Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/videobuster-netflix-kann-bei-aktuellen-spielfilmen-nicht-mithalten-1501-112034.html    Veröffentlicht: 30.01.2015 09:00    Kurz-URL: https://glm.io/112034

Videobuster

Netflix kann bei aktuellen Spielfilmen nicht mithalten

Der Versand von DVD- und Blu-ray ist bei aktuellen Spielfilmen der Konkurrenz von Netflix überlegen, meint Videobuster.de. Die Kunden würden immer Versender brauchen, wenn sie neue Filme sehen möchten. Nur bei Serien sei das anders.

Der Filmverleiher Videobuster.de macht trotz der wachsenden Bekanntheit des legalen Filmstreamings weiterhin sein Geschäft hauptsächlich mit Filmen auf Datenträgern. Videobuster.de-Geschäftsführer Radek Koslowski sagte Golem.de: "Versandleihe nimmt mit rund 90 Prozent immer noch den Hauptteil bei uns ein."

Auf die Frage von Golem.de, ob Videobuster den Konkurrenzdruck von Netflix spürt, sagte der Manager: "Wir merken, dass es mehr Alternativen auf dem Markt im Abo-Segment gibt, es ist nicht nur Netflix. Aber das DVD- und Blu-ray-Verleihgeschäft läuft sehr stabil und gibt uns weiterhin Möglichkeiten zum Wachstum."

Amazon (Lovefilm) will sich schrittweise aus dem Versand von Verleihfilmen auf DVDs und Blu-rays verabschieden und die Kunden zu seinem Streaming-Angebot Instant Video umleiten. Seit Januar 2015 werden keine FSK-18-Titel mehr verschickt.

"Der Rückzug von Amazon (Lovefilm) aus dem DVD- und Blu-ray-Verleihgeschäft ist für uns eher positiv, nicht alle wollen ein digitales Abo, sehr viele der Kunden möchten weiterhin Filme über die Silberlinge sehen und brauchen eine Alternative", sagt Koslowski, der vorher bei Beate Uhse New Media, Bauer Media und Sevenload gearbeitet hat.



Aktueller und mit mehr Auswahl



Im Vergleich zu Subscription-Video-on-Demand wie Netflix und Maxdome seien die Medien DVD und Blu-ray immer noch führend in der Aktualität. "Versuchen Sie aktuelle Filme in den digitalen Flatrates zu finden", so Koslowski. Auch die Programmtiefe und -breite seien überlegen, weil keine DVD oder Blu-ray "offline" gehe und Videobuster mehr als 50.000 Titel permanent verfügbar habe. Auch bei der technischen Qualität sei die "Blu-ray immer noch das beste Medium für Bild und Ton."

Video on Demand-Flatrates seien "ganz hervorragend im Bereich Serie", aber aktuelle Filme seien entweder bei Netflix gar nicht in den Abo-Angeboten enthalten oder müssten bei Maxdome als Einzelabruf erworben werden. "Wir konzentrieren uns weiterhin auf das Thema Blockbuster und Neuerscheinungen. Deswegen planen wir in absehbarer Zeit auch kein digitales Flatrate-Angebot, wir konzentrieren uns auf den Einzelfilmabruf", sagt Koslowski. Man wolle sich die Schwäche der Flatrate-Angebote zunutze machen, die ihre Alleinstellungsmerkmale in Serien hätten, aber keine aktuellen Produktionen aus dem Spielfilmbereich anböten.

Die Kunden würden also immer auf transaktionsbasierte Angebote ausweichen müssen, wenn sie aktuelle Spielfilme sehen möchten.

Verwertungskette der Filmindustrie ist schuld

Netflix würde Kinofilme und TV-Serien "gerne allen seinen Nutzern weltweit zeitgleich zu einem möglichst frühen Zeitpunkt bereitstellen", was aber durch die "Vermarktungsstrategien der Filmindustrie bislang nicht möglich" sei. Das sagte Netflix-Europasprecher Joris Evers im Gespräch mit Golem.de.

Die traditionellen Vermarktungsabschnitte Kino, DVD und Streaming führten dazu, dass in vielen Ländern oft sehr lange auf die Verfügbarkeit von Filmen und Serien gewartet werden müsse.  (asa)


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