Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/china-westliche-firmen-sollen-geheimen-quellcode-herausgeben-1501-112014.html    Veröffentlicht: 29.01.2015 11:24    Kurz-URL: https://glm.io/112014

China

Westliche Firmen sollen geheimen Quellcode herausgeben

Stets unter Kontrolle: Die chinesische Regierung verlangt neuerdings von Unternehmen Hintertüren für die Überwachung und den Quellcode der Firmware. Westliche Firmen sprechen von Protektionismus.

Die chinesische Regierung hat neue Regeln für Unternehmen aufgestellt, die Computer an Banken in China liefern: So müssen Anbieter etwa Programmcode offenlegen oder sich sehr genauen Prüfungen unterziehen. Das berichtet die New York Times (NYT).

Die Regierung hat ausländischen Unternehmen die Regeln zugestellt. Sie umfassten 22 Seiten, berichtet die Zeitung. Die Regeln verlangen beispielsweise von den Unternehmen, dass sie Forschungs- und Entwicklungszentren in China aufbauen.

Computer sollen sicher und kontrollierbar sein

Die chinesischen Behörden gehen aber auch an die Substanz: Sie verlangen beispielsweise, dass ihnen der Quellcode der Firmware von Computern und Netzwerkgeräten ausgehändigt werden muss. Zudem fordern sie den Einbau von Hintertüren, um die Daten, die auf den Rechnern verarbeitet werden, überwachen zu können. Ziel ist, dass bis zum Jahr 2019 75 Prozent der Technikprodukte, die von chinesischen Banken eingesetzt werden, sicher und kontrollierbar sind.

Eine Reihe ausländischer Unternehmen und Verbände hat beim Komitee für Cybersicherheit der Kommunistischen Partei Chinas gegen die Maßnahmen protestiert. Das Komitee leitet Präsident Xi Jinping selbst. Die Unternehmen werfen der chinesischen Regierung Protektionismus vor: Unter dem Deckmantel der Cybersicherheit sollten inländische Produkte und Dienste bevorzugt werden.

Maßnahmen gehen weiter als in anderen Ländern

Die Regeln gingen weit über die Maßnahmen hinaus, die andere Staaten für Cybersicherheit ergriffen, schreibt die New York Times. Das lasse den Verdacht des Protektionismus aufkommen: Die Unternehmen glauben, dass die chinesische Regierung sie so dazu bringen will, sich aus dem Land zurückzuziehen. Allerdings gelten die Regeln auch für chinesische Unternehmen. Die westlichen Unternehmen fordern Gespräche mit dem Komitee für Cybersicherheit.

China wird nach Schätzungen des Marktforschungsunternehmens IDC in diesem Jahr 465 Milliarden US-Dollar für Informations- und Kommunikationstechnologie ausgeben.  (wp)


Verwandte Artikel:
Autofabrik: Elon Musk sucht Trumps Hilfe gegen China   
(09.03.2018, https://glm.io/133240 )
THEC64 Mini: C64-Emulator erscheint am 29. März in Deutschland   
(01.02.2018, https://glm.io/132519 )
IT-Dienstleister: Daten von 400.000 Unicredit-Kunden kompromittiert   
(26.07.2017, https://glm.io/129130 )
E-Mail-Clients für Android: Kennwörter werden an App-Entwickler übermittelt   
(06.03.2018, https://glm.io/133172 )
Fluggastdaten: Regierung dementiert Hackerangriff auf deutsches PNR-System   
(10.03.2018, https://glm.io/133261 )

© 1997–2020 Golem.de, https://www.golem.de/