunden.

Zahlreiche Konfigurationsoptionen für Industriekunden von Panasonic

Panasonics neues Toughbook wird in zahlreichen Konfigurationen ausgeliefert. Die meisten davon sind üblicherweise dem Projektgeschäft vorbehalten. Wer also ein paar Dutzend oder Hundert Geräte ordert und bereit ist, den Mehrpreis zu zahlen, der bekommt von Panasonic mehr Möglichkeiten für die Ausstattung. Bei besonders aufwendigen Optionen verlangt Panasonic durchaus die Abnahme von 500 Stück. Kleinere Modifikationen, die bereits vorgesehen sind, aber nur auf Wunsch verbaut werden, kann es schon bei Ordermengen um die 20 Einheiten geben. Welche Optionen bei welcher Anzahl an Geräten bestellbar sind, ist Verhandlungssache.

Modifikationen lassen sich über den ODD-Slot realisieren. Dieser kann kleine Änderungen wie einen Smartcard Reader beinhalten. Panasonic konstruiert aber auf Kundenwunsch auch die Möglichkeit, dort etwa USB-Dongles oder einen Glasfaser-Transceiver zu installieren. Zudem ist im Gehäuse ein bisschen Platz gelassen worden, um weitere Hardware unterzubringen. Dies kann, muss aber nicht über einen M.2-Slot geschehen. Damit will es Panasonic größeren Kunden ermöglichen, eigene Erweiterungen in die Notebook-Flotte zu integrieren.

Zu den kleineren Optionen gehören konfigurierbare Schnittstellen, die seitens Panasonic schon vorbereitet sind. In den Bildern sind einige Beispiele in ihrer Form zu sehen. Zu diesen gehört die weiterhin in der Industrie sehr wichtige serielle Schnittstelle. Panasonic betont, dass es sich bei dem seriellen Port um einen echten seriellen Anschluss handelt und nicht etwa ein intern per USB an das von Panasonic entwickelte Mainboard angeschlossen wird. Zu den Optionen gehört ferner eine Zweitkamera oder ein Rugged-USB-2.0-Port, der nicht so empfindlich ist wie die üblichen USB-Anschlüsse, die dann als 3.0-Ausführung installiert sind. Ebenfalls als Option gibt es einen zweiten Netzwerkanschluss und ein LTE-Modem.

Für manche Ausstattungsmerkmale ist die Grundversion zu flach

Nicht alle Schnittstellen lassen sich jedoch in der verringerten Höhe des CF-54 unterbringen. Deswegen ist ab Werk auch eine Variante mit einem Bauch vorgesehen. Dort lässt sich dann beispielsweise eine Fire Pro M5100 unterbringen, da sich die Grafikleistung laut Panasonic kaum von der der Vorgängergenerationen unterscheidet.

Die weitere Ausstattung beinhaltet einen aktuellen Core-i5-5300U-Prozessor der fünften Generation (Broadwell) und erstaunlicherweise nur 4 GByte RAM. Der kann über den zweiten RAM-Slot aber leicht aufgerüstet werden. Zur Ausstattung gehören auch 802.11a/b/g/n/ac-WLAN mit Schalter, Bluetooth 4.0+EDR sowie ein SDXC-Slot. Externe Bildschirme werden digital per HDMI oder VGA angeschlossen. Weitere Schnittstellen lassen sich über den Docking-Port nutzen. Auch die Weiterleitung von GPS- und Mobilfunksignalen über eine externe Antenne wird so ermöglicht.

Die Notebooks sollen ab Ende Februar 2015 verkauft werden. Das kleinste Modell kostet rund 1.800 Euro. Wer das Full-HD-Panel mit Touchscreen haben möchte, muss rund 2.700 Euro bezahlen. Bestandskunden werden nicht gezwungen, auf das neue Modell zu wechseln: Das alte Modell CF-53 lässt Panasonic weiterhin im Handelskanal.  (ase)


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