Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/software-bundesweite-durchsuchung-wegen-hack-von-spielautomaten-1501-111995.html    Veröffentlicht: 28.01.2015 13:45    Kurz-URL: https://glm.io/111995

Software

Bundesweite Durchsuchung wegen Hack von Spielautomaten

Professionelle Angreifer haben die Software von Geldspielgeräten gehackt, um ihre Gewinnchancen zu verbessern. Heute gab es Durchsuchungen und Verhaftungen wegen banden- und gewerbsmäßigen Computerbetrugs.

Wegen professioneller Manipulation der Software von Geldspielgeräten hat es eine bundesweite Durchsuchungsaktion gegeben. Den Beschuldigten sei es darum gegangen, "Einfluss auf die Gewinnausschüttung" zu nehmen, gab die Abteilung für organisierte Kriminalität der Staatsanwaltschaft Essen am 28. Januar 2015 bekannt. Demnach wurden am heutigen Tag in mehreren Städten Nordrhein-Westfalens und in fünf weiteren Bundesländern Haftbefehle und Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt.

Insgesamt seien 125 Objekte betroffen gewesen. Der Schwerpunkt der Maßnahmen liegt in Nordrhein-Westfalen, insbesondere in Gelsenkirchen. Betroffen waren zudem Niedersachsen, Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und das Saarland. "Umfangreiche Beweismittel konnten beschlagnahmt werden", heißt es in einer Mitteilung. Der Vorwurf lautet auf banden- und gewerbsmäßigen Computerbetrug.

Wie die Angreifer Zugang zu der Software bekamen, dazu soll morgen auf einer Pressekonferenz mehr bekanntgegeben werden. "Wir sind noch dabei, die Schadenssumme zu ermitteln", sagte Torsten Sziesze, Sprecher der Polizei Gelsenkirchen, Golem.de auf Anfrage.

Roulette-Trick bringt Spielsalonbetreiber in Geldnot

Im April 2014 wurde berichtet, dass ein Automat über einen Softwarefehler manipuliert werden konnte. So sei ein Roulette-Automat mit einem Knopfdruck, einem Einsatz auf Schwarz, der Auswahl des Feldes "19-36" und einem Druck auf die Geldausgabe und einiger weiterer Eingaben dazu gebracht worden, unabhängig vom Ergebnis des Spielverlaufs einen hohen Gewinn auszuzahlen. In einigen Spielhallen wurden so 70.000 bis 100.000 Euro "gewonnen".

Weil dieser Trick in einer einzigen Nacht in vielen hundert Spielhallen gleichzeitig angewandt wurde, konnten die Betrüger so viel erbeuten, dass einige Spielsalonbetreiber in Geldnot gerieten. Der Trick sei zuvor über das Internet verbreitet worden, wobei ein Video eingesetzt wurde.  (asa)


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